Handy mit Apps
Handy mit Apps
  • Eine App, die sauber geschriebene und grammatikalsich richtige Anschreiben produziert. Wer braucht so etwas nicht?
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

Datenanalyst baut eine App für seinen legasthenischen Kumpel – und geht viral

In nur 15 Minuten bastelte ein englischer Datenanalyst eine App, die seinem Freund helfen sollte, formelle und vor allem grammatikalisch richtige Emails an dessen Kunden zu senden. Die App funktioniert mit künstlicher Intelligenz, daher kann man auch deutsche Texte eingeben oder Swahili – heraus kommen immer perfekt formulierte, englische Schreiben.

Danny Richman ist von Beruf sogenannter Search Engine Optimization Consultant, das heißt, er kennt sich damit aus, wie Suchmaschinen wie Google die Sachen finden, die gefunden werden sollen. Befreundet ist er mit Ben Whittle, einem Klempner. Whittle machte sich dieses Jahr selbständig und gründete eine Firma, die Swimmingpools installiert. Er hatte nur ein Problem: Whittle ist Legastheniker, er verwechselt Buchstaben oder lässt sie gleich ganz weg.

In Deutschland beispielsweise leiden circa 1,5 Millionen Menschen an der Lese- und Rechtschreibstörung. Es ist also keine seltene Störung. Sie kann nur extrem unprofessionell wirken. Das merkte auch Whittle und so ließ er seinen Kumpel Richman seine Emails an Kunden immer gegenlesen. Doch irgendwann dachte Richman: „Da muss es doch einen wesentlich schnelleren Weg geben.“

Das könnte Sie auch interessieren: Ein Buch wie kein anderes: Es ist normal, verschieden zu sein

Und den gab es auch. In nur einer Viertelstunde hatte Richman eine App gebastelt, die man am Computer oder auf dem Handy nutzen kann und die basiert ist auf einem offen zugänglichen künstlichen Intelligenz Werkzeug (OpenAI’s GPT-3 artificial intelligence tool). Was Richman erst später merkte: Es ist völlig egal welche Sprache man in die App eingibt, diese ist so kreiert, jeden Dialekt oder Sprache in ein formales, aber freundliches Britisch-Englisch zu „übersetzen”.

Anfragen aus aller Welt

Richtig durch die Decke ging seine App aber erst, nachdem er darüber twitterte. Nun bekäme er unheimlich viele Anfragen von Hilfsorganisationen, von Lehrern, von Einzelpersonen. Auch von den Technikern des offen zugänglichen künstlichen Intelligenz-Werkzeugs. Richmans Hoffnung ist es jetzt, die App kostenfrei für alle zugänglich zu machen und Menschen zu inspirieren, sagte er Buzzfeed News. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja jemand, der die App für Amtsdeutsch umschreibt? Das wäre ja auch etwas, was viele brauchen könnten. (usch)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp