essen-und-trinken

Nicht immer nur Kiez: Das sind Hamburgs beste Ausgeh-Meilen

Betreibsleiter und Barmann Max Ernst (25) mixt im Caipis im „Aurel“.
Betreibsleiter und Barmann Max Ernst (25) mixt im Caipis im „Aurel“ im Ottensen.

Wenn es in Hamburg ums Ausgehen geht, ist schnell vom Kiez und der Reeperbahn die Rede. Kein Wunder, schließlich ist die Stadt für ihre sündige Meile weltbekannt. Doch Essen, Trinken und Feiern kann man in anderen Stadtteilen ebenso gut, vielleicht sogar besser. Die MOPO gibt Ausgehtipps für zwölf tolle Ecken der Stadt.

Reiherstiegviertel in Wilhelmsburg

Die Veringstraße ist das Herz des bunten, etwas runtergerockten Reiherstiegviertels, das viele an die Schanze erinnert, bevor diese zum In-Viertel wurde. In den vergangenen Jahren hat sich eine kleine Gastro-Szene gebildet. Am meisten los ist am nördlichen Ende.

Früher war das „Turtur“ auch ein Club. Heute konzentrieren sich die Betreiber aufs Pizzabacken.
Früher war das „Turtur“ auch ein Club. Heute konzentrieren sich die Betreiber aufs Pizzabacken.

Was gibt es hier? Frühstück im „Knusperkeks“, gegrillte Sandwiches und Cocktails im „Vollmundig“, saftige Burger bei „Williamsburger“, experimentelles Sushi bei „SuChi“, tolle Pizza im „La Patina“, günstige portugiesische Küche im „O Atlantico“ und mehrere türkische Restaurants gibt es auch.

Wen trifft man hier? Die halbe Nachbarschaft und Wilhelmsburg-Ausflügler

Preisniveau: eher günstig

Abwechslung: wenige Läden mit hoher Abwechslung

Unser Tipp: Etwas abseits das „Turtur“ – super Pizza auf der Terrasse am Kanal, innen lässige Bar. Oder ganz am südlichen Ende der Veringstraße das hippe „Aomame“ mit asiatischer Fusion-Küche, danach auf ein paar preiswerte Drinks in die sympathische „Deichdiele“ schräg gegenüber.

Wie komme ich hin? Fahrrad von Norden über Elbbrücken/Elbtunnel, oder S3/S5 bis Wilhelmsburg oder Veddel, dann 13er-Bus.

Harburger Altstadt

Schnuckelige Fachwerkhäuser prägen das Bild in der Lämmertwiete. Die gepflasterte Fußgängerzone in der Harburger Altstadt ist eine kleine Oase im sonst eher wuseligen Viertel, zahlreiche Lokale sind dort zu finden.

Die Fachwerkhäuser an der Lämmertwiete sind ein echter Hingucker!
Die Fachwerkhäuser an der Lämmertwiete sind ein echter Hingucker!

Was gibt es hier? Guinness und Kilkenny vom Fass im „The Old Dubliner“, Shishas und Cocktails in der „Cruz Lounge”(Neue Straße), Steaks bei „Panthera Rodizio“, Pizza und Pasta im „Caspari“.

Wen trifft man hier? Alteingesessene Harburger, TU-Studenten, Heimfelder, Wilstorfer

Preisniveau: moderat

Abwechslung: Indisch, Italienisch, Irisch – kleine Straße, große Auswahl

Unser Tipp: Eine der zwölf Caipi-Variationen in der „Panthera Bar & Bistrot“ ausprobieren, danach Dosas oder Biryani bei „Dosa World“.

Wie komme ich hin? Mit der S3/S5 bis Harburg Rathaus.

Schanzenviertel

Was soll man sagen: Die Schanze hat sich in den vergangenen Jahren zur Ausgehmeile schlechthin gemausert. Von einem Szeneviertel lässt sich da kaum noch sprechen. Die große Beliebtheit hat jedoch gute Gründe: Schließlich könnte das gastronomische Angebot größer kaum sein.

Das „Park“ an der Susannenstraße wirbt mit dem Slogan „Kiez meets Kalifornien“.
Das „Park“ an der Susannenstraße wirbt mit dem Slogan „Kiez meets Kalifornien“.

Was gibt es hier? Ob Longdrinks in der „Katze“ oder dem „GoldFischGlas“, Türkisches vom Grill bei „Lokman Köz“ und „Pamukkale Köz“, Sandwiches im „Park“, Bibimbap bei „Yong“ oder Croques und Crêpes im „Bistro La Famille“ – hier gibt es praktisch alles.

