Die letzte Pleite des Jahres: Hamburg Towers gehen in Istanbul dreistellig unter
Mit der Schlusssirene um 18.43 Uhr mitteleuropäischer Zeit war das Sportjahr 2025 für die Hamburg Towers beendet. Zuletzt gab es eine deutliche 68:105 (23:32, 15:31, 14:22, 16:20)-Schlappe beim Bahcesehir College Istanbul. Das halbwegs Schöne an der Pleite: Es kann 2026 eigentlich nur besser werden.
Die letzte Reise des Jahres stand unter keinem guten Stern: Wegen einer Grippewelle und Verletzungen bestand das Towers-Aufgebot nur aus zehn statt der erlaubten zwölf Spieler, es fehlten neben den verletzten Osaro Rich und Niklas Wimberg auch der verschnupfte LJ Thorpe – Kapitän Benedikt Turudic stand trotz Erkältung knapp zwölf Minuten auf dem Parkett. Gemessen an diesen Bedingungen verlief das erste Viertel zunächst erfreulich: Ross Williams verwandelte zwei Dreier-Würfe, Devon Daniels tat es ihm mit einem weiteren Korb aus der Distanz nach – als dreieinhalb Minuten gespielt waren, lagen die Hamburger beim Favoriten mit 15:9 vorn.
Towers der „Aufgabe nicht gewachsen“
Doch das hatte Istanbul aufgeweckt. Eine konsequentere Defensive der Türken verleitete die Türme zu Abspielfehlern und riskanten Würfen, die Bahcesehir einen Neun-Punkte-Lauf ermöglichten. Futsch war die Führung und kam nicht mehr zurück. Ein Korb von Nachwuchsspieler Nelson Martin war noch das erfreulichste am weiteren Verlauf des Anfangsabschnitts, nach dem die Wilhelmsburger mit neun Punkten hinten lagen. „Anfangs sind wir gut in den Rhythmus gekommen, aber dann waren wir defensiv der Aufgabe nicht gewachsen“, sagte Towers-Trainer Benka Barloschky.
Daniels trifft am besten bei den Towers
Weil Istanbul auch im zweiten Viertel der Weg zum Korb deutlich zu leicht gemacht wurde, nahm Barloschky beim Stand von 25:42 eine Auszeit. Doch schon bald fand auf dem Parkett aufgrund des Ungleichgewichts der Kräfte eher ein Trainingsspiel statt. Da konnte Daniels, der vor der Pause 15 der 38 Towers-Punkte erzielt hatte, sein Team im Halbzeit-Interview bei „Magenta Sport“ noch so sehr zu mehr Defensive mahnen – die zwölfte Niederlage der Türme im zwölften Eurocup-Spiel war bereits besiegelt. „Wir konnten unseren Korb nicht beschützen“, stellte Barloschky angesichts seiner gebeutelten Abwehr fest.

Schon zur Pause lagen die Towers mit 25 Zählern hinten, die Endmarke beim empfindlichen Bundesliga-Rückschlag zu Hause gegen Oldenburg am vergangenen Samstag. In Istanbul waren es am Ende 37 Punkte Rückstand, wobei Istanbul in der zweiten Hälfte mit misslungenen Dreierwürfen einen noch höheren Sieg vergab. Die Nachwuchskräfte Martin (sieben Minuten) und Janne Müller (14 Minuten) sammelten Erfahrung, Daniels mit 22 Punkten die meisten Zähler für die Towers. Williams (16 Punkte folgte ihm), Zacharie Perrin (9) und Martin Breunig (8) blieben in ihrer Ausbeute knapp einstellig.
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Bleibt nur, auf eine reibungslose Rückreise zu hoffen, damit alle Türme in Hamburg das neue Jahr begrüßen können. Ihre guten sportlichen Vorsätze für 2026 könnten sie jedenfalls schon am zweiten Tag umsetzen: Dann steht das Bundesliga-Spiel in Würzburg an, in dem die Wilhelmsburger auf ihre Ex-Spieler Brae Ivey und Johanthan Stove treffen – und als Außenseiter hoffentlich länger an einer Überraschung dran sind als in Istanbul.
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