„Die krasseste Stimmung“: Towers verlieren vor Piraten und Prinzessinnen
Das war nichts. Die Veolia Towers Hamburg verpassten am Samstagabend unter den Augen von Piraten und Prinzessinnen einen Überraschungssieg gegen die Telekom Baskets Bonn. Beim 92:85 (43:40) verschliefen die Türme die Anfangsphase – und konnten dem Karneval-Boost der Hausherren nicht standhalten.
Dem Spiel stand eine besondere Bedeutung zu. Musik. Party. Karneval. So die Ausgangslage in Bonn. In der Vergangenheit beflügelte sie das. Von ihren 15 Karnevalspielen seit 2009 verloren die Rheinländer nur zwei. „Es ist ein Privileg, Teil dieses besonderen Spiels sein zu dürfen. Für mich ist es die krasseste Stimmung, die es so bei einem BBL-Spiel gibt“, freute sich Towers-Kapitän Benedikt Turudic vor der Partie. Mit vier Bundesligasiegen in Serie war es der Plan der Türme, den Tabellenfünften zu „ärgern und die Party zu crashen“, wie Towers-Juwel Janne Müller ankündigte.
Towers und Bonn machen es den Fans schwer
Bei ausgelassener Stimmung auf den Rängen startete die Partie einschläfernd zäh. Die Towers hatten enorme Probleme bei Würfen aus kurzer Distanz. Nach sieben (!) gespielten Minuten trafen die Türme das erste Mal für zwei Punkte. Zuvor gelangen zumindest zwei Dreier von Osaro Rich (3.) und Kenneth Ogbe (4.). Mit ernüchternden 14 Punkten gingen die Hamburger aus den ersten zehn Minuten (24:14).

Je länger die Partie so vor sich hin plätscherte, desto gelangweilter wirkten selbst die 6000 auf Karneval-Party eingestimmten Bonner Zuschauer vom trägen Spiel. Beide Teams hatten große Probleme im Scoring. Während die Hausherren in der ersten Halbzeit eine unterirdische Quote aus der Ferne aufwiesen (2/17), schafften es die Towers nicht, die vermeintlich einfacheren Körbe aus kurzer Distanz zu verwandeln. Aus zwölf Versuchen trafen sie nur fünfmal für zwei Punkte. Mit einem 43:40 für Bonn retteten sich die Fans in die Pause. Musik ab – endlich wieder Grund zum Feiern im Telekom Dome.
Spiel wird in der zweiten Halbzeit noch mal heiß
Im dritten Viertel kamen beide Seiten dann langsam ins Punkten. Zsombor Maronka, der am Mittwoch im Eurocup noch aufgrund eines Infekts fehlte, war nach 30 Minuten mit 15 Punkten Topscorer auf dem Feld. Nach der Verletzung von Zacharie Perrin nahm er eine zentralere Rolle ein. Mit einer 71:62-Führung gingen die Gastgeber ins letzte Viertel.

In den letzten zehn Minuten würdigten die Fans die Bemühungen der Spieler, und zeigten mehr von der versprochenen Stimmung. Jedoch wohl auch, weil sie merkten, dass es noch mal richtig knapp werden könnte. Die Türme kamen gut ins letzte Viertel und verkürzten den Abstand sieben Minuten vor Schluss auf zwei Punkte (75:73). Devon Daniels brachte die Towers kurz darauf mit einem Dreier von ganz weit draußen das erste Mal nach dem ersten Viertel die Führung.
Bonn bringt Fans doch noch zum Jubeln
Mit der steigenden Anspannung wurde es immer lauter. Es dauerte zwar 35 Minuten, doch für die Schlussphase waren die 6000 Fans voll da. „La Ola“, Anfeuerungsrufe und Tänze brachten alle zum Stehen. Vielleicht war es genau das, was den Gastgebern am Ende den entscheidenden Boost gab. In der Crunchtime ließen sich die Bonner ihren zurückeroberten Vorsprung nicht mehr nehmen. Am Ende unterlagen die Türme mit 85:92. Towers-Topscorer wurde erneut Devon Daniels mit 18 Punkten. Bei Bonn lieferte Jeff Garrett Jr. (20) die meisten Punkte.
Nach dem Spiel kündigte Garret Jr. an „definitiv noch rauszugehen und zu feiern“. Den Sieg widmete der 31-Jährige den Fans, die nach dem Spiel lauter wurden, als im gesamten Spiel. Mit ihnen wollte der Topscorer des Abends als erstes feiern. So wurde der Abend doch noch zur Bonner Karnevalsparty. Nicht in Partystimmung war hingegen Towers-Spieler LJ Thorpe. Er sah vor allem die vielen zugelassenen Offensiv-Rebounds als Problem, das zur Niederlage geführt hat. Ganze 16-mal holten sich die Hausherren den Ball am offensiven Brett zurück.
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Am Dienstag folgt für die Towers schon der nächste Kracher in der Bundesliga. Für die Türme geht es zum Tabellenzweiten Alba Berlin. Grund zur Hoffnung besteht dennoch: Gegen Berlin konnten sie im vergangenen Dezember die Serie von 24 Niederlagen beenden.
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