Martin Breunig steigt zum Korb nach oben

Die Vertragsverlängerung von Martin Breunig scheint den Towers einen Extra-Boost gegeben zu haben. Foto: WITTERS

Keller-Sieg in letzter Sekunde! Towers „packen Hamburg wieder auf die Karte“

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Alle guten Dinge sind drei! Im dritten Anlauf in sechs Tagen gelang den Veolia Towers Hamburg dann doch noch der so wichtige Sieg im Abstiegskampf. Gegen Tabellen-17. MLP Academics Heidelberg agierte das Team von Coach Benka Barloschky von Beginn an hellwach und lag zu keiner Sekunde des Spiels in Rückstand. Dennoch entschieden am Ende Millisekunden. Mit 86:83 (51:39) gewannen die Towers in der Inselpark Arena vor 2889 Zuschauern – und „packten Hamburg wieder auf die Karte“.

Ohne Zsombor Maronka, der Barloschky nach wie vor aufgrund von anhaltender Übelkeit nicht zur Verfügung stand, wollten die Towers gegen Abstiegskandidaten Heidelberg die vergangenen Niederlagen bei den MHP Riesen Ludwigsburg und gegen Science City Jena vergessen machen. Einen kleinen Boost dafür sollte die unter der Woche bekanntgegebene Vertragsverlängerung von Martin Breunig geben. Der 34-jährige Big Man, der zuletzt zum Topscorer avancierte, bleibt bis 2028 in Wilhelmsburg!

Doch auch die Gäste reisten trotz ihres 17. Tabellenrangs (sechs Siege) mit breiten Schultern nach Hamburg (sieben Siege). Unter dem neuen Headcoach Carlo Finetti, der gleichzeitig der jüngste Trainer der Liga ist (30), gelang den Heidelbergern am Montagabend ein überraschender Sieg in Trier. Beide Teams standen unter immensem Zugzwang. Der vom DJ geäußerte Wunsch, Hamburg wieder auf die Karte zu packen, galt dabei wohl für alle, die es mit dem Heimteam hielten. Alles war bereit für einen packenden Kellerkampf.

Towers starten hellwach – und ziehen schnell davon

Vor der Partie sprach Osaro Rich von einem „Wake-Up-Call“, mit dem das Trainerteam den Towers nach den vergangenen Niederlagen gegen Ludwigsburg und Jena auf den Ernst der Lage aufmerksam gemacht hätte. Das scheint Wirkung gezeigt zu haben. Anders als gegen Ludwigsburg und Jena starteten die Türme hellwach, nutzten früh ihre Chancen und gingen schnell mit 13:4 in Führung (4.).

Auch in der Folge überzeugten die Towers, schnappten sich die Fehlversuche der Gäste unterm defensiven Brett. Zudem konnte Heidelberg in der ersten Hälfte nur einen Dreier (13 Versuche) zu Punkten umwandeln. Auf der anderen Seite schafften es die Towers teils, die Heidelberger in der Defensive durch schnelle Richtungswechsel schlafen zu schicken – und selbst sechsmal aus der Ferne zu treffen. So gingen die Gastgeber mit einer komfortablen 51:39-Führung in die Pause, ohne die Führung auch nur einmal aus der Hand zu geben.

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Gegen Jena hatte Barloschky noch bemängelt, dass seine Schützlinge in den entscheidenden Phasen keine Fouls begangen hätten. Zumindest an der Anzahl der Fouls ließ sich das gegen Heidelberg nicht feststellen. Im ersten und dritten Viertel erreichten die Türme jeweils früh die Foulgrenze. Am Ende überfoulten sich mit Benedikt Turudic, LJ Thorpe und Niklas Wimberg gleich drei Wilhelmsburger. Grund zur Sorge bestand dennoch keine. Denn die Gäste schafften es weiterhin nicht, ihre Dreier zu verwandeln (1/15, 28.), wodurch die Towers sie, ohne glänzen zu müssen, weiterhin auf Distanz halten konnten.

Towers machen es spannend – Zittersieg nach heißer Schlussphase

Im letzten Viertel ließen die Türme die Gäste noch einmal gefährlich nah rankommen und sogar ausgleichen (83:83, 40.). 0,6 Sekunden standen auf der Anzeigetafel, da setzte Devon Daniels zum Dreier an. Die ganze Halle hielt für einen Moment still. Mit einem Traum-Dreier warf Daniels die Towers zum Sieg – ein erleichtertes durchatmen, gefolgt von einem lauten Jubelschrei zog durch die Halle. Oder? Wahnsinn! Denn auch Heidelberg traf noch einmal für drei Punkte, ausgerechnet im 21. Versuch der dritte Treffer. Wieder herrschte Stille bei den knapp 3000 Seelen in der Halle. Alle starrten gespannt auf die Videotafel – war der Treffer noch in der Zeit? Nein! Eine Millisekunde rettete den Towers-Sieg!

Auch Osaro Rich und Devon Daniels (r.) starrten gespannt auf die Videotafel. WITTERS
Auch Osaro Rich und Devon Daniels (r.) starrten gespannt auf die Videotafel
Auch Osaro Rich und Devon Daniels (r.) starrten gespannt auf die Videotafel.

Als Team traten die Türme auf, blieben intensiv im Spiel – und besiegten Heidelberg am Ende mit 86:83. Dass es eine wahre Teamleistung war, zeigte sich dabei nicht nur durch die Körpersprache der Towers. Von Kapitän Benedikt Turudic bis Neuzugang Karl Gamble hypten sie sich gegenseitig. Es war keine Einzelleistung eines Spielers, dafür trafen gleich fünf Türme zweistellig (Rich: 16, Breunig: 15, Williams: 12, Daniels: 12, Wimberg: 10).

Gegen Heidelberg motivierten sich die Towers gegenseitig – so auch nach einem Dreier mit Foulerhöhung von Osaro Rich (l.). IMAGO/Eibner
Osaro Rich, Ross Williams und Benedikt Turudic jubeln
Gegen Heidelberg motivierten sich die Towers gegenseitig – so auch nach einem Dreier mit Foulerhöhung von Osaro Rich (l.).

Mit dem Sieg, der am Ende noch einer zum Zittern war, stehen die Towers nun bei acht Siegen – zwei mehr als Tabellen-17. Heidelberg. Und das mit drei bestrittenen Partien weniger auf dem Konto. Nach dem Spiel hatte der DJ also guten Grund dazu Beginners „Ahnma“ zu spielen – die Towers haben Hamburg wieder auf die Karte gepackt!

Breunig: „Hässlicher Kampf“

„Das Teamgefüge war sehr, sehr wichtig heute“, sagte Breunig nach dem Spiel. „Heidelberg ist sehr hart zu bespielen. Aber so einen hässlichen Kampf muss man auch mal gewinnen.“ Auch Topscorer Rich war sich über die Bedeutung der Partie bewusst: „Das war heute ein Big Win. Es kommt einfach drauf an, dass wir das Spiel nach Hause holen, und das haben wir getan.“

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Mit einem Erfolgserlebnis – und einem kleinen Polster nach unten – geht es für die Towers schon am Mittwoch (20 Uhr, Dyn) weiter. Dort wollen sie den gerade erst besiegten Heidelbergern nachmachen und in Trier weiter auf der Siegesstraße bleiben.

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