Benka Barloschky wird von Journalisten interviewt

Trainer Benka Barloschky will mit den Towers nach der Länderspielpause einen Neuanfang starten. Foto: WITTERS

Nach 21 Pleiten: Wie die Hamburg Towers wieder ein Spiel gewinnen wollen

Satte 227 Tage ist es an diesem Mittwoch bereits her, dass die Veolia Towers Hamburg ein Basketball-Pflichtspiel gewonnen haben! Ausgerechnet gegen den großen FC Bayern München konnte das Team von Benka Barloschky am 20. April beim 74:70 vor heimischer Rekordkulisse brillieren – ehe eine rekordverdächtige Niederlagenserie von 21 Spielen saison- und wettbewerbsübergreifend folgte.

Geschäftsführer Marvin Willoughby hat mehrfach bekräftigt, dass der Verein sich momentan in der schwierigsten Phase der Vereinsgeschichte befinde. Die zweiwöchige Länderspielpause kam der Mannschaft daher sehr gelegen, um abseits des Courts den Kopf frei zu bekommen.

Während Hamburgs Routiniers Kenneth Ogbe und Benedikt Turudic die kurze Pause für Quality-Time mit der Familie nutzten, will Trainer Benka Barloschky im Jahresendspurt eine Art Neuanfang wagen. „Für uns ist es wichtig, den ganzen Frust loszulassen und nochmal neu anzufangen“, betont der 37-Jährige.

Beim Training am Mittwochvormittag zeigten sich Spieler und der Staff bereits wieder optimistisch und voller Vorfreude auf die letzten Herausforderungen im Jahr 2025. „Der Druck ist natürlich höher, weil wir so lange kein Spiel mehr gewonnen haben. Aber ich versuche, positiv in jedes Spiel zu gehen, und glaube daran, dass ich es gewinnen kann, egal was davor passiert ist“, sagte Ogbe gegenüber der MOPO optimistisch.

Turudic: „Unsere Freunde mussten unseretwegen den Verein verlassen“

Auch die jüngsten Abgänge der ursprünglichen Hoffnungsträger Justin Edler-Davis und Jean-Pierre Tokoto sind zwar nicht hilfreich für eine intakte Mannschaft, allerdings seien sie „eine logische Schlussfolgerung, weil wir es als Mannschaft nicht geschafft haben, die Spiele zu gewinnen, die wir hätten gewinnen müssen“, erklärte Kapitän Turudic. „Unsere Freunde mussten unseretwegen den Verein verlassen“, so der 28-Jährige.

Towers-Boss Willoughby gesteht falsche Entscheidungen in der Transferpolitik ein, hält aber weiterhin an Trainer Barloschky fest. „Ich glaube an Kontinuität und daran, Leute zu entwickeln und weiterzubringen. Dazu gehören auch schwere Phasen, in denen es nicht so gut läuft.“

Barloschky selbst empfindet die aktuelle Situation als „eine schöne Herausforderung“ und setzt auf veränderte Trainingsformen, um den Fokus auf die Dinge zu legen, „die wir selbst kontrollieren können“. Dazu gehörten eine intensive Vorbereitung auf den Gegner sowie voller Einsatz im Spiel, führt Barloschky weiter aus.

Towers haben als erstes Team wieder ein Match in Israel

Besonders wird auch die Vorbereitung auf ein Spiel auf internationaler Bühne: Am 9. Dezember treten die Towers im EuroCup bei Hapoel Jerusalem an. Die Hamburger sind die erste Mannschaft, die seit Kriegsausbruch in Nahost wieder ein internationales Spiel auf israelischem Boden bestreitet.

Der Kapitän geht voran: Benedikt Turudic in Vorbereitung auf die nächsten Spiele WITTERS
Benedikt Turudic trainiert im Kraftraum
Der Kapitän geht voran: Benedikt Turudic in Vorbereitung auf die nächsten Spiele

„Es ist eine außergewöhnliche Situation und es löst auch in der Mannschaft ein mulmiges Gefühl aus. Die Euroleague hat entschieden, dass es sicher genug ist, dort zu spielen und ich vertraue darauf“, sagt Barloschky. Er freue sich dennoch auf das Spiel und gehe davon aus, dass viele Menschen dafür in die Halle kommen werden.

Bedingungsloser Support der Towers-Fans

Auch die heimischen Fans spielen für die Türme eine enorm wichtige Rolle. Trotz der Negativserie unterstützen die Anhänger das Team zahlreich in der Inselpark-Arena in Wilhelmsburg oder auch in der Barclays Arena im Volkspark. Eine große Kulisse wird auch am 14. Dezember erwartet, wenn die Towers Alba Berlin in der Barclays Arena empfangen. Besonders Trainer Barloschky freut sich ganz besonders auf diese Partie. „Ich bin als Riesen-Alba-Fan groß geworden, das war meine erste Basketball-Liebe in Deutschland.“

Auch Chef Willoughby freut sich über den bedingungslosen Support der Fans: „Ich bin begeistert davon, dass die Fans erkennen, dass Basketball mehr als nur Ergebnisse ist. Am meisten wünsche ich mir, dass wir die Leute, die ihr hart verdientes Geld investieren, um Tickets zu kaufen, mit dem guten Gefühl eines Sieges nach Hause schicken können.“

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An der Erfüllung dieses Weihnachtswunsches können die Towers dann ab diesen Freitag im Spiel beim spanischen Erstligisten Basquet Manresa im EuroCup arbeiten. In der BBL geht’s am Sonntag zu Rastas Vechta.

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