„Bandenführer“ Manuel Kappernagel und das Team der „Auf Kurs Jugendhilfe“ unterstützen und betreuen Familien und Kinder in Not. 
  • „Bandenführer“ Manuel Kappernagel und das Team der „Auf Kurs Jugendhilfe“ unterstützen und betreuen Familien und Kinder in Not. 
  • Foto: Manuel Kappernagel/Auf Kurs Jugendhilfe

Jugendhilfe: Dieser „Bandenführer“ bringt Kids auf Kurs

Manuel Kappernagel ist Bandenführer der „Auf Kurs“-Jugendhilfe.  Er und sein Team betreuen Kinder und Jugendliche, die es auch ohne Corona nicht leicht im Leben haben.   

Der innovative Jugendhilfeträger kommt aus Hamburg und ist mittlerweile an vier Standorten in der Hansestadt fest verankert. Das Team unterstützt Familien, Kinder und Jugendliche dabei, wieder auf den „richtigen Kurs“ zu gelangen.

Jugendhilfe trotz Corona: Auf Kurs“ lässt niemanden im Stich

Natürlich hat sich die Pandemie auch stark auf die Arbeit des Sozialunternehmens und vor allem auch auf das Leben der Familien ausgewirkt. Doch trotz der vielen Herausforderungen war für das Team um Manuel Kappernagel klar, dass es niemanden alleine lassen würde.

Auch unter Einhaltung des Mindestabstands gelingt es dem Kollektiv, einen sehr engen und persönlichen Kontakt zu den Menschen zu halten. Schnell konnte man auch in den Familien große Solidarität wahrnehmen. „Wir haben wohl alle zusammen versucht das Beste aus der Situation zu machen“, so Manuel Kappernagel.

Beratung, Beziehung und Bildung

Das junge Team hilft und unterstützt Familien in Erziehungsaufgaben. Es begleitet sie bei Behördengängen und berät in Sachen Haushalt und Finanzen oder bei der Suche nach einer Wohnung. Jugendlichen, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, finden in Wohngruppen ein sicheres zu Hause.  

So wirkte sich Corona auf die Arbeit aus

Mittlerweile ist der Alltag allmählich wieder eingekehrt: „Momentan arbeiten wir fast wieder Business as usual. Wir haben drei Schwerpunkte und arbeiten ambulant, teilstationär und vollstationär.“ 

Dennoch war es durch den Lockdown und die Schließung der Schulen alles andere als einfach für das Team und die Familien. Auf engstem Raum zusammenzuleben und den Alltag zu bewältigen ist für einige (Allein)-Erziehende eine sehr große Herausforderung. Trotzdem stellte die Familienhilfe auch fest, dass viele die Situation erstaunlich gut gemeistert haben.

Corona-Maßnahmen: Kinder leiden am meisten

Manuel Kappernagel betont jedoch, dass Kinder in den vergangenen Monaten besonders gelitten haben – und es auch noch immer tun. „Nicht nur, dass die Spielplätze und Sportvereine für das allgemeine Austoben nicht mehr zur Verfügung standen, Großeltern zeitweilig nicht persönlich gesehen werden konnten. Die größte soziale Ungleichheit ist sehr wahrscheinlich im Bereich der Bildung entstanden.“

Große soziale Ungleichheit im Bildungsbereich 

Für viele Familien war es schlichtweg unmöglich, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Es fehlt ihnen an Laptops, Druckern oder einem Internetzugang. „Diese zeitweilige, jedoch deutliche Benachteiligung wird uns wohl auch noch einige Zeit beschäftigen. Leider muss man an dieser Stelle ganz deutlich sagen: Das ist mehr als ungerecht.“

Seitens der Behörden und Schulen wurde wenig bis gar nichts unternommen, um die Lage zu verbessern und den Kindern und Familien zu helfen, sagt er. Alle Anträge der „Auf Kurs“ Jugendhilfe, mit denen Laptops oder anderes Lernmaterial beschafft werden sollten, wurden abgelehnt.

Kein Anstieg von häuslicher Gewalt

Mit dem Beginn der Corona-Pandemie rechneten viele Menschen auch mit einem Anstieg von häuslicher Gewalt. Doch die Mitarbeiter von „Auf Kurs“ konnten keinen signifikanten Anstieg wahrnehmen. Laut Manuel Kappernagel kann das unterschiedliche Gründe haben: „Zum einen, weil wir als Träger sehr früh mit unseren Adressaten zu diesem Thema in den Kontakt gegangen sind und weil wir sogenannte ,EXIT-Strategien‘ entwickelt haben.“

Wenig gesellschaftliche Solidarität

Auf die Frage, ob sich die wachsende Solidarität auf der Arbeit bemerkbar gemacht hat, antwortet Manuel Kappernagel: „Wenn damit die wachsende gesellschaftliche Solidarität gegenüber unserem Berufsfeld gemeint ist, muss ich die Frage leider verneinen. Dies spüren wir leider noch nicht.“

Weitere Informationen zu dem Sozialunternehmen und die Möglichkeit zu spenden, finden Sie auf der Internetseite von der „Auf Kurs“ Jugendhilfe

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