Von den Bayern zu den Towers: Warum Wimberg für die Hamburger so wichtig ist

Niklas Wimberg lächelt im Gespräch mit Benka Barloschky
Niklas Wimberg (28, l.) ist für Trainer Benka Barloschky (36) der vielleicht wichtigste Spieler im Towers-Team.

Niklas Wimbergs Prämisse in diesem Sommer war klar: „Ich wollte wieder in einer Situation sein, wo jemand heiß drauf ist, mich zu verpflichten – wo ich richtig gewollt bin“, erklärt der 28-Jährige. Diesen Wunsch erfüllte ihm Towers-Trainer Benka Barloschky, der keinen Zweifel daran ließ, dass Wimberg sein absoluter Wunschspieler war.

Doch die Euphorie währte nur kurz – in einem Testspiel brach sich der Forward das linke Bein und fiel fast drei Monate aus. Eine frustrierende Zeit, die im November ein Ende gefunden hat. Vor welchen Herausforderungen Wimberg nun steht und wie er seine Rolle im Team sieht, hat er der MOPO im Gespräch verraten.

Beinbruch: Wimberg „tat es weh“, Towers nicht zu helfen

Vom Ergänzungs- zum Führungsspieler. Barloschky hatte Wimberg diese Möglichkeit eröffnet. Der Forward ergriff die Chance, wechselte von München nach Hamburg. „Ich wollte wieder Spaß am Basketball haben“, sagt Wimberg. „Den Spaß hatte ich in den ersten Wochen auch – bis zu meiner Verletzung.“

Wimberg war zum Zuschauen verdammt und musste mit ansehen, wie die Türme nach einem vielversprechenden Start in die Saison immer weiter abrutschten. „Es tat weh, nicht ins Spiel eingreifen zu können“, sagt der 2,07-Meter-Mann. „Ich habe trotzdem versucht, von der Seitenlinie mit Tipps zu helfen. Ich wollte als Führungsspieler da sein.“

Towers-Forward Wimberg sieht sich als „Führungsspieler“

Knapp zwölf Wochen nach seiner Verletzung feierte Wimberg endlich sein Pflichtspieldebüt für die Towers und zeigte direkt, wie wichtig er für das Team ist. Der 28-Jährige fungiert als verlängerter Arm des Trainers. „Als einer der Führungsspieler hat man die Aufgabe, die Kommunikation zwischen Trainer und Team herunterzubrechen, noch einmal genauer zu erklären oder eben zu übersetzen“, sagt er.

Doch auch Wimberg, der die Erfahrung von 225 BBL-Spielen auf seiner Visitenkarte stehen hat, befindet sich in Hamburg in einer Lernphase. Noch läuft nicht alles rund, was auch bei der 82:93-Niederlage im Eurocup in Bourg-en-Bresse zu sehen war. Wimberg machte in Frankreich fünf Punkte. „Ich war schon mal einer der Führungsspieler“, erinnert er sich vor allem an seine Zeit in Chemnitz, „aber die Situation hier ist neu für mich. Deswegen lerne auch ich noch viel. Und jeden Tag lerne ich, wie ich diese Rolle zu verkörpern habe.“

Hamburg-Rekordspiel: Wimberg spielte vorher für Bayern

Barloschkys Wunsch-Neuzugang gibt alles für die Towers und freut sich, wieder spielen zu können, wobei ein Spiel für ihn eine besondere Brisanz hat: Neben Brae Ivey und Leif Möller ist Wimberg einer von drei Towers, die in der vergangenen Saison beim Rekordspiel der Hamburger dabei waren. Der Unterschied zu den anderen beiden ist, dass Wimberg im vergangenen Jahr noch auf der Seite der Münchner stand. „Das war eine unglaubliche Atmosphäre und Hamburg hätte uns fast geschlagen“, erinnert sich der gebürtige Oldenburger.

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Auf diese „unglaubliche Atmosphäre“ freut er sich auch im April, wenn es zur Neuauflage in der Barclays Arena kommt. Und auch diesmal will er wieder gewinnen – mit den Towers.