Polizisten dringen mit Hund bei einer Großrazzia in Berlin in ein Haus ein (18.2.2021).
  • Polizisten dringen mit Hund bei einer Großrazzia in Berlin in ein Haus ein (18.2.2021).
  • Foto: dpa

Großrazzia in Berlin!: Polizei geht gegen Clans vor – Stürmung und Verhaftungen

Berlin –

Großeinsatz gegen Clankriminalität in der Hauptstadt! Seit den frühen Morgenstunden gegen mehrere hunderte Einsatz- und Spezialeinsatzkräfte in einer Razzia gegen den berüchtigten Remmo-Clan und rivalisierende, tschetschenisch-stämmige Banden-Mitglieder vor.

Monatelang sollen Mafiaexperten des Bundes- und Landeskriminalamts schon gegen den bekannten, arabischstämmigen Remmo-Clan ermittelt haben. Den Banden-Mitgliedern wird vorgeworfen, im großen Stil mit Drogen und Kriegswaffen gehandelt zu haben. Außerdem werden den Beteiligten mehrere Körperverletzungen zur Last gelegt. Auch das Finanzamt ermittelt gegen den Clan.

Großrazzia in Berlin: Ermittler räumen mit rivalisierenden Banden auf

Außerdem ist eine rivalisierende Bande mit tschetschenisch-stämmigen Mitgliedern im Visier der Ermittler. Im vergangenen Herbst kam es zu mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Banden.

Laut der „Bild“ haben am Donnerstagmorgen Einsatzkräfte der GSG9 und SEK 25 Objekte in Berlin und Brandenburg gestürmt, darunter eine Lagerhalle, in der der Clan Drogen zum Weiterverkauf in Fässern versteckt haben soll, und ein Neuköllner Kiosk. Der „Spiegel“ berichtet, dass bisher zwei Personen festgenommen wurden, darunter Nasser R. vom Remmo-Clan, dem von der Berliner Staatsanwaltschaft Betrug, bewaffneter Diebstahl, Bestechung und Drogenhandel vorgeworfen wird.

Razzia Teil der „Encrochat-Ermittlungen“

Im Herbst wurden mehrere Mitglieder der Großfamilie wegen des Verdachts der Beteiligung an dem Juwelendiebstahl in der Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe verhaftet.

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Die wichtigste Spur war für die Ermittler ein geknacktes Kryptohandy – laut „Spiegel“-Informationen wertet die Wiesbadener BKA-Zentrale den Datensatz bereit seit knapp einem Jahr aus. Um zu kommunizieren benutzen die Verdächtigen den Encrochat, eine Art „WhatsApp für Gangster“ über die Verbrecher weltweit ihren Geschäften nachgehen.

Im vergangenen Jahr haben es französische und niederländische Ermittler geschafft, sich in die App zu hacken und zahlreiche Nachrichten mitzulesen und zu sichern. (ncd/dpa)

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