„Riesige Gräben tun sich auf“: Änderung in der Basketball-Welt trifft auch die Towers

Marvin Willoughby und Benka Barloschky nebeneinander auf dem PK-Podium
Sportchef Marvin Willoughby (l.) und Coach Benka Barloschky sprachen unter der Woche ausführlich über den Weg der Hamburg Towers.

Teambus-Besichtigung, Autogrammstunde, Freigetränke – die Veolia Towers Hamburg lassen ihre Saison am Freitagnachmittag beim Fanfest locker ausklingen. Das Verpassen der Playoffs schmerzt – und eine College-Regelung aus den USA stellt die Nachwuchsarbeit der Türme in Frage.

„Es ist eine wirklich wilde Situation, in der sich riesige Gräben auftun“, schildert Sportchef Marvin Willough­by die Situation: „Das hat Auswirkungen auf die ganze Basketball-Welt.“ Hintergrund ist die NIL-Regelung, die es US-amerikanischen Hochschulen erlaubt, ihre Sportler zu entlohnen. Zwar dürfen Studenten nach wie vor kein reguläres Gehalt beziehen, aber durch Vergütungen für Namens- und Bildrechte kommen viele Spieler auf sechsstellige Einkünfte. Das macht die College-Liga auch für europäische Talente finanziell attraktiv.

College-Regelung gestaltet die Nachwuchsarbeit schwierig

„Wir sind ein klassischer Ausbildungsverein“, beschreibt Willoughby die Rolle der Towers im Millionenspiel. Zuletzt kam mit Nelson Martin ein 18-jähriger Guard vom Kooperationspartner Rist Wedel in der Bundesliga zum Einsatz. „Er ist ein Beispiel, dass es möglich ist, bei uns in der Jugend anzufangen und dann aufs Bundesliga-Parkett zu kommen“, sagt Trainer Benka Barloschky.

Eigene Talente zu fördern, lohnt sich für die Towers allemal – aber die Verlockung, schon in jungen Jahren den Sprung über den „Großen Teich“ zu wagen, steigt angesichts der hohen Geldbeträge und der kaum regulierten Transfersituation auf dem US-Markt.

Nelson Martin von den Hamburg Towers
Nelson Martin (l.) spielte für die Towers seine ersten zehn Erstliga-Minuten.

„Alle wissen, dass etwas passieren muss, aber keiner weiß genau, wie es weitergeht“, resümiert Willough­by. In der näheren Zukunft soll den Towers zumindest die Gruppe deutscher Spieler um Benedikt Turudic, Niklas Wimberg und Osaro Rich erhalten bleiben. Es sei „fast schon Luxus, dass wir den deutschen Kern zusammenhalten können“, sagt Coach Barloschky angesichts der auch schon vor der NIL-Regelung großen Wechselfreude im Basketball.

Towers-Boss Willoughby: Playoffs bleiben in Reichweite

„Wir spielen seit Jahren um die Playoffs und werden das auch nächstes Jahr tun“, gibt Willoughby nach dem enttäuschenden 13. Platz mit zuletzt fünf Pleiten in Folge als Parole aus. Im Juni dürfte sich entscheiden, ob die Towers weiterhin am Eurocup teilnehmen oder an einem anderen europäischen Wettbewerb.

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Vorher gibt es beim Fanfest Musik von DJ Direction. In welche Richtung es für die Türme und ihre Talente geht, wird allerdings nicht auf dem Plattenteller entschieden.