Nachdem gleich drei Mannschaften in der vergangenen Saison den Sprung ins Oberhaus des deutschen Fußballs geschafft haben, werden die Karten in der 2. Bundesliga neu gemischt. Wer sind die Favoriten auf den Aufstieg und wie werden sich die Bundesliga-Absteiger schlagen? Wir werfen einen Blick auf die Aufstiegschancen der 2. Ligisten.
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Wer sind die Favoriten?
Vor Saisonstart lassen sich bereits aufgrund der Kaderzusammenstellung einige Favoriten nennen, die in dieser Saison sehr wahrscheinlich um den Aufstieg in die Bundesliga spielen werden. Die größten Chancen werden dabei logischerweise den Absteigern der Bundesliga zugetraut, was allerdings im letzten Jahr auch über Holstein Kiel und den VfL Bochum gesagt wurde. Das sind unsere Top-3 für den Bundesliga Aufstieg:
VfL Wolfsburg
Selten gab es in den letzten Jahren einen so eindeutigen Favoriten in der zweiten Liga wie es der VfL aktuell ist. Schon der Abstieg in der vergangenen Saison war eine riesige Überraschung, wenn man sich die individuelle Qualität des Wölfe-Kaders anschaut.
Mit einem Kaderwert von knapp 150 Millionen Euro hat Wolfsburg mit weitem Abstand den wertvollsten Kader der 2. Liga und konnte sich mit Fabian Reese auch noch den wohl begehrtesten Spieler der Liga sichern. Rein von den Spielern her muss Wolfsburg ganz klar wieder aufsteigen, doch dieser Anspruch ließ in den letzten Jahren schon einige Favoriten der 2. Bundesliga scheitern.
Während in der letzten Saison gleich vier Trainer zwischenzeitlich als Cheftrainer an der Seitenlinie des VfL standen, soll mit Tobias Strobl nun erneut ein neues Gesicht den Verein zurück in die Bundesliga führen. Der 38-Jährige kommt vom SC Verl und wird erstmals in seiner Karriere ein 2.Liga-Team trainieren. Wenn es ihm gelingt, aus diesen vielen Stars eine Mannschaft zu bilden, sollte der Bundesligaaufstieg kaum gefährdet sein.
Mit Spielern wie Fabian Reese, Robert Glatzel oder Konstantinos Koulierakis sind die Wölfe auf allen Mannschaftsteilen stark besetzt und haben eine gute Mischung aus Erfahrung und Talent, um diese Saison erfolgreich zu gestalten. Alles andere als der Aufstieg wäre aus Wolfsburger Sicht eine unglaubliche Enttäuschung.
FC Heidenheim
Nach drei Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse musste Heidenheim in der vergangenen Saison den Abstieg hinnehmen. Unabhängig von den sportlichen Ergebnissen hält der Dorfverein allerdings an seinem legendären Trainer Frank Schmidt weiterhin fest, der auch in der zweiten Bundesliga als Cheftrainer beim FCH agieren wird.
In der Sommerpause wurden zwar einige Transfers getätigt, doch der Großteil des Teams wird auch in der neuen Saison wie zuletzt zusammen spielen. Der prominenteste Neuzugang ist Paul Henrich, der für 1,50 Millionen Euro Ablöse von der TSG Hoffenheim verpflichtet wurde. Mit Budu Zivzivadze kehrt ein alter Bekannter in die 2. Bundesliga zurück, der noch im vergangenen Jahr für den KSC auf Torejagd gegangen war und sicherlich zu den besten Stürmern der Liga gehört.
Auch wenn Heidenheim keinen absoluten Top-Kader zur Verfügung hat, ist die Mannschaft bereits hervorragend eingespielt und wird auch in der zweiten Liga oben mitspielen. Seit der Qualifikation für die Conference League vor zwei Jahren hat sich das Team kaum verändert und auch der Trainer Frank Schmidt bringt eine bemerkenswerte Erfahrung in die zweite Liga.
