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Klimaanpassung und Vorsorge vor Extremwetter immer wichtiger

Zum Ende des meteorologischen Sommers steht fest: Der Sommer 2026 war in Hamburg und bundesweit von einer intensiven öffentlichen Debatte über Hitze, Dürre und deren Folgen geprägt. Die Stadt erlebte außergewöhnliche Wetterereignisse: Hohe Temperaturen und ausbleibender Niederschlag führten zu spürbaren Belastungen für Mensch und Umwelt. Doch Hamburg stellt sich den Herausforderungen – mit gezielten Maßnahmen und umfassender Information, um die Bevölkerung bestmöglich auf künftige Extremwetterlagen vorzubereiten.

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die vergangenen Monate haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie sehr der Klimawandel auch Hamburg betrifft. Hitze, Dürre und Starkregen sind keine abstrakten Phänomene, sondern Teil unseres Alltags. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Hamburg widerstandsfähig zu machen – durch Information, Vorsorge und gezielte Maßnahmen. Mit der Kampagne ‚Werde wetterwach!‘, dem Meldeportal ‚Trockener Bach‘ und vielen weiteren Initiativen unterstützen wir die Hamburgerinnen und Hamburger dabei, sich und andere zu schützen und unsere Stadt zukunftsfest zu machen.“

Neue Rekorde: Hitze und eine frühe Tropennacht in Hamburg

Vor allem die Hitzeperiode Ende Juni war beispielhaft dafür, was mit dem Klimawandel noch weiter auf Hamburg zukommt und vor welchen Herausforderungen Hamburg steht. Nachdem das Thermometer am 26. Juni schon auf 35°C kletterte, ist die Temperatur in der Nacht zum 27. Juni nicht unter 23,3°C gesunken. Am 27. Juni wurde tagsüber der Hitzerekord für die DWD-Wetterstation am Flughafen mit 39,1°C eingestellt, damit war es zudem der allererste Tag in Hamburg mit einer Durchschnittstemperatur über 30°C. An der DWD-Messstation in Neuwiedenthal lag die Höchsttemperatur noch mal 0,3°C höher, mit 39,4°C, wohlgemerkt im Schatten. Auch im weiteren Sommerverlauf gab es immer wiederkehrende Extreme mit einer hohen Wärmebelastung. Insgesamt gab es an der Messstation am Flughafen in diesem Sommer elf Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C, drei Tropennächte und drei Tage mit einer Höchsttemperatur über 35°C, ebenfalls ein Rekord.

Schon jetzt kommen Wetterextreme in der Statistik viel häufiger vor. Im Schnitt hat sich die Anzahl der Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C schon mehr als verdoppelt, die Anzahl der Tropennächte hat sich sogar mehr als vervierfacht. Auch bei der Durchschnittstemperatur zeigt sich der steigende Trend deutlich. Der Hamburger Sommer 2026 gehört zu den wärmsten Sommern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Juni war sogar der viertwärmste.

„Werde wetterwach!“: Informationen und Praxistipps für alle

Waren es im April 2026 noch knapp 90 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger, die in den vergangenen fünf Jahren Extremwetterereignisse wie Hitze, Sturm oder Starkregen bewusst erlebt haben, so stieg die Zahl nach dem Hitzesommer auf 94 Prozent. Schaut man direkt auf das Thema Hitze, sagten bereits im April 35 Prozent, dass sie in den letzten fünf Jahren einen spürbar negativen Einfluss auf ihren Alltag hatte. Im September stieg diese Zahl auf über 52 Prozent. Dennoch fühlen sich nur 38 Prozent persönlich gut auf solche Situationen vorbereitet, wie eine repräsentative Umfrage der Innofact AG im Auftrag der Stadt Hamburg zeigt.

Die Stadt setzt dort an und informiert mit der Kampagne „Werde wetterwach!“ wie sich die Hamburgerinnen und Hamburger vor Hitzewellen und anderen Extremwettern schützen können. Denn die Umfrage zeigte auch: Die Vorsorgemaßnahmen fallen sehr unterschiedlich aus. Zwar haben mit 44 Prozent fast die Hälfte der Befragten eine Warn-App auf ihrem Telefon installiert, aber nur 16 Prozent haben sich Gedanken über einen Notfallplan oder konkrete Absprachen mit Angehörigen für den Ernstfall gemacht.

Auf www.extremwetter.hamburg stehen deshalb auch praktische Tipps im Videoformat bereit. So schildert ein Bautechniker über die Vorsorge auf Baustellen, eine Allgemeinärztin erläutert die besondere Gefahr von Hitze für ältere und pflegebedürftige Menschen und rät zu längeren Pausen und regelmäßigem Trinken. Expertinnen und Experten geben Tipps, etwa zum richtigen Sonnenschutz am Gebäude oder zur optimalen Lüftung der Wohnung.

Maßnahmen für eine widerstandsfähige Stadt

Neben der Informationskampagne setzt Hamburg auf eine Vielzahl von Maßnahmen, um die Folgen von Extremwetter abzumildern. Dazu zählen die Förderung blau-grüner Infrastruktur, die Pflanzung neuer Bäume, Dach- und Fassadenbegrünung sowie eine zukunftsfähige Regenwasserbewirtschaftung. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu machen.