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Weißhaarige alte Dame in Gerichtssaal
  • Leugnet beharrlich den Holocaust: Ursula Haverbeck (95, Foto von 2020)
  • Foto: dpa | Paul Zinken

Notorische Holocaust-Leugnerin: 95 Jahre alt – und immer noch rechtsextrem

Immer wieder wurde sie wegen Volksverhetzung verurteilt, aber Ursula Haverbeck, 95 Jahre alt und starrköpfige Ikone der rechten Szene, bleibt bei ihren haarsträubenden Ansichten. Nun muss die betagte Holocaust-Leugnerin sich in Hamburg erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Volksverhetzung in zwei Fällen vor, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Der Prozess soll am kommenden Freitag beginnen.

Haverbeck soll am 21. April 2015 am Rande des Lüneburger Prozesses gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten gesagt haben, Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. In einem Fernsehinterview des NDR-Magazins „Panorama“ verneinte sie zudem, dass es dort eine Massenvernichtung von Menschen gab. Die in rechtsextremen Kreisen populäre Haverbeck war am 12. November 2015 vom Amtsgericht Hamburg zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt.

Berufung erst nach fast neun Jahren

Dass es fast neun Jahre bis zu der Berufungsverhandlung gedauert hat, erklärt die Gerichtspressestelle unter anderem mit Überlastung der Kammer und Krankheitsfällen: Vor allem in den Jahren 2016 und 2017 sei die damals zuständige Berufungskammer stark belastet gewesen. Für September 2018 sei ein Termin anberaumt worden, der dann wegen einer längerfristigen Erkrankung aufgehoben werden musste. Ein Termin im Jahr 2020 scheiterte aufgrund der Corona-Pandemie. Zuletzt hatte die zuständige Kammer Termine zur Berufungshauptverhandlung für Mitte Januar 2024 anberaumt, die wiederum krankheitsbedingt nicht stattfinden konnten.

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Seit Jahren müssen sich immer wieder Strafgerichte mit den Äußerungen von Haverbeck befassen. 2004 wurde sie erstmals verurteilt und erhielt eine Geldstrafe. Zuletzt ergingen Strafen ohne Bewährung; Haverbeck saß wegen Holocaust-Leugnung auch bereits über zwei Jahre im Gefängnis in Bielefeld (NRW). 2022 war sie erneut wegen Volksverhetzung von einem Berliner Gericht zu einem Jahr Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig. Nach Schätzungen von Historikern ermordeten die Nazis allein im KZ Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen. (dpa/mp)

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