Durch die Aufstiege von Schalke, Elversberg und Paderborn hat die zweite Liga im Vergleich zu den letzten Jahren enorm viel Qualität verloren, sodass Heidenheim mit einem soliden Kader und viel Bundesliga-Erfahrung zu den Favoriten auf den Aufstieg zählt. In den letzten Jahren waren die Erfolgschancen auf die direkte Bundesliga-Rückkehr allerdings eher gering und auch Bochum und Kiel taten sich im letzten Jahr deutlich schwerer als erwartet.
FC St. Pauli
Im Vergleich zu Heidenheim sind die Kiezkicker individuell deutlich besser aufgestellt, auch wenn sie über die Sommerpause einige Leistungsträger abgeben mussten. Der langjährige Stammkeeper Nikola Vasilj wird keinen neuen Vertrag mehr erhalten und Innenverteidiger Hauke Wahl schließt sich dem direkten Konkurrenten aus Wolfsburg an.
Trotz der Abgänge zählt der Kader von St.Pauli zu den besten der Liga, auch wenn die vergangene Bundesligasaison extrem enttäuschend verlief. Mit nur 29 erzielten Treffern in 34 Spielen war der Abstieg am Ende nicht mehr zu verhindern und letztendlich stieg St. Pauli als Tabellenletzter wieder ab. Um die schwache Offensive zu verbessern, verpflichtete der Klub den erfahrenen Branimir Hrgota von Greuther Fürth, der sowohl mit seiner langjährigen Erfahrung in der 2. Bundesliga als auch mit seiner Torgefahr ein wichtiger Baustein im Rennen um die direkte Rückkehr in die Bundesliga sein wird.
In der Defensive soll Marcus Mathisen den Abgang von Wahl kompensieren, der vom FC Magdeburg an die Elbe gewechselt ist. Der neue Trainer Marcel Rapp übernimmt nach Holstein Kiel den nächsten Klub aus dem Norden und soll St. Pauli wieder zurück in die Bundesliga führen. Mit Kiel gelang ihm dieser Erfolg 2024 bereits, sodass der 47-Jährige durchaus die nötige Erfahrung an die Seitenlinie der Kiezkicker bringt.
Da der Großteil der Mannschaft bereits seine Bundesliga-Qualität bewiesen hat, zählt St. Pauli in der kommenden Saison zu den Aufstiegsfavoriten und mit Hrgota soll nun auch die Schwachstelle vor dem gegnerischen Tor gelöst werden. Wenn das gelingt, hat St. Pauli gute Chancen auf den direkten Aufstieg in die Bundesliga, auch weil die Konkurrenz in diesem Jahr deutlich schwächer erscheint als in den letzten Jahren.
Die Verfolger
Neben den Bundesliga-Absteigern haben noch einige weitere Mannschaften gute Chancen auf den Aufstieg in die Bundesliga und insgesamt ist eine sehr ausgeglichene Saison zu erwarten. Das sind unsere weiteren Aufstiegskandidaten vor der Saison:
1.FC Nürnberg
Unter Miro Klose hat der Club in den letzten Jahren einen neuen Weg eingeschlagen und setzt dabei gezielt auf die Entwicklung junger Talente. Nachdem man in den letzten Jahren kaum etwas mit den Aufstiegsrängen zu tun hatte, soll in diesem Jahr wieder die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse gelingen.
Die Leihe von Barcelonas 22-Jährigem Mikail Faye ist wohl ligaweit einer der besten Transfers der Sommerpause gewesen, denn der junge Spieler bringt herausragende Qualitäten in Nürnbergs Defensive. Mit einem Durchschnittsalter von 23,4 Jahren zählt der Kader der Franken zu den jüngsten in der 2. Bundesliga, doch gleichzeitig bringen Spieler wie Adriano Grimlado und Julian Justvan die nötigen Führungsqualitäten mit in diese Mannschaft.
Seit Jahren zählt der Club zu den erfolgreichsten Talentschmieden des deutschen Fußballs und inzwischen laufen auch internationale Talente immer mehr für das Team von Miro Klose auf. Von der Qualität her zählt Nürnberg in der neuen Saison zu den Favoriten auf den Aufstieg, doch die fehlende Erfahrung könnte auch ein Risikofaktor werden.
