„Schlag ins Gesicht“: Hamburg Towers unterliegen Oldenburg deutlich
Die Euphorie war groß in Wilhelmsburg. Nach zuletzt zwei BBL-Siegen in Serie schien der Negativtrend durchbrochen, mit einem weiteren Erfolg gegen Kellerkind Oldenburg wollten die Veolia Towers Hamburg den nächsten direkten Konkurrenten distanzieren und sich mit einem guten Gefühl aus dem Liga-Jahr verabschieden. Umso enttäuschender war, was sich am Samstagnachmittag auf der Platte ereignete: Mit einer deftigen 69:94-Niederlage beenden die Hamburger das Bundesliga-Jahr 2025.
Nachdem die Türme zuletzt ihre Negativserie mit zwei Liga-Siegen in Folge durchbrechen konnten, betraten sie im Nord-Derby erstmals in dieser Saison das Spielfeld, ohne dabei auf einem Abstiegsplatz zu stehen. Am Samstag ging es darum, sich im Abstiegskampf weiter Luft nach unten zu verschaffen.
Hamburg Towers: Deutliche Niederlage gegen EWE Baskets Oldenburg
Und welches Spiel hätte sich dafür besser eignen können als das letzte Heimspiel des Kalenderjahres im Kellerduell gegen den Tabellenletzten aus Oldenburg in der ausverkauften Inselpark Arena vor 3400 Zuschauern?
Besser ins Spiel kamen jedoch die Gäste, die vor allem bei den Defensiv-Rebounds hellwach und zudem zielsicher aus der Ferne agierten und Mitte des ersten Viertels bereits mit stolzen elf Punkten in Front lagen. Einer Energieleistung von Ross Williams gegen Ende des Durchgangs mit sieben Punkten binnen weniger Augenblicke war es zu verdanken, dass die Türme noch auf 17:20 verkürzen konnten.
Towers-Führung hat nicht lange Bestand
Spätestens ab diesem Punkt wähnten sich die Gastgeber im Spiel, das zweite Viertel wusste das Team von Trainer Benka Barloschky von Beginn an deutlich ausgeglichener zu gestalten. Daran änderten auch zwei vergebene Freiwürfe des Ex-Oldenburgers Kenneth Ogbe unter lautstarken „Kenny ist nervös“-Gesängen aus dem Gästeblock nichts: Nach knapp drei Minuten im zweiten Durchgang gingen die Towers erstmals in Front.
Das Problem: In einen dauerhaften Schlagabtausch oder gar eine deutlichere Führung konnte das Zwischenhoch nicht konserviert werden. Stattdessen lagen die effizienten Oldenburger noch vor Ende der ersten Hälfte wieder komfortabel vorne. „Wir hätten die erste Halbzeit nutzen können, um uns eine Führung herauszuspielen. Das haben wir nicht geschafft, weil wir einfach nicht klar genug gespielt haben“, monierte Trainer Benka Barloschky.
Oldenburg zwischenzeitlich 26 Zähler in Front
Und es sollte in der zweiten Hälfte nicht besser werden: Statt zur Aufholjagd zu blasen, blieben die Towers in den ersten drei Minuten des letzten Durchgangs gänzlich ohne Punktgewinn. Der Rückstand wurde zunehmend uneinholbar, betrug zwischenzeitlich 26 Zähler. „In der zweiten Halbzeit hat es Oldenburg noch mehr geschafft, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Wir haben einfach keine Lösung gegen ihr Spiel gefunden“, so Barloschky.

Umgehend schien die Verunsicherung bei den Towers zurückgekehrt zu sein: In Ballbesitz präsentierten sich die Hamburger ideenlos, häufig endeten die Angriffe mit unnötigen Ballverlusten, die in weiteren Punkten für den Gegner und letztlich in einer vielleicht ein paar Zähler zu deutlichen 69:94-Pleite mündeten.
„Schlag ins Gesicht“, aber kein Rückschritt?
Von einem Verfall in alte Muster nach dem zuletzt erkennbaren Formanstieg wollten die Protagonisten jedoch nichts wissen. „Ich würde nicht sagen, dass es ein Rückschritt war“, befand Hamburgs Top-Scorer Ross Williams (17 Punkte). „Heute war es ein Schlag ins Gesicht. Jetzt geht es darum, wie wir im nächsten Spiel zurückschlagen.“
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Barloschky schlug in die gleiche Kerbe und betonte mit Blick auf die mit „wahnsinnig viel Qualität“ ausgestatteten Oldenburger: „Wir haben heute gegen einen besseren Gegner verloren. Aber es ist jetzt keine größere Niederlage.“ Geringer wird die Qualität der Kontrahenten jedoch nicht, im Gegenteil: Zum Jahresauftakt geht es am Freitag zum Tabellenzweiten nach Würzburg, vorher wartet noch das Eurocup-Auswärtsspiel beim türkischen Vertreter Bahcesehir Koleji.
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