Zacharie Perrin erlebte bei seinem Comeback auch eine Flugeinlage des Jenensers Uchenna Iroegbu.

Zacharie Perrin erlebte bei seinem Comeback auch eine Flugeinlage des Jenensers Uchenna Iroegbu. Foto: IMAGO/Alexander Trienitz

Perrin-Comeback misslingt! Hamburg Towers müssen nach Pleite in Jena weiter zittern

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Der Abstiegskampf setzt sich fort: Die Hamburg Towers verloren beim Bundesliga-Aufsteiger Science City Jena mit 95:106 (20:33, 21:28, 28:23, 26:22) und müssen weiter nach unten blicken. Eine katastrophale Anfangsphase ließ den Hamburgern in Thüringen kaum noch eine Chance – auch wenn ein hoffnungsvolles Comeback zu verbuchen war.

Zach is back! In Jena feierte der 21-jährige Franzose Zacharie Perrin nach seinem Mittelhandbruch die Rückkehr ins Team der Hamburg Towers. Mit einem Alley Oop nach Zuspiel von Devon Daniels sammelte Perrin in der siebten Minute seine ersten Bundesliga-Punkte seit Ende Januar – doch viel mehr Grund zur Freude gab es aus Hamburger Sicht nicht.

Ausgerechnet mit dem Rebound-Experten Perrin zurück an Bord ließen die Towers zu Beginn alle Tugenden bei der Jagd nach zweiten Bällen vermissen – und auch die zuletzt starken Defensivleistungen schienen der Vergangenheit anzugehören. Bereits nach 91 Sekunden sah sich Trainer Benka Barloschky zur ersten Auszeit gezwungen: Jena hatte seine Türme regelrecht niedergerannt und lag mit 9:1 vorn.

Hamburger Fehlstart: 16 Punkte Rückstand nach sechs Minuten

William McNair erhöhte erst noch auf 11:1 für die Thüringer, ehe Ross Williams den ersten Hamburger Korb aus dem Spiel heraus erzielte. Perrin vergab zwei Freiwürfe, es wurde nicht besser – die Towers lagen nach sechs Minuten mit 7:23 in Rückstand.

Im zweiten Viertel zeigten sich die Wilhelmsburger zunächst energischer, konnten die Dreier-Würfe Jenas aber nach wie vor nicht effektiv einschränken und kamen offensiv nicht genug zum Zuge, um diesen Makel irgendwie auszugleichen. Als Daniels bei einem drohenden Turnover bäuchlings nach dem Ball krabbelte, dessen Lauf ins Aus aber nicht mehr verhindert konnte, war dies ein aussagekräftiges Bild fürs gesamte Team: Die Towers lagen am Boden.

Barloschky flucht und Fordert: „Get a f***ing rebound“

Der Coach wollte sie wieder aufbauen. Nach siebzehneinhalb Minuten rief Barloschky zur zweiten Auszeit, die Towers lagen inzwischen mit 33:52 hinten. „Die Wirklichkeit sieht so aus“, belehrte er seine Spieler: „Entweder sie punkten oder sie holen sich den Rebound.“ Seine drastische Forderung: „Get a f***ing rebound!“ Denn es gehe jetzt einzig darum, „die letzten zweieinhalb Minuten zu überleben“, um sich dann in der großen Pause noch einmal zu sammeln. In die ging es für die Türme schließlich mit 20 Punkten Rückstand.

Düstere Stimmung: Towers-Coach Benka Barloschky bei einer Auszeit IMAGO/Alexander Trienitz
Düstere Stimmung: Towers-Coach Benka Barloschky bei einer Auszeit
Düstere Stimmung: Towers-Coach Benka Barloschky bei einer Auszeit

Mit einem 8:0-Lauf setzte Barloschkys Team zur Aufholjagd an, doch Jena konterte einfach mit einem weiteren Dreier. Vor 2293 Zuschauer:innen holten die Towers langsam auf, zu langsam. Vor dem Schlussabschnitt betrug das Defizit immer noch 15 Zähler.


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Ein weiterer 6:0-Lauf am Anfang des vierten Durchgang ließ ahnen, was möglich gewesen wäre, wenn die Hamburger etwas früher dazu gekommen wären, die Kreise Jenas einzuschränken. Kurz darauf konnte Benedikt Turudic daran nicht mehr mitwirken, der Towers-Kapitän musste nach seinem fünften Foul vom Parkett. Weniger als neun Punkte Rückstand wurden es nicht mehr, am Ende stand aus Hamburger Sicht ein 95:106 auf der Anzeigetafel.

23 Daniels-Punkte reichen den Towers nicht

Auch wenn bei Perrin nach fast zweimonatiger Zwangspause noch längst nicht alles lief – erstens verbuchte er dennoch zwölf Punkte in den 17:15 Minuten, die er zum Einsatz kam. Und zweitens hat er vor seiner Verletzung oft genug gezeigt, wie wertvoll er für die Towers sein kann. Mehr Punkte erzielten nur Daniels (23) und LJ Thorpe (13). Williams (11) und der anfangs unglückliche Kenneth Ogbe (10) punkteten ebenfalls zweistellig. „Wir müssen jetzt nach Hause fahren, uns das Spiel nochmal angucken und schauen, wie wir uns verbessern können“, gab sich Daniels beim Streamingdienst „Dyn“ nach der Pleite wortkarg.

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Mit 9:15 Siegen fielen die Towers hinter Jena (10:15) wieder auf Platz 15 zurück. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen Heidelberg (6:19) und Braunschweig (5:19) ist noch komfortabel, aber auch kein allzu gutes Ruhekissen – zumal am Sonntag Meister Bayern München in die Barclays Arena kommt.

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