Nach schlimmem Start: Towers verlieren Nordderby – Playoff-Traum fast geplatzt
Ein Satz mit X. Anders ließ sich der Auftritt der Veolia Towers Hamburg gegen Rasta Vechta am Sonntagabend nicht beschreiben. Nach einem katastrophalen Start unterlagen die Türme im Nordderby mit 83:92 (28:53). In der ausverkauften Inselpark-Arena wurden den 3400 Zuschauenden die beiden Gesichter der Wilhelmsburger präsentiert – deren Playoff-Traum nun zu platzen droht.
Dass es im Rückspiel gegen Vechta für die Towers noch um die Playoffs gehen würde, war zum Zeitpunkt des Hinspiels im Dezember kaum vorstellbar. Die 95:97-Niederlage nach Verlängerung im Hinspiel war die achte Pleite im achten Spiel der Bundesliga-Saison und stellte damit den Towers-Tiefpunkt dar. Und jetzt ging es noch um so viel.
Derbysieg, wichtige Punkte im Rennen um Platz zehn und somit die Qualifikationsspiele für die Playoffs, und um den direkten Vergleich mit den Niedersachsen, die vor der Partie mit einer 14:15-Bilanz auf dem von den Wilhelmsburgern anvisierten zehnten Platz standen.
Towers verschlafen den Start durch 0:23-Lauf
Den Start ins Spiel verschliefen die Towers komplett. Mit 23 (!) unbeantworteten Punkten zogen die Gäste schnell davon. Unzählige Bälle schenkten die Türme ohne Not her. Speziell der sonst so gedankenschnelle Ross Williams ließ sich schon in den ersten Minuten mehrere Bälle klauen. So lief das Team des sichtlich unzufriedenen Trainers Benka Barloschky nach zehn Minuten bereits einem 10:33-Rückstand hinterher.
Auch im zweiten Viertel blieb es chaotisch. Es wirkte, als würden die Türme fünf verschiedene Sprachen sprechen. Und das, obwohl eigentlich beste Bedingungen vorlagen. Durch die Rückkehr von Martin Breunig konnte Barloschky auf die volle Kapelle zurückgreifen. 3400 Zuschauende sorgten zudem für ein volles Haus – und betrachten die teils erschreckend schwache Leistung der Türme. Auch die ersten fünf Freiwürfe fanden nicht den Weg in den Korb. Unterirdisch. Zur Halbzeit erhöhte sich der Rückstand aus Towers-Sicht auf 25 Punkte (28:53).
Devon Daniels startet den Comeback-Lauf
In der zweiten Hälfte fingen sich die Towers zunehmend. Im dritten Viertel erzielte Devon Daniels mit elf Punkten mehr, als die Türme im ersten Viertel zusammen. Der Vorsprung von Vechta wurde zunehmend kleiner, doch die Bürde aus den ersten zehn Minuten wog zu stark. Trotz einer stabileren Leistung der Türme liefen sie im letzten Viertel einem 17-Punkte-Rückstand hinterher.

Das konnte doch nichts mehr werden. Oder etwa doch? Denn plötzlich wurde es noch mal laut im Inselpark. Langsam, aber sicher schrumpfte der Rückstand zusammen. Die Towers wirkten auf einmal wacher, und wurden von der Halle nach vorn gepeitscht. Mit acht Minuten auf der Uhr waren es „nur“ noch elf Punkte, die die Türme aufzuholen hatten.
Towers-Comeback kommt zu spät: War’s das mit den Playoffs?
Doch das Aufbäumen kam zu spät. Oder eher: Die 23 Punkte Rückstand aus dem ersten Viertel waren zu viel. Und auch zum Schluss zeigte sich teils, warum es eine verdiente Niederlage war. Zsombor Maronkas erfolgreicher Dreier zählte nicht, weil er vom Feld trat, Daniels leistete sich einen Schrittfehler. Es waren insgesamt zu leichtfertige Patzer.
Zwar kamen die Türme noch mal gefährlich nah ran (81:89, 39.), am Ende unterlagen sie im Nordderby jedoch mit 83:92 (28:53). Ein großer Rückschlag für die Wilhelmsburger Playoff-Hoffnung. Towers-Topscorer wurde Daniels mit 24 Punkten. Mit Sicherheit hätten Barloschky und Co. die aktuelle Situation im Dezember letzten Jahres noch ohne zu zögern so unterschrieben. In der Gegenwart und der kürzlich erhofften Chance auf die Postseason ist es hingegen ein herber Dämpfer. „Ich glaube, dass wir gerade nicht unruhig schlafen, ist ein Riesenerfolg in dieser Saison. Gleichzeitig darf so eine Leistungsschwankung nicht passieren, wenn du so hohe Ziele formulierst“, zog Barloschky sein Fazit nach dem Spiel.
Barloschky: „Wir sind in uralte Muster verfallen“
„Heute ist nach dem ersten Viertel einfach die Messe gelesen. Wir waren einfach nicht gut genug und sind da bittererweise, weil so etwas wie Ergebnisdruck in den Köpfen war, in uralte Muster verfallen“, so Barloschky. „Wir haben versucht, mit ganz tollen, besonderen Plays den Rückstand aufzuholen. Und dass das schief geht, das Learning hatten wir eigentlich schon.“
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Weiter geht es für die Towers bereits am Mittwoch. Dann sind die Rostock Seawolves zu Gast im Inselpark. Durch die Derby-Niederlage gegen Vechta muss jetzt alles stimmen für die Towers, die nach wie vor bei zwölf Siegen stehen. Um die 16 Siege zu holen, die es in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich für Platz zehn gebraucht hat, müssten aus den letzten fünf Partien vier Siege her. Sicher ist: Eine Leistungssteigerung muss her, wenn der Traum von den Playoffs weiterleben soll.
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