Parkende Autos verbrauchen viel Platz.
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Gigantische Fläche: So viel „Parkplatz“ verbrauchen Hamburgs Autos wirklich

Autos, Radfahrer, Fußgänger – die einen hetzen gegen die anderen, und die wieder zurück. Eine ewige Diskussion: In Hamburg beschweren sich vor allem Autofahrer über zu wenig Platz in der Stadt. Dabei ist Hamburgs „Parkplatz“ fast sechsmal so groß wie die Außenalster.

Diesen Vergleich veröffentlichte jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Im Detail bedeutet das laut NABU für Hamburgerinnen und Hamburger, dass „ihr öffentlicher Raum durch private Fahrzeuge massiv eingeschränkt wird“, obwohl nur etwa die Hälfte der Hamburger Haushalte ein Auto besitze. Wenn alle rund 800.000 angemeldeten PKWs der Stadt nebeneinander parken würden, würde dies eine Fläche einnehmen, die fast sechsmal so groß ist wie die Außenalster.

Fast sechsmal so groß wie die Außenalster: Hamburgs „Park-Platz“ ist riesig.

Fast sechsmal so groß wie die Außenalster: Hamburgs „Parkplatz“ ist riesig. 

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NABU

Pro Auto werden elf m2 Platz benötigt, bei insgesamt 804.196 gemeldeten Wagen sind das 8,84 km2 – 5,5-mal so viel wie die 1,6 km2 große Außenalster. Nur eine geringe Anzahl der Fahrzeuge würden nämlich in privaten Tiefgaragen oder auf privatem Boden geparkt werden.Diese Zahlen veröffentlichte jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und setzt sich weiter für eine autoarme Innenstadt ein. 

So viel „Parkplatz“ verbrauchen Hamburgs Autos wirklich

Dabei wird betont: „Der NABU ist nicht per se gegen das Auto als Fortbewegungsmittel, setzt sich aber grundsätzlich für eine deutliche Reduzierung von Privatfahrzeugen vor allem innerhalb des Ring 2 ein“.

Damit sind vor allem ausgewählte Bereiche des Bezirks Nord gemeint, in denen auch Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz für fußgängerfreundlichere Quartiere sorgen will.

Hamburg: Autos haben sechsmal so viel Platz wie die Außenalster

Um die Stadt autoärmer und fußgängergerecht zu gestalten, müssen „aktuelle Carsharing- und Ridepooling-Angebote salonfähiger und deren Parkmöglichkeiten in der inneren Stadt bevorzugt eingerichtet werden“, heißt es in der Mitteilung des NABU.

„Vor allem Privatfahrzeuge sind in Wahrheit Stehzeuge, die 95 Prozent des Tages ungenutzt und zumeist kostenfrei den öffentlichen Raum blockieren“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Landesverbandes Hamburg. „Das ist nicht nur sozial ungerecht, sondern ökologisch kurzsichtig.“

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„Es ist wirklich absurd, dass wir uns in einer Stadt, in der latent über Räume für Stadtentwicklung, Fahrradverkehr oder Freizeit gestritten wird, eine derartige Vergeudung von wertvoller Fläche durch die Anhäufung von Blech leisten“, so Siegert.

Video: Autoarmes Hamburg – Das denken Hamburgerinnen und Hamburger

Um das zu ändern, will der NABU öffentliche Parkflächen verteuern – „denn nur ein wachsendes Missverhältnis zwischen laufenden Kosten und tatsächlicher Nutzung führe zu einer Veränderung des Verhaltens hin zur Nutzung des ÖPNV oder von Sharing-Angeboten“. Zusätzliche Mehreinnahmen sollen dann in den Ausbau von Alternativen zum Auto gesteckt werden und ein Teil des Verkehrsraumes begrünt werden.

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