Wen trifft man hier? Gegenfrage: Wen trifft man hier nicht?

Preisniveau: moderat bis hoch

Abwechslung: sehr groß

Unser Tipp: Auf ein Glas Wein und eine neapolitanische Pizza ins feine „Jill“. Danach das Kontrastprogramm – Bier und Schnaps im urigen „Fritz Bauch“. Achtung: Nicht zu schick anziehen, sonst gibt’s Ärger mit den Punks.

Wie komme ich hin? Mit der S2/S5 bis Sternschanze, mit der Buslinie 3 bis Neuer Pferdemarkt/Bernstorffstraße oder der Buslinie 15 bis Schulterblatt

Karolinenviertel

Etwas abseits der Schanze gelegen, aber nicht minder hip, ist das Karoviertel. Zwischen der Messe und dem Heiligengeistfeld etwas versteckt, ist es eine feste Größe unter den Ausgehmeilen Hamburgs. Motto: Klein, aber fein!

Entlang der Marktstraße gibt es einige nette Lokale.
Entlang der Marktstraße gibt es einige nette Lokale.

Was gibt es hier? Leckere vegane Bowls und Burger im „Happenpappen“, Tankbier und Naturwein bei „PAMPÀ“, fingerlicking Korean Fried Chicken bei „Seoul 1988“, knusprige Flammkuchen und Schnitzel im „September“.

Wen trifft man hier? Alle, denen die Schanze zu voll ist.

Preisniveau: eher hoch

Abwechslung: groß

Unser Tipp: Kaffee und Kuchen im „Koch Kontor“. Oder Drinks mit Eis im „MINUS“, einer sogenannten Gelato-Bar. Zum Beispiel Sgroppino: Sekt auf Zitronensorbet & Wodka für 6 Euro und Gelato Shots, Eis und Schnaps für 3 Euro. Queerfreundlich!

Wie komme ich hin? Mit der U3 oder Buslinie 3 bis Feldstraße, oder der U2 bis Messehallen (Ausgang Karolinenstraße)

Zwischen Reeperbahn und Neuer Pferdemarkt

Nördlich der Reeperbahn, etwas abseits der sündingen Meile, gibt es auf St. Pauli viele kleine Nebenstraßen. Nicht minder bunt, aber deutlich ruhiger gelegen, sind die Vielzahl von Cafés, Bars und Restaurant auf dieser Ecke. Hotspot ist dabei die Paul-Roosen-Straße, die im Osten zur Clemens-Schultz-Straße wird. Und Richtung Schanze die Wohlwillstraße.

Gwen Schlichter (23) serviert im „Kraweel“ Focaccia und kühle Getränke.
Gwen Schlichter (23) serviert im „Kraweel“ Focaccia und kühle Getränke.

Was gibt es hier?Frühstück, belegte Focaccia und Kaffee im „Kraweel“, Crémant aus Champagnerkelchen in der „Toastbar“, deftige Nudelsuppe im „Kokomo Noodle Club“, diverse Italiener, Indisch, Thai.

Wen trifft man hier? Die Urgesteine St. Paulis, Neugierige aus Altona und Eimsbüttel, zugezogene Yuppies.

Preisniveau: eher hoch

Abwechslung: groß

Unser Tipp: Auf eine Luxusgöre (Ingwerlikör mit Gin und Crémant) bei Paula und Paulina im „P&P“, danach Stärkung mit einer Schale Bibimbap bei „Han Mi“.

Wie komme ich hin? Buslinie 17 bis Paulinenstraße, Buslinie 3 bis Neuer Pferdemarkt,U3 bis Feldstraße, oder S1/S3 bis Reeperbahn.

Grindelviertel

Das Grindelviertel ist bekannt durch seine Nähe zur Uni, schnieke Altbauten und ruhige Wohnstraßen. Die Gastronomie vor Ort ist geprägt vom jüdischen Leben im Quartier – für Genussmenschen sind das gute Nachrichten.

Zum „Abaton“ gehört auf ein Bistro, in dem man auch ohne Kinobesuch etwas essen und trinken kann.
Zum Kino „Abaton“ gehört ein Bistro, in dem man auch ohne Kinobesuch etwas essen und trinken kann.

Was gibt es hier? Shakshuka, Falafel und belegten Bagel im „Café Leonar“, Mezze im „Mirou“, Weine und wechselnde Tagesgerichte im „Abaton Bistro“, Eiskaffee und Limos im „Wundervoll“, Drinks und Gigs in der „Pony Bar“

Wen trifft man hier? Studenten, Eimsbütteler und Eppendorfer, die zu oft bei „Poletto“ waren

Preisniveau: eher hoch

Abwechslung: ausreichend

Unser Tipp: Auf ein Pint „Baby Baby Goat Goat“ (Double IPA) ins „The Baby Goat House”. Wenn der Hunger einsetzt – sitzen bleiben und einen der Pies probieren.

