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Mit diesen Tipps kommen Sie schneller an Facharzt-Termine

Ein Patient sitzt vor einem Arzt.
Auf viele Facharzttermine muss man wochenlang warten. Doch es gibt Tricks, wie man schneller an Termine kommt. (Symbolbild)

Ob Hautarzt, Gynäkologe oder Proktologe: Auf die meisten Termine bei Fachärzten müssen Patienten Wochen bis Monate warten, hängen in Warteschleifen oder erhalten Absagen – sogar bei akuten Schmerzen. Die Suche nach Facharzt-Terminen strapaziert regelmäßig die Geduld vieler Kassenpatienten. Doch mit diesen Tipps und Tricks der Verbraucherzentrale und der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, ergattern angeschlagene Kassenpatienten schneller Termine bei Spezialisten – ganz ohne sich privat zu versichern oder Behandlungen selbst zu zahlen.

Zeit sparen durch Hausarzt-Besuche und offene Sprechstunden

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg empfiehlt Kassenpatienten bei gesundheitlichen Problemen zuerst den Gang zum Hausarzt – zur Absprache weiterer Behandlungsoptionen. Der Besuch von Fachärzten wie Radiologen oder Pathologen erfordert ohnehin eine Überweisung vom Hausarzt. In anderen Fällen können Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung offene Sprechstunden von Fachärzten besuchen. Diese gibt es unter anderem bei Augenärzten, Frauenärzten, HNO-Ärzten, Hautärzten und Orthopäden.

Für Anrufer: Der Patientenservice 116117 rund um die Uhr

Mit der 116117 können gesetzlich Krankenversicherte die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung kontaktieren, wenn sie selbst keinen zeitnahen Termin in einer Facharztpraxis bekommen. Dieser Service vermittelt Termine, die nicht weiter in der Zukunft liegen als vier Wochen – bei Fachärzten, Kinder- und Hausärzten sowie Psychotherapeuten. Er ist rund um die Uhr erreichbar, auch online via eTerminservice.

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Doctolib und Jameda ersparen das lästige Abtelefonieren bei Praxen

Rund um die Uhr und ohne Warteschleife einen Arzttermin buchen – das können Patienten über kommerzielle Terminvergabeportale wie Doctolib oder Jameda. Zwei Millionen Termine pro Monat reservieren Deutsche über Doctolib. Anmelden, Facharzt suchen und die Plattform spuckt Termin-Optionen aus. Jochen Funken von der Verbraucherzentrale warnt jedoch: „Man muss genau prüfen, ob ein möglicher Termin für Kassenpatienten geeignet ist. Einige Portale zeigen auch trotz entsprechender Filter Angebote für Selbstzahler oder Privatversicherte an, was zu unerwarteten Kosten führen kann.“

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Patienten daher, die Filter der Apps aufmerksam zu nutzen: „Nutzen Sie alle vorhandenen Filteroptionen – etwa zur Versicherungsart oder zum Besuchsgrund – und prüfen Sie dennoch die Terminbeschreibung genau.“

Bequem aus dem Bett: Videogespräch mit Ärzten über „Teleclinic“

Eine weitere Plattform, die die Terminvergabe vereinfachen will, ist „Teleclinic“. Das Prinzip: Registrieren, Symptome beschreiben, Facharzt suchen und noch am selben Tag mit dem Arzt in einem Videogespräch das weitere Vorgehen besprechen. Die Ärzte der „Teleclinic“ können Rezepte oder Krankschreibungen ausstellen. Abgerechnet werden diese digitalen Arztbesuche, wie beim Hausarzt, über die jeweiligen Krankenversicherungen.

Wer sind überhaupt „die Privatversicherten“?

In Hamburg und Schleswig-Holstein ist etwas mehr als jeder zehnte Einwohner privat krankenversichert, laut Verband Privater Krankenversicherung (PKV) im Jahr 2022. Mit deren Behandlung erzielen Arztpraxen aber in beiden Bundesländern durchschnittlich rund 22 Prozent ihrer Einnahmen. Das heißt: Obwohl Privatpatienten einen vergleichsweise geringen Anteil der Bevölkerung stellen, machen sie einen deutlich größeren Anteil am Gesamtumsatz der Praxen aus.

Auf Nachfrage teilt der PKV der MOPO mit, dass rund die Hälfte aller Privatvollversicherten beihilfeberechtigt sind. Das heißt: Sie haben Anspruch auf staatliche Unterstützung bei den Gesundheitskosten. Das betrifft hauptsächlich Beamte, Pensionäre und deren Angehörige. 93 Prozent dieser Personengruppe sind privat versichert. Auch viele Selbstständige sind privat versichert, da ihre einzige Alternative die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ist.

Laut Verband der privaten Krankenversicherungen zahlen erwachsene Privatversicherte im Schnitt 620 Euro pro Monat. Auch interessant: Von den 2023 rund 8,7 Millionen deutschen Privatversicherten waren vollversichert knapp 4,3 Millionen Männer, aber nur rund 2,8 Millionen Frauen.