„Doof anzuschauen“ – aber dieser Hamburger will die Towers-Krise verlängern
Auf diesen Freitag hat sich Louis Olinde schon lange gefreut. „Schon in der Bundesliga waren Spiele gegen Hamburg ein Highlight für mich“, sagt der 27-Jährige: „Jetzt ist es noch mal extra besonders.“ Nach neun Jahren in der Bundesliga für Bamberg und Berlin wechselte Olinde im Sommer zum katalanischen Spitzenklub Baxi Manresa – und der empfängt am Freitag die Towers im Eurocup.
„In der Bundesliga kannte ich alle Spieler und die ganzen Hallen. Manresa ist eine komplett neue Challenge, ich genieße jeden Tag“, beschreibt Olinde seinen Tapetenwechsel. In Spanien werde Basketball nicht so physisch gespielt wie in Deutschland, dafür seien die technischen und taktischen Anforderungen höher – und das Spiel insgesamt schneller als in der Bundesliga.
Louis Olinde warnt vor Hamburg Towers trotz Pleiten-Serie
Zu schnell für die Towers, muss man aus Hamburger Sicht nach 21 Niederlagen in Folge befürchten. Olinde will den Gegner aus seiner Heimatstadt aber nicht unterschätzen. „In der internationalen Pause gibt es für jedes Team ein kleines Reset, Hamburg wird es geholfen haben, zehn Tage nicht zu spielen“, sagt der Flügelspieler und warnt sich und seine Kollegen: „Wir müssen auf jeden Fall mit 100 Prozent reingehen.“
Bei der deutschen Nationalmannschaft war Olinde wegen muskulärer Probleme noch nicht bei 100 Prozent, daher verzichtete er beim EM-Qualifikationsspiel auf Zypern (83:64) am Montag vorsichtshalber auf einen Einsatz. Gegen die Towers will er seinem Ex-Klub zeigen, was aus ihm geworden ist. Drei deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege hat er erreicht – genauso viele wie Vater Wilbert, der in den 1980er-Jahren Körbe für den ASC Göttingen warf und sich dann in Hamburg niederließ.
Olinde spielte als Jugendlicher für die Piraten Hamburg
Wo die Erfolgsgeschichte seines Sohnes begann, als der junge Olinde für die Piraten Hamburg in der Jugend-Bundesliga spielte. Eine Keimzelle der Towers, für die er 2015/16 in drei Zweitliga-Partien auflief, ehe es ihn in die Basketball-Hochburg Bamberg zog. „Auch wenn ich nicht so oft das Towers-Trikot getragen habe, habe ich doch ganz viel Zeit in der Halle verbracht“, erinnert sich Olinde an seine sportlichen Wurzeln: „Ich habe mitbekommen, wie das ganze Projekt entstanden ist. Und einige Personen begleiten mich schon mein ganzes Basketball-Leben.“
Die aktuelle Towers-Krise verfolgt er aus der Ferne. „Es ist doof anzuschauen, wenn man so eine emotionale Verbindung hat“, sagt der 2,05-Meter-Hüne, der trotzdem für Niederlage Nummer 22 der Türme sorgen will. „Ab dem Wochenende“, schmunzelt Olinde, „gönne ich ihnen dann den ersten Sieg.“
Das könnte Sie auch interessieren: Nach 21 Pleiten: Wie die Hamburg Towers wieder ein Spiel gewinnen wollen
Darauf ließen sich die Towers womöglich sogar ein – die Bundesliga-Partie am Sonntag in Vechta ist für sie ungleich wichtiger als der Eurocup. Für Louis Olinde steht aber am Freitag das extra-besondere Highlight an.