„Größtes Geschenk“: Towers-Profi Barnett über seine Mutter und ein Hamburg-Problem
Es waren bewegende Tage für Jordan Barnett. In vielerlei Hinsicht. Basketball an Weihnachten, Basketball am Tag vor Silvester, dazwischen natürlich Training, der eigene 29. Geburtstag am 31. Dezember, vor allem aber der Besuch seiner Mutter in der neuen Wahlheimat hat dem US-Amerikaner aus dem Bundesstaat Missouri ein Lachen ins Gesicht gezaubert.
„Dass meine Mutter gekommen ist, für mich gekocht hat und bei mir war, ist das größte Geschenk, das ich bekommen konnte“, sagt der 2,01-Meter-Mann im Gespräch mit der MOPO. Die Vielzahl der Spiele sei da gar nicht störend gewesen. „So konnte meine Mutter viermal dabei sein“, sagt Barnett, dessen Mama auch zum Auswärtsspiel nach Rostock (78:92) mitgereist war. Nach gut zwei Wochen hieß es am Neujahrstag wieder Abschied nehmen.
Hamburg Towers: Barnett lieferte gegen Braunschweig
Barnetts Mutter hatte zwar drei Niederlagen der Towers gesehen, dürfte sich aber auch gefreut haben, dass ihr Sohn zuletzt beim 86:91 gegen Braunschweig mit 20 Punkten der beste Hamburger Werfer war. „Wenn sie zuguckt, dann gibt mir das einen Schub. Ich kann aufdrehen und sie hilft mir dabei, über die anstrengenden Tage zu kommen“, sagt der Forward. „Ich kann dann nicht kaputt oder müde sein. Ich muss mein Bestes geben.“
Zufrieden sei Barnett aber trotzdem nicht gewesen. Im Gegenteil. Das Spiel, in dem die Towers die Chance auf Punkte vergaben, weil sie zehn Sekunden vor Schluss einen Einwurf nicht rechtzeitig ausführten, sei „auf jeden Fall frustrierend“ gewesen, sagt er und fügt an, dass er sich nach zuvor schwachen Leistungen in der Pflicht gesehen habe zu liefern: „Ich war wieder fällig für eine gute Performance.“
„Mag alle meine Jungs“: Jordan Barnett fühlt sich wohl
Nach zwölf von 32 Spielen in der Bundesliga stehen die Towers auf dem viertletzten Platz. Man habe „noch genug Zeit, die Kurve zu bekommen“, glaubt Barnett, weiß aber: „Die Rebounds sind für uns schon die ganze Zeit ein Problem.“ Am Teamklima liege die enttäuschende Ausbeute nicht. „Ich mag alle meine Jungs“, sagt der Neuzugang, der nach drei Jahren in Ungarn den Weg nach Hamburg fand. „Wir verbringen auch viel Freizeit miteinander.“
BBL-Erfahrung hatte Barnett in den Jahren 2019 bis 2021 schon in Gießen und Vechta gesammelt. Hamburg ist die erste europäische Großstadt, in der er spielt. Und die stellt ihn durchaus vor Probleme. „Ich habe leider nicht die beste Orientierung“, gibt er mit einem Lachen zu. „Meistens brauche ich eine App, um überhaupt zu wissen, wo ich hinmuss.“
Fokus auf Towers: Doch Barnett träumt von der Euroleague
Seine durchschnittlich zehn Punkte pro Spiel zeigen, dass es auch auf dem Parkett oft noch an der Orientierung fehlt. Barnett kommt zu selten in gute Wurfpositionen, um sich auszuzeichnen. Das gilt für die BBL und für den Eurocup, der die Towers an diesem Freitag nach Cluj-Napoca in Transsilvanien führt. Nach den Spielen in Spanien, Bulgarien, Italien, Litauen, Slowenien und Frankreich sammelt Barnett mit Rumänien den nächsten Länderpunkt.
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„Ich mag das Reisen“, sagt er. „Ich kann dadurch auch schauen, wo man vielleicht in Zukunft mal spielen möchte.“ In seiner Profikarriere lief Barnett nie länger als eine Saison für dasselbe Team auf. Sein Traum für die Zukunft? „Die Euroleague“, sagt er. Die Königsklasse des europäischen Basketballs. Aktuell aber zählen nur die Towers, betont Barnett. Und für die muss er abliefern. Auch ohne die Unterstützung der Mutter.