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  • UKE-Intensivmediziner Stefan Kluge
  • Foto: dpa/dpa/Pool

Intensivmediziner vom UKE: So ist die Corona-Lage in Hamburgs Kliniken

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten erlebt in einigen Bundesländern einen erneuten Anstieg. Die deutschen Intensivmediziner würden am liebsten sofort wieder in den Lockdown gehen. Auch in Hamburgs Kliniken verschärft sich die Lage. Die MOPO hat bei Stefan Kluge, dem Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf, nachgefragt.

100 Corona-Patienten lagen am Montag auf Hamburgs Intensivstationen. Vor einem Monat waren es noch 74. Auch die Zahl der Patienten auf den Normalstationen ist in den letzten Wochen angestiegen.

Warum steigt die Zahl der Intensivpatienten in Hamburg?

„In Hamburg dominiert mittlerweile die deutlich ansteckendere britische Virusvariante“, sagt Intensivmediziner Kluge auf Nachfrage der MOPO. Dadurch und auch bedingt durch die Lockerungen der vergangenen Tage sei eine Zunahme der Infektionen in der Hamburger Bevölkerung zu verzeichnen.

Intensivpatienten in Hamburg: So ist die Lage am UKE

„Dies führt auch zu einer langsamen Zunahme an Intensivpatientinnen und Intensivpatienten“, so Kluge weiter. Der UKE-Experte rechnet mit einem weiteren Anstieg der Intensivpatienten in Hamburg und Deutschland.

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Am UKE sind derzeit insgesamt 38 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon 19 auf der Intensivstation. Fünf Intensivfälle sind an Beatmungsgeräte angeschlossen. Laut des Robert-Koch-Instituts (RKI) stagnieren die Zahlen der Intensivpatienten in den meisten Bundesländern auf einem hohen Niveau. Ein Drittel der Länder verzeichnet einen leichten Anstieg.

Deutsche Intensivmediziner fordern neuen Lockdown

Die Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert angesichts steigender Corona-Zahlen eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. So könne eine starke dritte Welle verhindert werden, sagte DIVI-Leiter Christian Karagiannidis am Montag. Ganz schnell könne Deutschland wieder auf ein hohes Niveau gelangen, von dem man doppelt so schwer wieder herunterkomme.

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Kluge sagt, er würde eine konsequente Befolgung der AHA-Maßnahmen begrüßen. Also Abstand halten, Hygiene beachten und Maske tragen. „Das klappt leider auch am Wochenende nicht überall. So ist ein erneuter Lockdown, auch aufgrund der britischen Virusmutation, leider unausweichlich.“

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