Polizisten treiben Besucher aus dem Schanzenviertel.
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Kommentar: Das Partyvolk braucht Freiräume

Polizisten treiben Besucher aus dem Schanzenviertel.
Es ist keine Lösung, das Party-Problem mit Wasserwerfern und Polizeigroßaufgebot in der Stadt hin und her zu schieben.

Meinung – Am Wochenende konnte man sie wieder beobachten: Massenweise junge Leute, die feiern wollten. Mit fetten Boxen. Unbehelligt. Dieses Mal war vor allem der Stadtpark dran. Am Wochenende zuvor war es das Schanzenviertel. Neu ist das Phänomen nicht, Corona bremste es bloß aus und nun kommt es mit Macht zurück. Vorhersehbar.

Warum Politik und Polizei da überrascht und beleidigt wirkten (Katharina Fegebank findet die Partys „total daneben“ und Melanie Leonhard ist „sehr verärgert“), ist nicht nachvollziehbar. Klar, noch ist die Pandemie nicht vorbei, noch sind die Massen auch eine Gefahr.

Party-Hotspots: Wasserwerfer lösen auf Dauer das Problem nicht

Langfristig jedoch kann es keine Lösung sein, das Problem mit Wasserwerfern und Polizeigroßaufgebot in der Stadt hin und her zu schieben. Irgendwohin müssen die jungen Leute ja – und zwar nicht in die Wohnstraßen im Schanzenviertel oder im angrenzenden Karoviertel zum Beispiel.

Schon vor Corona zeigte sich, dass es offenbar wenige attraktive Orte in der Stadt für sie gibt – und dass sich das Partyproblem an diesen Orten dann ballt. Vielleicht ist es an der Zeit, neue Freiräume zu schaffen. Wieso nicht das Heiligengeistfeld niedrigschwellig nutzbar machen, Dixi-Klos drauf, fertig. Also eben keine kommerzielle Eventfläche schaffen, sondern einen Ort, an dem sich junge Leute aufhalten können – draußen, ungestört und nicht störend.

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