Towers gegen Rostock

In einem umkämpften Spiel setzen sich die Towers am Ende knapp durch Foto: WITTERS/LeonieHorky

Nach Verlängerungs-Drama: Towers sichern Klassenerhalt im Derby

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Bei den Veolia Towers Hamburg weiß man derzeit einfach nicht, woran man ist. Klar ist nur: nach unten muss man nicht mehr schauen. Nach den beiden verlorenen „Big Games“ gegen den MBC und Vechta meldeten sich die Türme im Inselpark vor 2343 Zuschauenden mit einem 91:86 (43:36)-Sieg (n.V.) im Nord-Ost-Derby gegen die Seawolves Rostock zurück. Durch den Sieg ist der Klassenerhalt für die Towers damit auch rechnerisch nicht mehr in Gefahr. Obendrein könnte sich plötzlich wieder ein kleiner Türspalt Richtung Platz zehn und somit für die Playoff-Qualifikation öffnen. Doch zunächst hieß es nach der packenden Schlussphase: durchatmen.


Zusammenfassung:

  • Die Veolia Towers Hamburg gewinnen das Derby gegen Seawolves Rostock mit 91:86 (n.V.).
  • Der Klassenerhalt der Towers ist nach dem Sieg rechnerisch gesichert.
  • Die Möglichkeit für die Playoff-Qualifikation eröffnet sich bei Platz 10.

Nach dem Nordderby war für die Towers vor dem Nord-Ost-Derby. Entsprechend ging es im Nachholspiel gegen Rostock auch darum, die Derby-Pleite gegen Rasta Vechta wettzumachen. Gegen Vechta war es vor allem das erste Viertel, das das Team rund um Trainer Benka Barloschky zum Grübeln brachte – und zur Niederlage. Mit einem Sieg hatten die Towers zudem die Möglichkeit, auch die letzten rechnerischen Zweifel am Klassenerhalt aus der Welt zu schaffen und die letzten Playoff-Hoffnungen am Leben zu halten.

Towers zeigen sich konstanter – und profitieren von schwachen Gästen

Anders als noch beim 0:23-Lauf gegen Vechta ließen die Towers im ersten Viertel nie mehr als zwei Versuche der Gäste unbeantwortet. Bereits nach weniger als drei Minuten erzielten die Türme mehr Punkte (elf) als im gesamten ersten Viertel gegen Vechta (zehn). Auf beiden Seiten kam es zu zahlreichen Ballverlusten, die jedoch oft unbestraft blieben. Somit ging es mit einem Stand von 19:18 ins zweite Viertel.

In der ersten Hälfte profitierten die Towers vor allem von den Fehlern der Gäste. Gegen Vechta hatte Barloschky noch bemängelt, dass man zu sehr auf das „Besondere“ gesetzt hätte. Das taten die Türme gegen Rostock nicht. Ohne komplizierte Spielzüge kam das Heimteam langsam an seine Punkte, während die Gäste ihre Chancen nicht nutzten und eine schwache Fieldgoal-Quote aufwiesen (14/42, 33 Prozent). So kamen die Türme in den Genuss einer 43:36-Führung zur Halbzeit.

Viele Fehler auf beiden Seiten sorgen für spannende Schlussphase

In ungewohnter Rolle zeigte sich Martin Breunig, der sich mehrfach aus der Distanz versuchte. Dreimal setzte er innerhalb der ersten 23 Minuten zum Dreier an – und traf zweimal. Damit stellte er seine jeweiligen Saisonrekorde für Dreier-Versuche und -Treffer bereits früh ein.

Beide Teams hatten ihre Hochs und Tiefs, zeigten sich aber kaum von ihren besten Seiten. Während die Gäste auch zehn Minuten vor Schluss nur 33 Prozent ihrer Würfe verwandelten, hatten die Towers große Probleme unterm offensiven Brett. Im Gegensatz zu den Rostockern (23) gewannen die Türme lediglich sieben offensive Rebounds. So ging es mit einem leistungsgerechten 56:56-Unentschieden ins letzte Viertel.

Beide Teams vergeben ihre Chance auf den Sieg – es geht in die Verlängerung

Auch zwei Minuten vor Schluss war das Spiel vollkommen ausgeglichen (78:78). Die Fehler hatten sich mittlerweile reduziert, beide Teams gingen aufs Ganze. 30 Sekunden vor Schluss verspielten die Towers beim Stand von 80:80 ihren Ballbesitz. Nun lag es bei den Gästen, die sechs Sekunden für einen erfolgreichen Wurf hatten. Doch auch Rostocks Topscorer TJ Crockett Jr. (25 Punkte) konnte seine Chance nicht nutzen. Es ging in die Verlängerung.

Es war erst das zweite Mal, dass die Towers in dieser Saison die Extraminuten spielen mussten. Und das zweite Mal war es ein Derby. Im Hinspiel gegen Vechta verloren die Türme im November nach Verlängerung mit 95:97. Nach der regulären Spielzeit stand Zacharie Perrin im Mittelpunkt und überzeugte in der Defensive durch Blocks und Rebounds. Vorne vergab Perrin zunächst zwei Freiwürfe, ehe er seinen Alley Oop in Zusammenarbeit mit LJ Thorpe zum 86:81 verwandelte (40.+3).

Towers sichern den Klassenerhalt – Barloschky wusste es nicht

Diese Führung ließen sich die Towers nicht mehr nehmen. Mit 91:86 (43:36) entschieden sie das Nord-Ost-Derby für sich und sicherten sich damit den Klassenerhalt. Towers-Topscorer wurde Devon Daniels mit 22 Punkten. Es folgte ein kurzer Jubelkreis und vor allem die große Erleichterung.

„Ich habe das ehrlich gesagt erst nach dem Spiel realisiert“, behauptete Barloschky, der bekanntlich nie auf die Tabelle guckt, nach dem Spiel. „Ich bin einfach froh, dass wir es geschafft haben.“ Für den ganz großen Rückblick war es dem Coach zu früh. „Vielleicht in drei, vier Jahren, wenn so richtig Abstand ist. Dann wird man das erst wertschätzen können, was das für eine Riesenleistung ist“, so Barloschky, der den Abend für die Spielanalyse nutzen wolle. Für ein Glas Rotwein soll jedoch noch Zeit sein. Ein wenig emotional wurde er dann noch: „Ich liebe diesen Beruf, ich habe mir das unfassbar hart erarbeitet. Ich habe so viel Energie und Schweiß in diesen Job reingesteckt und habe auf diese Traumkarte Basketball gesetzt. Ich liebe das, morgen wieder zur Arbeit zu gehen, das ist einfach mein Traumberuf.“

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Schließlich geht es für die Towers nach den beiden Derbys im Inselpark schon am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Ulm weiter. Dann soll der Traum von Platz zehn weiter in den Fokus rücken und greifbarer werden. Mit dem Sieg stehen die Towers derzeit bei 13 Siegen und damit bei einem Erfolg weniger, als der aktuelle Zehntplatzierte, die Rostock Seawolves. Durch das gewonnene Nachholspiel haben die Towers am 10. Mai im Rückspiel gegen Rostock zudem die Chance, den direkten Vergleich gegen den direkten Konkurrenten für sich zu gewinnen.

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