„War mir zu viel“: Towers verlieren Kampf gegen Ulm – bedeutungsloser Endspurt?
War‘s das schon wieder mit den Play-in-Träumen der Veolia Towers Hamburg? Nach dem gesicherten Klassenerhalt schafften es die Türme nicht, das Emotions-Hoch in die Partie gegen ratiopharm Ulm zu transportieren. Im ersten der vier angekündigten „Endspiele“ unterlagen die Towers mit 72:81 (32:42). Dadurch verliert der anstehende Saisonendspurt aus sportlicher Sicht wohl an Bedeutung.
Für die Towers war es das altbekannte Bild der letzten Wochen, in denen immer abwechselnd nach oben Richtung Play-ins und nach unten Richtung Abstieg geschaut wurde. Nur eins war anders. Nach unten musste gar nicht mehr geblickt werden. Der Klassenerhalt war sicher, also durfte der Blick wieder vorsichtig auf Rang zehn fallen, den es für die Play-ins benötigt. Nur einen Sieg fehlte den Türmen auf Zehntplatzierten Rostock, die parallel gegen Ludwigsburg antraten.
Towers starten schwach – Ulm im Glück
Der Start erinnerte an das erste Viertel aus dem Spiel gegen Vechta. Offensiv ging wenig, defensiv gar nichts. Einfache Ballverluste sorgten für die frühe 10:0-Führung der Gastgeber (4.). Anschließend konnten sich die Towers fangen, jedoch nicht entscheidend zurückschlagen. Apropos schlagen: Zwei Sekunden vor Ende des ersten Viertels hatten die Ulmer gewaltig Glück, dass ein Ellenbogen-Schlag von Christopher Ledlum gegen Zacharie Perrin nur als unsportliches, und nicht als disqualifizierendes Foul gewertet wurde. Zumindest konnten die Türme aus den zwei Freiwürfen sowie dem Ballbesitz noch drei Punkte erzielen. So ging ein ereignisreiches erstes Viertel mit 29:20 für die Gastgeber zu Ende.
Auch in der Folge blieb das Spiel geprägt von seiner Intensität. Da kann man wortwörtlich schon mal den Durchblick verlieren. So geschah es LJ Thorpe im zweiten Viertel, nachdem er in einem Zweikampf eine Kontaktlinse verlor und zunächst vom Feld musste. Ulm-Trainer Ty Harrelson rannte nach einem kleinen Schubser von Devon Daniels im Dunk-Versuch eines Ulmers, der unbestraft blieb, aufs Feld und beschwerte sich lauthals. Unmittelbar danach ging es für beide Teams mit jeweils zwölf Fouls in die Pause.
Devon-Daniels-Show reicht nicht aus
„Mir war das ein bisschen zu viel“, verriet Benka Barloschky in der Halbzeitpause bei Dyn. „Das war kein schönes Spiel. Ich würde mir wünschen, dass in der zweiten Hälfte ein bisschen mehr Basketball zustande kommt.“ Zumindest die Härte der Fouls nahm anschließend ab, mit einem 10:0-Lauf verkürzten die Türme, angeführt von Devon Daniels, den Rückstand auf fünf Punkte (51:46, 26.). Das brachte ihnen jedoch wenig, da die Ulmer mit acht unbeantworteten Punkten antworteten, sodass die Türme im letzten Viertel einem Zehn-Punkte-Rückstand hinterherliefen.
Im letzten Viertel ließen sich die Ulmer die Führung nicht mehr nehmen. Mit 72:81 unterliegen die Towers in Ulm. Die One-Man-Show von Devon Daniels reichte am Ende nicht für mehr. Mit 32 Punkten wurde er zum Towers-Topscorer und stellte damit seine Saison-Bestleistung ein. Der einzige Hamburger, der ebenfalls zweistellige Punkte warf, war Perrin (elf).
Breunig: „Das darf uns nicht passieren“
Martin Breunig, der das „Double-Double“ (neun Punkte, elf Rebounds) nur knapp verpasste, bemängelte am Dyn-Mikrofon besonders den erneut schwachen Start. „Wir laufen dann dem Rückstand hinterher, dann kann man das einfach nicht mehr aufholen. Das darf uns nicht passieren“, so Breunig. „Wir haben gekämpft und alles gegeben. Das zeigt, dass das Team noch weiter kämpfen will.“
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Für die Towers stehen jetzt noch drei Spiele an, denen man wohl aus sportlicher Sicht keine allzu große Bedeutung mehr zusprechen kann. Zwar verlor Rostock ebenfalls, doch mit drei verbleibenden Spielen wird es zunehmend schwierig für die Towers, an Oldenburg (13 Siege) und Chemnitz (14 Siege) vorbeizuziehen, gegen die die Türme den direkten Vergleich verloren haben. Das Team von Barloschky kann sich nun über eine Woche auf Bamberg vorbereiten. Am kommenden Sonntag reisen die Wilhelmsburger zum Tabellendritten.
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