Der Jubel war nach dem 3:0 von Diamantakos (verdeckt) riesengroß. Es war so etwas wie die Vorentscheidung.
  • Der Jubel war nach dem 3:0 von Diamantakos (verdeckt) riesengroß. Es war so etwas wie die Vorentscheidung.
  • Foto: WITTERS

3:1 gegen Osnabrück: St. Pauli vergoldet den Derbysieg

Sie haben die Euphorie mitgenommen und einen ganz wichtigen Dreier nachgelegt: Mit einem 3:1 (2:0) über den VfL Osnabrück vergoldete der FC St. Pauli den Derby-Sieg, überholte den Nord-Kontrahenten in der Tabelle, sprang auf Platz zehn und hat jetzt fünf Punkte Abstand zur Abstiegszone.

Am Verdienst des Erfolgs vor 29.546 Zuschauern am ausverkauften Millerntor gab es nicht mal beim gegnerischen Trainer Zweifel. „Wir haben viel zu spät angefangen, Fußball zu spielen“, sagte Daniel Thioune. Viel hat allerdings nicht gefehlt, und es hätte trotzdem noch reichen können, um ein Spiel zu drehen, das nach 47 Minuten eigentlich komplett durch war.

FC St. Pauli mit zunehmender Spieldauer immer besser

Nach verhaltenem Beginn übernahm St. Pauli zusehends die Initiative. „Die Mannschaft hat unglaublich viel Energie investiert“, befand Jos Luhukay. Der Trainer durfte dann auch doppelt jubeln: Erst schädelte Henk Veerman einen Eckball von Marvin Knoll in die Maschen (23.), dann legte er für Waldemar Sobota auf, der die Kugel mit viel Gefühl aus 16 Metern ins Eck schob (35.). Als dann kurz nach Wiederbeginn noch Dimitrios Diamantakos, der den ersten Hochkaräter der Partie hatte liegen lassen (18.), eine Hereingabe von Knoll ins VfL-Gehäuse wuchtete, schien alles klar. „Wir hatten in der Pause noch gesagt, dass wir aufs dritte Tor gehen wollten. Das war extrem wichtig“, erklärte Luhukay.

Nach dem 3:0 verlor der FC St. Pauli die Ordnung

Deutlich wurde dies in der Phase danach, als die Kiezkicker mehr und mehr die bis dahin exzellente Ordnung gegen den Ball verloren und Osnabrück plötzlich zu zocken begann. Die Hamburger gerieten tatsächlich in Nöte, rannten viel hinterher und hatten das nötige Quäntchen Glück. „Aber das muss man eben auch erzwingen“, betonte Luhukay, der auch der letzten halben Stunde durchaus viel Positives abgewinnen konnte: „Es war schön zu sehen, wie die Mannschaft mit Herz und Seele verteidigt hat. Auch das gehört dazu!“

Nur Bashkim Ajdini trifft ins Tor des FC St. Pauli

Das Zahlenwerk der Partie belegte den Eindruck, der die Betrachter beschlich. Bis zum 3:0 wurden 8:6 Torschüsse für die Kiezkicker gezählt, danach 5:18! Am Ende lagen die Gastgeber zwar in fast allen Kategorien hinten (Torschüsse, Ecken, Zweikämpfe, Spielanteile, Laufstrecke), aber nicht in der entscheidenden. Denn nur Bashkim Ajdini stolperte das Spielgerät über die Linie (76.), die übrigen Versuche der Gäste verebbten ebenso wie einige viel versprechende Konter St. Paulis.

Sobotas vermeintlichem 4:0 (56.) war ein Handspiel vorausgegangen, die eingewechselten Boris Tashchy und Viktor Gyökeres vergaben ebenso wie Diamantakos dicke Dinger.

FC St. Pauli pustet kräftig durch

Aber wer fragt da heute noch nach? „Wir brauchten die Punkte unbedingt“, pustete Kapitän Daniel Buballa durch und wurde von Waldemar Sobota bestätigt: „Nach dem Derby-Erfolg war dieser Sieg unglaublich wichtig“, sagte der Torschütze. „Wir dürfen jetzt keinen Schritt weniger machen, dafür ist die Liga viel zu eng.“

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