Nach 239 Tagen und Schock vor dem Anwurf: Towers beenden ihre Horror-Serie!
Der Fluch ist endlich gebrochen! Nach einer unfassbaren Niederlagenserie von 24 Pleiten in Folge ist den Veolia Towers Hamburg ausgerechnet in der Barclays Arena der lang ersehnte Befreiungsschlag gelungen. An dem Ort, an dem alles angefangen hatte, erlöste ein 99:80-Sensationssieg gegen Alba Berlin die Türme. 239 Tage Leid haben ein Ende!
Schon im Voraus hatte die Kulisse positive Erinnerungen geweckt. Erst im April gelang den Türmen in derselben Halle der Überraschungssieg gegen den FC Bayern (74:70). Allerdings hatte dort auch der Fluch ihrer Niederlagenserie begonnen. Seitdem war dem Team kein einziger Erfolg mehr gelungen. Bis zu diesem Sonntagabend. „Zeichen an Hamburg: Baut uns eine Halle!“, forderte Benedikt Turudic im Nachhinein scherzhaft.
Hiobsbotschaft für die Towers vor dem Tip-off
Doch schon vor dem Tip-off der Adventspartie mussten die Towers eine Hiobsbotschaft hinnehmen: Hoffnungsträger Osaro Rich, der erst vergangene Woche sein Comeback nach langer Verletzungspause gegeben hatte, musste erneut aussetzen. Der 27-Jährige brach sich bei seiner Rückkehr den Mittelfinger der linken Hand. Das gab der Verein am Sonntagvormittag bekannt. Als hätte die Mannschaft in der aktuellen Spielzeit nicht schon genug Rückschläge einzustecken.
Barloschky über Underdog-Rolle: „Die Mannschaft kennt das“
Trotzdem sollte gegen Alba Berlin der Befreiungsschlag her – unabhängig von der Rollenverteilung. Denn während die Hamburger eine irre Negativserie hinlegten, waren die Hauptstädter wettbewerbsübergreifend seit Mitte Oktober ungeschlagen. „Dass wir der Underdog sind, ist für uns kein neues Bild. Die Mannschaft kennt das“, hatte Trainer Benka Barloschky im Vorfeld gesagt und versucht, daran das Positive zu sehen: „Es hilft auch, um den Blick auf unsere eigene Arbeit zu richten.“

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Schon in den ersten zehn Minuten des Duells sah es danach aus, als würde er Recht behalten. Die Towers waren fokussiert, ließen sich vom Tabellenfünften nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Die Mannschaft stand vor allem defensiv stabiler als noch in vielen Partien zuvor, profitierte zudem immer wieder von individuellen Fehlern ihrer Gäste. Angetrieben von den 7737 Zuschauern gingen die Hamburger mit einer 18:17-Führung in die erste Viertelpause.
Türme tanken Selbstbewusstsein
Wer sich nun gedacht hatte, der Start wäre nur ein kurzes Freuden-Intermezzo gewesen, der wurde im zweiten Viertel überrascht. Die Türme hatten Blut geleckt. Und vor allem endlich mal Selbstvertrauen getankt – etwas, das ihnen zuvor häufig noch gefehlt hatte. Niklas Wimberg eröffnete das Viertel direkt mit einem erfolgreichen Dreier, und zeigte den Berlinern, welcher Lautstärkepegel in der Barclays Arena möglich ist.
Thorpe ist mit 28 Punkten bester Towers-Schütze
Danach nahm das Team weiter Fahrt auf, lag plötzlich mit 14 Punkten in Führung. Leonard Thorpe heizte die Menge nach einem erfolgreichen Angriff zusätzlich an. Mit 28 Scores legte der 26-Jährige einen großartigen Auftritt hin. „Vielleicht bin ich heute mal ganz verrückt und belohne mich mit einem Subway Cookie“, scherzte er nach der Partie.
Elf-Punkte-Führung zur Halbzeit
Hatte es also wirklich die heiligen Hallen der Barclays Arena gebraucht, um die Sensation möglich zu machen? Doch auch die Albatrosse hatten noch ein Wörtchen mitzureden an diesem neunten Spieltag. Nach einer Auszeit sammelte sich die Mannschaft, fand langsam zurück in die Partie. Trotzdem verkündete die Anzeigetafel zur Halbzeit einen fast unglaublichen Zwischenstand: 49:38.
Sensationelle Dreier-Quote
Der Tenor des Abends war in der zweiten Hälfte auf einmal ein anderer: Das Tabellenschlusslicht hatte plötzlich etwas zu verlieren. Doch vor allem hatte es jede Menge zu gewinnen! Das war allen Spielern auf dem Court anzumerken. Denn anstatt Angst zu bekommen, zeigten sich die Towers weiterhin mutig. Ihre zwischenzeitliche Dreier-Quote von 53 Prozent unterstrich die enorm selbstbewusste Leistung. In vergangenen Auftritten gehörte diese Bilanz noch zu einer der größten Schwächen des Hamburger Spiels. Doch nicht an diesem Sonntag. Nicht in dieser Halle. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir heute gegen jedes Team hier gewonnen hätten“, versicherte Turudic später. Mit 72:60 ging sein Team in die letzte Pause.
Aufholjagd bleibt aus – Sensation ist perfekt!
Der Sieg lag nun förmlich in der Luft. Und von Verunsicherung war bei dem Team von Barloschky weiterhin nichts zu erkennen. Einem Außenstehenden wäre nicht im Traum eingefallen, dass diese Mannschaft seit dem Frühjahr keinen Erfolg mehr feiern durfte. Doch offenbar gibt es dafür keinen geeigneteren Ort als die Barclays Arena. „Die Kulisse ist einfach Wahnsinn!“, schwärmte der Coach nach Apfiff. Die Menge brüllte, tobte, schenkte den Türmen jeden Tropfen an Energie, den sie brauchten, um den Abstand auf Alba aufrechtzuerhalten.
Barloschky: „Die Kulisse ist einfach Wahnsinn!“
Und das taten sie. Eine Aufholjagd wurde den Berlinern gar nicht erst ermöglicht. Die Uhr tickte gnadenlos runter. Das Publikum erhob sich. Das Schlusssignal ertönte und die Towers waren nicht mehr zu halten. Der ganze angestaute Frust, jegliche Sorgen der vergangenen Monate – für diesen Moment war alles erloschen. Denn sie hatten es geschafft! Die Sensation war perfekt!
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Auch wenn Barloschky später vor zu überschwänglicher Freude mahnte: „Das ist ein Sieg, mehr aber auch nicht“, erinnerte er. Trotzdem sei die Erleichterung überwältigend. „Für das Gefühl und das Selbstvertrauen ist das mit Sicherheit Wahnsinn.“ Entscheidend ist an diesem Sonntag erstmal: Der Kreis schließt sich an ebenjenem Ort, an dem er vor fast acht Monaten geöffnet wurde. Die Negativserie der Türme ist offiziell beendet!
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