Bus ist abgefahren: Towers vertanzen sich beim Heimspiel-Finale

Devon Daniels im Zweikampf
Die Towers rund um Devon Daniels waren gegen Würzburg machtlos

Im letzten Heimspiel der Saison konnten die Veolia Towers Hamburg nicht für einen versöhnlichen Abschluss vor heimischer Kulisse sorgen. In der Inselpark Arena verloren sie vor 3068 Fans gegen die Fitness First Würzburg Baskets mit 73:90 (35:48). Auch Metaphern konnten den Türmen nicht zum Sieg verhelfen. Für einige könnte es zudem nicht nur das letzte Heimspiel der Saison gewesen sein.

Ob es das U-Boot war, mit dem Kenneth Ogbe und seine Mitspieler abtauchen wollten, um am Ende zu schauen, wofür es gereicht hätte, oder doch der wartende Bus, zu dem Benka Barloschky mit seinem Team „sprinten“ wollte, ohne zu wissen, ob sie ihn noch bekämen. Der Metapher-Boost reichte nicht als Motivation, um noch einmal ganz oben an die Play-in-Plätze heranzukommen. Drum war schon vor der Partie gegen Würzburg klar, dass es, zumindest tabellarisch, um nichts mehr gehen würde. Drum musste die nächste bildliche Unterstützung her. „Der letzte Tanz“ sollte es am späten Donnerstagabend in Wilhelmsburg werden.

Towers gingen geschwächt ins Spiel

Nicht mittanzen konnten Zacharie Perrin und Osaro Rich. Beide fehlten aufgrund von Knöchelproblemen. Ohne die beiden Stammspieler schickte Coach Barloschky sein Team also aufs Parkett. Profitieren konnte davon Towers-Talent Janne Müller, der zum siebten Mal bei den Towers Bundesliga-Luft schnuppern durfte.

Janne Müller am Basketball
Janne Müller stand gegen Würzburg in der Bundesliga zum siebten Mal für die Towers auf dem Platz.

Auf der „Tanzfläche“ stimmte die Chemie bei den Towers derweil nicht. Immer wieder sorgten Missverständnisse in der Absprache dazu, dass Würzburg an einfache Bälle und Punkte kam. Zudem fanden im ersten Viertel nur fünf von 20 Würfen der Towers den Weg in den Korb (14:22, 10.). Langsam, aber sicher zogen die Gäste davon und bestraften die Aussetzer der Towers, gingen zwischenzeitlich mit 24 Punkten Abstand in Führung (20:44, 17.).

Comeback durch Daniels-Show kommt zu spät

Anschließend kamen die Türme immer besser ins Spiel, kamen wacher aus der Pause und der Vorsprung schrumpfte. Unter anderem ein Dunk von dem wieder einmal stärksten Turm Devon Daniels sorgte für Stimmung auf und neben dem Platz. Sieben Punkte lagen sie kurzzeitig im dritten Viertel nur noch zurück (25.).

Im letzten heimischen Towers-Timeout der Saison noch eine schöne Geste. Edelfans Margit und Harald aus dem Towers Fanclub wurden von Geschäftsführer Marvin Willoughby Trikots überreicht, gleichbedeutend mit einer lebenslangen Eintrittskarte zu den Heimspielen ihres Lieblingsklubs.

Am Ende reichte es für die Türme doch nicht. Zu gut waren die Würzburger, für die der schlussendliche 73:90-Sieg die gesicherte direkte Teilnahme an den Playoffs bedeutet. „Der letzte Tanz“ im Inselpark blieb für die Towers entsprechend ohne Erfolg. Jetzt geht es tabellarisch nur noch darum, ob es am Ende Platz 13 oder 14 wird.

„Wir haben heute einfach gegen ein gutes Team gespielt“, fasste Barloschky nach Spielende zusammen. „Am Ende ist es die Trefferquote von der Dreierlinie“, bemängelte der Trainer die schwache Ausbeute aus der Distanz (fünf von 30). Dennoch sei er stolz die Entwicklung seines Teams über die Saison hinweg.

Barloschky: „In dieser Konstellation wird diese Mannschaft nie wieder spielen“

Für wen die Niederlage gegen Würzburg nicht nur für diese Saison das letzte Heimspiel für die Towers gewesen sein könnte, lässt sich derzeit nur mutmaßen. Klar ist, dass neben den frisch verlängerten Verträgen von Martin Breunig und Osaro Rich wenig Sicherheit für den Zukunftskader herrscht. Gut möglich, dass es für die Wilhelmsburger Fans das letzte Mal war, dass sie Topscorer Daniels (22 Punkte) bestaunen durften.

„Wir haben jetzt noch ein letztes Regenerationstraining zusammen, ein Teamtraining, eine Spielvorbereitung. Das ist jetzt alles das letzte Mal in der Konstellation, so viel können wir mit Sicherheit sagen“, schätzte Barloschky ein. „In der Konstellation wird diese Mannschaft nie wieder zusammenspielen. Mein Appell an alle ist es, das jetzt einfach zu nutzen und zu genießen.“

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Der berüchtigte Bus, den Barloschky beim letzten Heimspiel der Saison erreichen wollte, fuhr also ohne die Wilhelmsburger ab, und dazu mit den zwei Punkten nach Würzburg. Die letzte Chance auf einen versöhnlichen Saisonabschluss bleibt am Sonntag, wenn die Towers mit dem Bus zum Nord-Ost-Derby nach Rostock reisen, um endgültig von ihrer U-Boot-Fahrt auftauchen zu können. Spoiler: Beim Auftauchen werden Ogbe und Co. weder einen Abstieg zu verdauen haben, noch die Play-ins bejubeln können.