• Armut bedeutet in Deutschland nicht unbedingt Hunger und Obdachlosigkeit, sondern Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben durch Geldmangel.
  • Foto: picture alliance / ZB

Arm durch Corona-Krise : Gibt es bald mehr bedürftige Hamburger?

Wandsbek –

Durch die Corona-Krise fürchtet der Paritätische Wohlfahrtsverband eine Verschärfung von Armut und sozialer Ungleichheit in Deutschland und forderten eine Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen. Im vergangenen Jahr sank die Armutsquote in Hamburg noch, doch sie könnte wieder steigen.

In seinem „Armutsbericht 2020“ verweist der Verband deshalb auf die gestiegene Armutsgefährdungsquote in Deutschland, die im vergangenen Jahr auf 15,9 Prozent gestiegen sei. Es handele sich um die „größte gemessene Armut seit der Wiedervereinigung“, heißt es im Bericht des Paritätischen.

Aktuell liegt der Hartz IV Regelsatz bei 432 Euro für eine alleinstehende Person ohne Kinder (die Miete wird zusätzlich gezahlt). Nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle müsste ein armutsfester Regelsatz aber 644 Euro betragen, was den Staat im Jahr 14,5 Milliarden Euro zusätzlich kosten würde.

Corona-Krise könnte Armut verstärken

2018 lag die Quote für Armutsgefährdung noch bei 15,5 Prozent. In Hamburg sank sie gar von 15,3 Prozent im Jahr 2018 auf 15,0 Prozent in 2019. Ob die Quote in Hamburg weiter sinken wird, ist fraglich. Der Paritätische Wohlfahrtsverband befürchtet das Gegenteil.

So wird in Deutschland Armut definiert 

Armut wird in reichen Ländern nicht mit Obdachlosigkeit oder Hunger gleichgesetzt. Arm sind auch die Menschen, die durch ein zu geringes Haushaltseinkommen nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

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Die Armutsgefährdungsquote gibt dabei den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Bei einem Einpersonenhaushalt lag diese Grenze in Deutschland im vergangenen Jahr bei 1074 Euro im Monat.

Die Corona-Krise mache diese Situation für Betroffene nicht einfacher, aufgrund von Kurzarbeit, erschwerter Jobsuche und drohenden Jobverlusten. (dpa) 

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