Das Hauptgebäude der Universität Hamburg
  • Die Universität Hamburg sieht die Wissenschaftsfreiheit von einem Klima der moralischen Verwerfung bedroht – und hat deswegen einen Kodex beschlossen.
  • Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Uni Hamburg will Freiheit der Wissenschaft schützen

Die Universität Hamburg hat einen Kodex erarbeitet, um Freiraum für die Wissenschaft zu gewährleisten. „In letzter Zeit werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen versucht wurde, der Wissenschaft ihr verfassungsmäßiges Recht auf Wissenschaftsfreiheit zu beschneiden oder streitig zu machen“, teilte die Universität am Mittwoch mit.

Die Wissenschaftsfreiheit ist in Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert. Wissenschaftliche Arbeit soll so vor unangemessenen Interventionen und Beeinträchtigungen geschützt werden. Aber das wurde laut Uni zuletzt immer wieder missachtet. Beispiele seien die Störung missliebiger Vorlesungen, die Verweigerung wissenschaftlicher Auseinandersetzung aufgrund von politischen oder religiösen Einstellungen oder die Ausübung politisch motivierten Drucks auf Wissenschaftler. Die Uni Hamburg hat nun einen Kodex erarbeitet, der Beeinträchtigungen des Freiraums der Wissenschaft klare Grenzen ziehen soll. 


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Uni Hamburg verabschiedet Kodex für Wissenschaftsfreiheit

Die Uni Hamburg sei eine der ersten Hochschulen, die einen solchen Kodex zum Schutz der wissenschaftlichen Freiheit in ihrem Leitbild verankere, hieß es. Die Verfasser der elf Kernthesen betonten jedoch auch, dass nicht jeder Konflikt schon eine Bedrohung von Wissenschaftsfreiheit sei. Denn gelegentlich werde dies so inszeniert.

In elf Kernthesen erläutert die Uni unverzichtbare Grundlagen für Forschung und Lehre. Dabei geht es um Freiraum und Grenzen, Verantwortung für das eigene Handeln und den Umgang mit Forschungsergebnissen. Die Universität müsse ein Raum für vorläufige und abweichende Thesen bleiben. Der offene Diskursraum, der Voraussetzung für die Gewinnung von neuem Wissen sei, werde aber beeinträchtigt, wenn Veranstaltungen blockiert und Personen für ihre inhaltlichen Positionen diffamiert werden. Ein Klima moralischer und gesellschaftspolitischer Verwerfung enge die Wissenschaft ein. Die Universität könne ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn ein gewaltfreier, rationaler wissenschaftlicher Austausch möglich sei.

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Die Universität Hamburg sei eine der ersten Hochschulen, die einen Kodex zum Schutz der wissenschaftlichen Freiheit in ihrem Leitbild verankere, hieß es. Die Kernthesen sind auf der Website der Universität abrufbar. (mp/dpa)

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