Oster-Party im Inselpark: Towers dürfen wieder von den Playoffs träumen
Was gibt es Schöneres, als am Ostersonntag im Inselpark ein Spiel der Veolia Towers Hamburg zu verfolgen? Das dachten sich zumindest 3015 Zuschauende beim Spiel gegen die Skyliners Frankfurt. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Zumindest diejenigen, die es mit der Heimmannschaft hielten. In einem zunächst ausgeglichenen Spiel nahmen die Türme in der zweiten Hälfte das Zepter in die Hand. Mit dem 97:75 (42:43)-Sieg dürfte der Abstieg bei den Norddeutschen kein Thema mehr sein – viel mehr dürfte der Blick der Towers langsam Richtung Play-ins gehen.
Geht der Blick nach oben oder nach unten? Unter dieser Frage stand das Spiel gegen die Skyliners für die Towers. Der MBC (11:17 Siege) gewann gegen die Bayern, Oldenburg (12:16) schlug Alba Berlin, Braunschweig (6:21) konnte Ulm niederringen. Umso wichtiger war es für die Towers (vor dem Spiel 11:15), gegen den unmittelbaren Konkurrenten Frankfurt (12:15) zu punkten.
Nachdem sich die Towers von den gröberen Abstiegssorgen lösen konnten, ging es nun um die Ambitionen für den Rest der Saison. Das Ziel war klar: sich mit einem Sieg endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden und weiter an die Play-in-Plätze aufschließen.
Towers verpassen Start – und antworten mit starkem Lauf
Anders als bei den vergangenen beiden Siegen der Wilhelmsburger verschliefen sie den Start und lagen schnell mit elf Punkten zurück (13:24, 10.). Anschließend fingen sich die Türme jedoch, kamen zurück und drehten auf 38:33 (17.). Die erste Halbzeit fand keinen klaren Gewinner. Beide Teams hatten ihre Läufe, aber auch ihre schwachen Phasen. 42:43 stand es zur Pause. Nicht zufrieden damit war Towers-Coach Benka Barloschky, der sich an der Seitenlinie ähnlich viel bewegte, wie die Spieler auf dem Platz.

In der Pause fand der Coach die richtigen Worte und Anpassungen. In der zweiten Hälfte zeigten die Türme wieder ihr Gesicht der vergangenen Wochen. Mit einem 14:0-Lauf kamen sie aus der Pause. Das dritte Viertel ging mit 29:13 deutlich an die Türme, sodass sie mit einer komfortablen 71:56-Führung in die letzten zehn Minuten gingen.
Türme siegen – und befreien sich endgültig aus dem Abstiegskampf
Die Führung ließen sich die Türme nicht mehr nehmen. Im Gegenteil! Zsombor Maronka (2) und Ross Williams (1) legten drei Dreier hinterher und erhöhten auf 80:59. Die Towers trafen am Ende, wie sie wollten, und verpassten die 100-Punkte-Marke nur knapp. Auch Ex-Tower William Christmas (10 Punkte, 7 Rebounds) konnte die Oster-Feier seiner alten Mannschaft (2023–2024) nicht verhindern. Towers-Topscorer wurde beim 97:75-Sieg Ross Williams mit 21 Punkten. Mit zwölf Siegen und sieben verbleibenden Spielen können die Towers langsam, aber sicher einen Blick nach oben wagen. Nur ein Sieg trennt die Türme von RASTA Vechta (13:15) auf Rang zehn.
Towers-Coach Benka Barloschky zeigte sich trotz des Sieges gewohnt vorsichtig mit dem Blick auf Tabelle. Wir haben uns nicht die zwölf Siege als Ziel gesetzt, sondern besser zu spielen. Dennoch spiele der Druck im Abstiegskampf eine große Rolle. Barloschky sei froh, dass sein Team diesem Druck nicht mehr allzu sehr ausgesetzt ist.
Williams: „Fühlen uns, als würden wir fliegen“
„Im ersten Viertel wurden wir ein wenig ausgespielt. Danach haben wir uns angeschaut und hatten einen guten Lauf, darauf kommt es an“, zog Ross Williams sein Fazit. „Wenn wir aufs Spielfeld treten, haben wir Vertrauen in uns. Wir gehen raus und fühlen uns, als würden wir fliegen“, so Williams. Auch der US-Amerikaner wollte noch nicht von den Play-Ins sprechen. „Wir fokussieren und immer auf das nächste Spiel und schauen dann, was passiert.“ Ob die Siegesserie Druck rausgenommen hat, antwortete Williams: „Basketballspielen ist unser Job, da gibt es nicht so viel Druck. Es gibt viel wichtigere Probleme in der Welt. Es ist ein Privileg, dass wir diesen Job haben und das zusammen erleben dürfen. Wir sind einfach dankbar und arbeiten weiter so hart, wie wir können.“
„Wir erkennen mittlerweile einfach, woran es liegt“, erklärte Kenneth Ogbe das neue Towers-Gesicht nach Rückständen. Entscheidend war am Ende wohl der 14:0-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte. „Wir spielen uns da einfach in so einen Moment rein, wo wir nicht mehr nachdenken. Da übernimmt dann einfach der Instinkt. Es lenkt einen nichts ab im Kopf“, so Ogbe über die wichtige Phase. „Bei mir ist es so, wenn es rechnerisch noch möglich ist, haben wir noch Hausaufgaben zu machen“, sagte Ogbe über die schrumpfenden Abstiegssorgen.
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Jetzt wird sich zeigen, ob die Towers mit dem vom Abstiegskampf befreiten Kopf frei aufspielen können, oder ob die neu gebotene Play-in-Chance im Gegenteil für unbekannten Druck sorgt. Erstmals kann sich das am Freitag (20 Uhr, Dyn) gegen den Syntainics MBC zeigen.
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