Towers-Wahnsinn in Heidelberg! Hamburger gewinnen Overtime-Krimi
Was für ein Krimi im Keller! Bei den MLP Academics Heidelberg ist den Veolia Towers Hamburg im letzten Auswärtsspiel des Jahres der zweite Sieg in dieser Bundesliga-Saison gelungen. Die Hamburger überholten damit die Gastgeber und klettern auf Platz 16. Das 111:108 (19:20, 20:22, 28:21, 26:30, 18:15) nach Verlängerung war dabei nichts für schwache Nerven.
Gegen Alba Berlin hatten die Hanseaten am 14. Dezember ihre Niederlagenserie nach 24 Pleiten endlich beendet (99:80) und selbst im Eurocup gegen Aris Saloniki hatten sie sich wacker geschlagen und die Partie erst in den letzten Sekunden aus der Hand gegeben (89:92). Beim Tabellennachbarn, der selbst gerade einmal zwei Saisonsiege auf dem Konto hat, konnte man nun an diese positive Serie anknüpfen.
Schwacher Start in die Partie
Doch zu Beginn der Partie erinnerte der Auftritt der Hamburger eher an die Leistung der vorangegangenen Monate. Die Towers fanden keinen Zugriff, agierten in der Offensive zu hektisch. Nach mehr als vier gespielten Minuten hatte das Team erst drei Punkte erzielen können, während die Anzeigetafel bereits 10 Heidelberger Scores verkündete. Benka Barloschky griff sofort zur Auszeit. „Es gibt wirklich keinen Grund zur Sorge“, versicherte der Coach seinen Spielern aufmunternd. Stattdessen forderte er sie zu mehr Mut auf.
Barloschky fordert mehr Mut
Die frühe Motivationsrede zeigte sofort Wirkung. Leonard Thorpe eröffnete mit einem Dreier und rückte die Mannschaft wieder näher an ihren Gegner heran. Auch danach wurden sie selbstbewusster. Kurz vor Ende des Viertels gingen die Hanseaten zum ersten Mal im Spiel in Führung (17:19). Heidelberg hatte es nur einem erfolgreichen Distanzwurf von Kevin McClain zu verdanken, dass sie trotzdem mit einem Punkt Abstand in die erste Pause gehen durften.
39:42-Rückstand zur Halbzeitpause
Nach Wiederanpfiff fand das Duell weiter auf Augenhöhe statt. Trotzdem konnten es die Türme nicht verhindern, dass die Gastgeber zunächst wieder davonzogen. Grund dafür war unter anderem die schwache Dreier-Quote der Towers, die zur Hälfte des Spiels bei gerade einmal 18 Prozent lag. Auf der anderen Seite unterliefen den Heidelbergern immer wieder individuelle Fehler, die es dem Team von Barloschky ermöglichten, trotzdem dranzubleiben. In der Halbzeit betonte der Trainer bei Dyn lobend, „dass wir bisher nicht unser bestes Basketball gespielt haben und trotzdem nur drei Punkte tief sind“. Der 39:42-Rückstand sei für ihn kein Grund zur Beunruhigung, sondern zur Hoffnung.

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In den ersten Minuten des dritten Viertels waren beide Teams wie ausgewechselt. Während Hamburg mutiger und effizienter spielte, wirkten die Heidelberger völlig perplex, sogar beinahe unfähig, dagegenzuhalten. Als sie sich wieder berappelt hatten, lagen die Gäste bereits mit acht Punkten in Führung. McClain brachte die Heidelberger mit der Schlusssirene allerdings noch auf 63:67 ran.
Verlängerung nach Dreier-Show
Die nächsten neun Punkte aber gingen wieder an die Towers. Und so deutete acht Minuten vor dem Ende angesichts einer 13-Punkte-Führung alles auf einen Sieg der Hamburger hin. Heidelberg aber rückte wieder näher heran. Michael Weathers verwandelte innerhalb von nicht einmal zwei Minuten vier (!) Dreier in Folge. Und weil sich die Towers zu viele Ballverluste leisteten, stand es dreieinhalb Minuten vor Schluss 83:80 für Gastgeber.
Aber die Hamburger zeigten ihr Kämpferherz, kamen grandios zurück. Kenneth Ogbe, Niklas Wimberg und Thorpe verwandelten drei Dreier in 73 Sekunden. Hamburg war wieder vorn, kassierte durch Heidelbergs nächsten Dreier aber 21 Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 93:93. Eine Sekunde vor Schluss hatte dann Ross Williams, die Chance, das Spiel für Hamburg zu entscheiden, sein Dreier aber wurde geblockt, nach einer Auszeit kam Martin Breunig noch zum Dreier-Versuch. Auch der ging nicht rein. Overtime.
Towers erkämpfen sich Führung
In der erwischte Heidelberg den besseren Start (100:95). Die Towers aber kamen einmal mehr zurück – auch dank ihres besten Werfers an diesem dramatischen Abend: Zsombor Maronka (24 Punkte, fünf Rebounds). Sein Korb zum 106:104 legte den Grundstein für den Erfolg.
Ausgleichs-Möglichkeit 2,2 Sekunden vor Schluss
In der Halle saß kein Zuschauer mehr. 2,2 Sekunden standen noch auf der Uhr. Dieses Mal war Heidelberg in der Offensive und es war Damariae Horne, der zum Dreier ansetzte, um die nächste Verlängerung zu erzwingen. Der Ball aber ging an den Rand des Korbes.
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Der zweite Sieg der Hamburg Towers stand fest. Ein Erfolg, der nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt, sondern auch zum Saisonende noch einmal ganz entscheidend werden könnte. Zunächst aber wollen die Türme am 27. Dezember im Inselpark gegen die EWE Baskets Oldenburg (16.30 Uhr) den Jahresabschluss perfekt machen, um sich dann in 2026 aus dem Tabellenkeller zu verabschieden.
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