Wie komme ich hin? Buslinie 4 und 5 bis Grindelhof oder U1 bis Hallerstraße

Die Osterstraße in Eimsbüttel

Sie ist die zentrale Route durch Eimsbüttel: Entlang der Osterstraße sind Bars rar gesät, die sind eher in den Seiten- und Parallelstraßen zu finden. Cafés und Restaurants gibt es dafür in Hülle und Fülle.

Die „Alpenkantine“ an der Osterstraße lockt mit Knödel, Schnitzel und Spätzle.
Die „Alpenkantine“ an der Osterstraße lockt mit Knödel, Schnitzel und Spätzle.

Was gibt es hier? Kaffee und Croissants im „Eclair du Café“, Gyros und Bifteki bei „Xenios“ oder „Samos“, japanisches Oyakodon im „Bistro [ku’o:]“, vegane Currys und selbstgemixte Limos bei „Citta Vegan House“, Alpen-Tapas in der „Alpenkantine“, Cocktails in der „Q-Bar“.

Wen trifft man hier? Die Eimsbüttler sind ein treues Volk, von ihnen gibt es hier am meisten. Ansonsten Besucher aus Stellingen und Eidelstedt, Ottenser (nur heimlich)

Preisniveau: moderat

Abwechslung: große Auswahl an Restaurants, leider wenige Bars

Unser Tipp: Vierkäse-Galette bei „Monsieur Rémi“, danach Verdauungspause im Unnapark

Wie komme ich hin? Mit der U2 bis Osterstraße

Ottensen

Wenige Ecken haben in den vergangenen Jahrzehnten eine solche Häutung erlebt wie Ottensen. Die Gastro-Szene ist wie das einstige Arbeiterviertel: durchgentrifiziert und bisweilen auch ein bisschen Schickimicki. Doch insgesamt ist das Angebot charmant und vielfältig geblieben – und das lockt immer mehr Besucher von Außerhalb an.

Betreibsleiter und Barmann Max Ernst (25) mixt im Caipis im „Aurel“.
Betreibsleiter und Barmann Max Ernst (25) mixt im Caipis im „Aurel“ in Ottensen.

Was gibt es hier? Frühstück im „Mikkels“, leckere Tapas und Wein im „Ribatejo“, Kaffee und Kuchen im „Mar Y Sol“ oder „El Rojito“, Drinks im „Aurel“ und dem „Familieneck“, lateinamerikanische Spezialitäten im „Tigre“, Bolognese im „Bistro & Café Ivy“

Wen trifft man hier? In punkto Treue zu ihrem Viertel stehen die Ottenser ihren Nachbarn aus Eimsbüttel in nichts nach. Neben den vielen „Einheimischen“ ist der Stadtteil inzwischen Anziehungspunkt für den gesamten Hamburger Westen.

Preisniveau: moderat bis hoch

Abwechslung: So bunt wie das Viertel ist auch das Angebot.

Unser Tipp: Frühstück mit Eggs Florentine und Blaubeer-Pancakes in der „Rain Cafeatery“. Abends: Äthiopische Köstlichkeiten bei „Karls“

Wie komme ich hin? Mit Bus und Bahn bis zum Bahnhof Altona

Neustadt

Die Gegend rund um dem Großneumarkt bildet das Zentrum jenes Neustädter Wohnviertels, das so schön umschlossen liegt von all den seelenlosen Bürogebäuden der City. Auf kleinstem Raum gibt es hier alle paar Meter ein anderes Lokal – und ein ganz besonderes Oasen-Flair. In punkto Aufenthaltsqualität lässt das Quartier den Rest der Innenstadt alt aussehen.

Die Terrasse vom „Thämer's“ ist bei gutem Wetter meist rappelvoll.
Die Terrasse vom „Thämer’s“ ist bei gutem Wetter meist rappelvoll.

Was gibt es hier?Frühstück mit Schwips „Mimosas Brunch Club“, Urige Atmosphäre, Fassbier und Bratkartoffeln im „Thämers“, italienische Klassiker in der „Trattoria da Enzo“, Smash Burger bei „New City“.