Wenn die Neuzugänge ihre Qualität auf den Platz bringen können, ist der Club in einem ausgeglichenen Teilnehmerfeld der 2. Bundesliga im oberen Tabellenfeld einzuordnen und hat realistische Chancen auf den Aufstieg.
Holstein Kiel
Nachdem Holstein Kiel in der vergangenen Saison sogar mit dem Abstieg zu kämpfen hatte, soll in der neuen Spielzeit wieder die Rückkehr in die Bundesliga gelingen. 2024 gelang dieser Erfolg erstmals in der Vereinsgeschichte, doch der Klassenerhalt war dann doch eine Nummer zu groß.
Mit 10 Neuzugängen hat Holstein einen ordentlichen Umbruch zu verkraften, doch nach der enttäuschenden Saison war das wohl auch der einzig sinnvolle Schluss. Zum Saisonendspurt übernahm Tim Walter den Trainerposten, der nach dem gelungenen Klassenerhalt das Team auch in die neue Spielzeit führen soll. Nach der spielerischen Neuasrichtung ist die Mannschaft von Holstein zwar nur schwer einzuschätzen, doch auf dem Papier zählt Kiel auch in der kommenden Saison zu den Aufstiegskandidaten
Hannover 96
Denkbar knapp verpasste Hannover 96 am letzten Spieltag der vergangenen Saison den Bundesligaaufstieg, nachdem die Niedersachsen eine sehr konstante und erfolgreiche Saison gespielt hatten. Aus diesem Grund bleibt sich der Vorstand der Linie treu und setzt weiterhin auf Christian Titz als Cheftrainer und kann die meisten Spieler auch für ein weiteres Jahr halten.
Durch den Abgang von Noel Aseko verlieren die 96er zwar einen ihrer Topspieler der vergangenen Saison, doch dafür wurde in der Offensive Daisuke Yokota vom KAA Gent verpflichtet. Wie schon in der letzten Saison wird die Spielweise der Hannoveraner für ihre attraktive Offensive stehen. In der Verteidigung ist Jean Hugonet ein wichtiger Baustein, der vom FC Magdeburg und den Fußball von Chritian Titz bereits bestens kennt.
Nachdem die Konkurrenz in diesem Jahr deutlich schwächer geworden ist als noch in der letzten Saison, hat Hannover mit einem kaum veränderten Kader sehr gute Chancen auf den Aufstieg in die Bundesliga. Auch wenn Titz kurz vor Saisonbeginn noch Transfervorderungen stellte, ist Hannovers Kader gut aufgestellt für die neue Saison.
Wenn das Team an die Leistungen aus der letzten Saison anknüpfen kann, ist Hannover einer der heißesten Kandidaten auf den Bundesligaaufstieg.
Bundesliga Aufsteiger Quoten
| Team | Bwin | Betathome | Neobet |
|---|---|---|---|
| VfL Wolfsburg | 1.44 | 1.38 | 1.39 |
| Hannover 96 | 3.50 | 3.25 | 3.20 |
| 1. FC Heidenheim | 4.33 | 3.85 | 3.60 |
| FC St. Pauli | 4.33 | 4.20 | 5.50 |
| 1. FC Nürnberg | 6.00 | 5.25 | 5.00 |
| Hertha BSC | 5.50 | 5.25 | 5.50 |
| Holstein Kiel | 6.00 | 5.75 | 8.00 |
Prognose
In den letzten Jahren gab es wohl kaum einen klareren Favoriten als den VfL Wolfsburg in der 2. Bundesliga, der mit seinem Kader auch genauso im deutschen Oberhaus bestehen könnte. Neben den Wölfen sind die beiden anderen Absteiger ebenfalls favorisiert, doch mit ihrem jungen, talentierten Kader wird der 1.FC Nürnberg am Ende eine große Rolle im Aufstiegskampf spielen. Wie in den letzten Jahren, verspricht die zweite Bundesliga eine ausgeglichene Saison, in der es auch einige Überraschungen geben wird.
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