Wache in der Gegengerade?: St. Pauli-Fans fordern: Polizei raus aus unserem Stadion!

Leidenschaft: St. Paulis Fans sind bekannt dafür, dass sie sich mit aller Macht für ihre Belange einsetzen.
Witters
Der Bau der neuen Gegengeraden am Millerntor geht in atemberaubender Geschwindigkeit voran. Die Tribüne nimmt Formen an, das künftige Innenleben des 13.000-Zuschauer-Schmuckstücks aber sorgt weiter für Ärger. Fans fordern ein Museum und wettern gegen eine geplante Polizei-Wache.
Der „Kampf um die Gegengerade“ nimmt parallel zu den Arbeiten noch einmal mächtig Fahrt auf. Unter anderem die „Sozialromantiker“, die ihrem Unmut bereits in der Vergangenheit bei anderen brisanten Themen Luft verschafften, machen Druck.
„Kein Mensch will eine riesige Bullenwache in unserem Stadion! Niemand! Selbst die Hamburger Polizei findet das nicht die allerbeste Idee“, schreiben sie in deutlichen Worten auf ihrer Homepage. Sönke Goldbeck von der „AG Stadionbau“, die sich für die vom Neubau betroffenen Fans einsetzt, sagt: „Das Thema Polizeiwache im Stadion hatte eine hohe Eigendynamik angenommen, wir haben das Gefühl, dass sich der Verein konsequenter um eine Lösung hätte bemühen müssen.“
Als Alternative zur stadioninternen Wache wird ein Neubau bzw. eine Sanierung der Domwache diskutiert. Das aber droht am Geld zu scheitern. „St. Pauli hat bei uns wegen einer Lösung in der Domwache angefragt. Das ist eine Kompromisslösung, mit der die Polizei leben könnte. St. Pauli müsste in dem Fall aber die Wache ertüchtigen. Das wurde bereits von Vereinsseite geprüft und verworfen“, sagte Polizeisprecher Mirko Streiber.
Damit ist das Thema nicht vom Tisch. St. Paulis Vize-Präsident Dr. Gernot Stenger erklärt: „Das Präsidium bemüht sich seit Monaten um eine externe Lösung.“ Wie die aussehen könnte, diskutieren auch die Fans. In einem Blog wird unter dem Motto „Museum statt Goliath-Wache“ zu einem Treffen am Freitag um 19 Uhr im „Centro Sociale“ aufgerufen. Der Kampf um die Gegengerade – es scheint noch alles offen.