„Wieder normal“: Wimberg bei den Towers plötzlich wie ausgewechselt

Jan Niklas Wimberg bei einem Spiel der Towers
Überzeugt jetzt auch mit Zug zum Tor: Niklas Wimberg machte zuletzt 19 Punkte gegen Vechta und 14 gegen Bonn.

Seine jüngste Bestmarke darf ruhig ein bisschen länger gültig sein. Beim Sieg der Hamburg Towers in Bonn schnappte sich Niklas Wimberg 13 Rebounds, sieben unter dem gegnerischen, sechs unter dem eigenen Korb. Persönlicher Bestwert für den 29-Jährigen in der Kategorie, den Ball nach einem misslungenen Wurf für das eigene Team zu sichern. Am Samstag im Heimspiel gegen Heidelberg sollen nur Defensiv-Rebounds dazu kommen, „weil alle unsere Würfe reingehen“. Damit würden die Türme ihre Playoff-Aussichten signifikant erhöhen.

„Wir haben aus Fehlern gelernt und wissen jetzt, was wir machen müssen, um enge Spiele noch zu drehen“, führt Wimberg im Gespräch mit der MOPO aus: „Wir haben als Mannschaft ein Selbstbewusstsein entwickelt und grooven uns immer mehr rein.“

Wimberg galt im Sommer als Top-Transfer der Towers

Für ihn gilt dies besonders. Mit Bayern München wurde er 2024 Deutscher Meister und Pokalsieger, sein Wechsel nach Hamburg galt im Sommer als Königstransfer der Towers. Doch in einem Testspiel gegen Braunschweig brach sich der Power Forward das Bein und brauchte Monate, um wieder spielfähig zu sein. Erst im November gab er sein Towers-Debüt. „Wegen der hohen Spielbelastung ist es eine Gratwanderung, während der Saison zurückzukommen“, sagt Wimberg: „Machst du jetzt gerade zu viel? Oder musst du vielleicht mehr machen? Du musst dann ja nicht für fünf oder zehn Minuten fit sein, sondern für 25 oder mehr.“

Beim Star-Ensemble in München kam der gebürtige Oldenburger auf einige Minuten pro Partie, in Hamburg soll er Führungsspieler sein – und füllte diese Rolle bei den beiden jüngsten Siegen auf beeindruckende Weise aus. „Der Körper fühlt sich jetzt wieder normal an“, sagt Wimberg: „Wenn man von einer Verletzung zurückkommt, hat man oft Situationen, dass der Kopf eine Sache sieht und eine gewohnte Bewegung machen will. Aber der Körper setzt das nicht so um, wie man es gewohnt ist. Das macht dann natürlich auch etwas mit deinem Selbstbewusstsein.“

Wimberg will am Wochenende gleich zwei Siege feiern

Auf seinem linken Oberarm prangt ein Tattoo vom Eiffelturm, darunter in Französisch das Bertolt-Brecht-Zitat „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“. Es gehe darum, dass man „aus seiner Komfortzone rausgeht und um Sachen kämpft, die man erreichen will“, erklärt Wimberg.

Die nächste Sache ist ein Sieg am Wochenende. Oder besser zwei, denn am Sonntag können die Red Kangaroos Leitershofen mit einem Heimsieg gegen Ludwigsburg die Südgruppe der 2. Bundesliga Pro B für sich entscheiden.

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Wimberg ist seit dieser Saison einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Drittligisten mit dem schönen Namen aus der Nähe Augsburgs. „Das Projekt ist spannend, die Gegend ist schön, der Verein ist toll, die Fans sind super“, schwärmt er und spricht vom „nachhaltigen Wachstum“, das er mit den bayerischen Schwaben erreichen will: „Dass es so schnell geht, war gar nicht geplant.“ Aber dass er auch mit Geduld erfolgreich sein kann, beweist Wimberg gerade mit den Towers.