Wen trifft man hier? Flüchtige St. Paulianer, Innenstadtbesucher, gestresste Büromenschen

Preisniveau: moderat bis hoch

Abwechslung: Für den kleinen Raum – einfach riesig

Unser Tipp: Mezze im „Beyoğlu Kebap House“, anschließend auf ein Live-Konzert im Cotton Club

Wie komme ich hin? U2 bis Gänsemarkt, S1/S3 Stadthausbrücke, mit der Buslinie 3 bis Johannes-Brahms-Platz oder Axel-Springer-Platz.

Die Lange Reihe in St. Georg

In der Langen Reihe geht es bunt zu – mitten in St. Georg gilt die 600 Meter lange Straße als Hotspot für queere Menschen. Einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, gibt es hier viele Cafés, Restaurants und Bars.

In der Langen Reihe trifft man alle paar Meter auf das nächste Lokal – hier bleibt niemand hungrig.
In der Langen Reihe trifft man alle paar Meter auf das nächste Lokal – hier bleibt niemand hungrig.

Was gibt es hier? Einige italienischen Restaurants, wie das „Bottega Italia“, das „Casa Nostra“ oder das „O’Pote“, das „Frau Möller“ mit deftiger Küche und köstlichen Kaffee und Kuchen im „Gnosa“.

Wen trifft man hier? Einige Paradiesvögel, viele „Normalos“ und aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof ein paar Touristen

Preisniveau: moderat

Abwechslung: Viele Läden, viel Abwechslung

Unser Tipp: Im Café „Uhrlaub“ lässt es sich wunderbar brunchen. Im „Bodhi“ gibt’s vegane Küche aus Asien. Und wer abends noch einen Absacker möchte, kann in die queere „M&V Bar“ – superleckere Drinks werden hier angeboten!

Wie komme ich hin? Mit allen S- und U-Bahn-Linien zum Hauptbahnhof und dann fünf Minuten gehen. Die Bus-Linien 6,17 und 18 fahren direkt in die Lange Reihe.

Winterhude

Im gediegenen Winterhude lässt es sich hervorragend speisen, vor allem im Bereich am Mühlenkamp und der Gertigstraße ist die Auswahl groß. Auch an Cocktailbars mangelt es hier nicht – sei es fürs „After Work“ oder die Einstimmung ins Wochenende.

Das familiengeführte „Ristorante Farinelli“ liegt am Hofweg und möchte seine Gäste mit der „Liebe der italienischen Provinz verzaubern“.
Das familiengeführte „Ristorante Farinelli“ liegt am Hofweg und möchte seine Gäste mit der „Liebe der italienischen Provinz verzaubern“.

Was gibt es hier? Exklusive Drinks in der „Zaza Bar“, der „Berglund Bar“ oder im „NOU7“, Pizza und Bruschetta im „Pizza Social Club“, Dorade vom Grill im „Ristorante Farinelli“, Eggs Benedict im „Edelsatt“, libanesische Köstlichkeiten im „Bistro L’Emir“.

Wen trifft man hier? Winterhuder Stammgäste und alle aus dem Hamburger Norden, die gerne schick essen gehen.

Preisniveau: eher hoch

Abwechslung: ganz gut, wenngleich etwas Italiener-lastig

Unser Tipp: Kaffee bei den „Stockholm Coffee Roasters“, Lamb Biryani bei „Authentikka“

Wie komme ich hin? Mit der Buslinie 6 bis Gertigstraße, oder U3 bis Borgweg und dann ein Stück zu Fuß

Das könnte Sie auch interessieren: Schicksal trifft Hamburger Gastro-Familie hart: „Darum geben wir nicht auf!“

Barmbek

Das ehemalige Arbeiterviertel Barmbek ist als Ausgehmeile weniger bekannt. Doch wer suchet, der findet: Langsam, aber sicher gibt es auch dort immer mehr einladende Angebot für alle, die gerne weggehen. Die Lokale konzentrieren sich entlang der Fuhlsbüttler Straße.

Im „Q21 Gasthaus“ geht es zünftig zu.
Im „Q21 Gasthaus“ geht es zünftig zu.

Was gibt es hier? Wohnzimmer-Atmosphäre und kreative Drinks („Netflixx & Gin“) in der „305 Bar“, Industriecharme, Schnitzel und Bier aus eigener Herstellung im „Q21 Gasthaus“, Orientalische Spezialitäten im „Morgenland“, Sommerrollen im „Saigon Café“.

Wen trifft man hier? Den gesamten Bezirk Wandsbek

Preisniveau: moderat

Abwechslung: ok, wird immer besser

Unser Tipp: Cocktails in der „T.R.U.D.E.-Bar“, auf dem Heimweg Zwischenstopp auf einen Döner bei „Soul Kebap“.

Wie komme ich hin? Mit der S1, U3 oder diversen Buslinien bis Barmbek