Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, spricht in der Handelskammer.
  • Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, kritisiert die Politik.
  • Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Handeskammer warnt: „Hamburgs Wirtschaft ist voller Sorge“

Die enorm hohen Energiepreise lassen die Sorgen in Hamburgs Wirtschaft wachsen. Nach dem jüngsten Konjunkturbarometer der Handelskammer hat sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Vorquartal zum vierten Mal in Folge eingetrübt. Der Geschäftsführer der Handelskammer sieht die Verantwortung vor allem bei der Politik.

Der Wert erreichte zum Ende des dritten Quartals 76,3 Punkte, nach 89,3 Punkten im Sommer und 95,6 beziehungsweise 114,8 Punkten im Frühjahr und im vorigen Winter. „Damit liegt der aktuelle Geschäftsklimaindikator abermals unter dem langfristigen Mittelwert von 108 Punkten seit der Erhebung ab dem Jahr 1997“, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Barometer.

Handelskammer: Politik reagiert zu spät auf Forderungen der Wirtschaft

„Hamburgs Wirtschaft hat sich bis hierhin robust gezeigt und schnell auf die Krise reagiert, ist aber voller Sorge“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Malte Heyne. „Die Politik hat leider erst mit Verzögerungen wichtige Forderungen der Wirtschaft aufgegriffen, auch die Umsetzung verläuft bisher schleppend.“ Um Insolvenzen eigentlich gesunder Unternehmen zu verhindern, müsse eine „sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“ sichergestellt werden.

Das Thema Energie wird in den Unternehmen als das Toprisiko gesehen. „Bei der Frage nach den größten Geschäftsrisiken haben die Energie- und Rohstoffpreise einen Betroffenheitsgrad erreicht, den es so in den vergangenen zwölf Jahren nicht gegeben hat“, heißt es bei der Kammer. Fast ebenso gravierend wird allerdings auch der Fachkräftemangel wahrgenommen. Den Erkenntnissen lagen 510 Antworten von Hamburger Unternehmen auf eine Handelskammer-Konjunkturbefragung zugrunde.

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Demnach gibt knapp die Hälfte der Unternehmen die hohen Strom-, Gas- und Kraftstoffpreise zum Großteil an die Kunden weiter. „Aber auch die Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen werden von rund 42 Prozent der Befragten als eine Antwort auf die Preiserhöhungen genannt“, hieß es. Ausweichen auf andere Energieträger nannten nur 14,6 Prozent, eine Reduzierung oder Verlagerung der Produktion sogar nur 10,9 beziehungsweise 3,4 Prozent als Reaktion auf die hohen Energiepreise. (dpa/mp)

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