Basketball-Hammer! Towers besiegen Bayern im Rekordspiel – und verkünden Großes
UN-FASS-BARclays Arena! Auch das dritte Spiel in Serie konnten die Veolia Towers Hamburg in der großen Halle gewinnen. Gegen den FC Bayern München gelang es den Türmen, die ausverkaufte Halle mitzureißen und für die Riesen-Überraschung zu sorgen. Mit 96:81 (48:42) konnten die Towers den amtierenden deutschen Meister niederringen. Es war ein Spiel voller Highlights, Rekorde und Überraschungen.
Dass die Barclays Arena eine besondere Magie freisetzen kann, zeigte sich schon mehrfach. Es war das vierte Arena-Spiel der Türme. Zwei der bisherigen drei Highlight-Partien konnten sie dabei für sich entscheiden (FC Bayern München, Alba Berlin). Das Besondere: Zwischen den beiden Siegen im Volkspark gelang den Towers von April bis Dezember kein einziger Sieg.
Das dritte Mal waren die Bayern also zu Besuch in der Barclays Arena. Und zum dritten Mal sorgte das für einen neuen Zuschauerrekord. 2024 waren es 12.000 Zuschauer, 2025 waren es 12.015. Für die dritte Auflage trafen sich 12.570 Basketball-Fans im ausverkauften Volkspark zu einer gemeinsamen Basketball-Party.
Towers starten furios – Ogbe früh auf Rekord-Kurs
Wieder schien der Umzug seine Magie wirken zu lassen. Die Towers starteten mit hoher Intensität und rissen die Halle von Beginn an mit. Ex-Bayern-Profi Niklas Wimberg traf zweimal für Drei. Benedikt Turudic heizte die Fans auf, forderte sie zum Aufstehen auf. Das erste Viertel ging mit 24:22 an die Gastgeber.

In den zweiten zehn Minuten machten die Türme einfach da weiter, wo sie aufgehört hatten. Wobei das untertrieben wäre. Zeitweise überrannten sie die Bayern geradezu. Kenneth Ogbe traf vier (!) Dreier in Folge, stellte schon nach 15 Minuten seinen bisherigen Dreier-Rekord ein, und sorgte mit seinem 12:0-Lauf im Alleingang für die 39:28-Führung. Zwar kamen die Bayern noch einmal ran, doch in die Halbzeit konnten sich die Towers mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung (48:42) retten. Eine Überraschung deutete sich an.
Die erste Überraschung schon vor dem Spiel
Die erste Überraschung hatte es bereits vor dem Spiel gegeben. Denn es wurde nicht nur besonders laut, als Ex-Towers-Juwel Justus Hollatz aufs Parkett lief. Der 24-jährige Welt- und Europameister kam zum zweiten Mal als Gegner nach Hamburg – und wurde mit einem warmen Applaus zurück in seiner Heimat begrüßt.
Für noch mehr Jubel sorgte ein kurzes Video vor dem Tipoff. Zum Ende die Botschaft: „Osaro Rich bleibt bis 2028.“ Die Verlängerung des Towers-Urgesteins: ein erstes Highlight am Highlight-Spieltag. „Ich habe davor eigentlich niemandem davon erzählt. Kenny (Kenneth Ogbe; d. Red.) wusste es. Benka hatte es vor ihm einfach gedroppt“, verriet Rich nach dem Spiel. Viele Worte habe es zu seiner Verlängerung vor dem Spiel nicht mehr gegeben. Lediglich Jubel und Umarmungen. Towers-Coach Barloschky beschrieb die Verlängerung für ihn persönlich als „ultra emotional. Ich bin super, super happy, wie das bekannt gegeben wurde. Osaro und mich verbindet eine ganze Menge. Wir haben quasi in Kinderschuhen angefangen.“
Eine weitere Botschaft vor dem Spiel: ein großes Banner mit der Aufschrift „Olympia & Paralympics in Hamburg – Eine Chance für alle“ auf der Tribüne.

Nach der Pause dauerte es dreieinhalb Minuten, bis der erste Ball das Netz von innen sah. Doch ruhiger wurde es nicht. Bayern überfoulte sich früh, doch die Towers konnten ihre Chancen von der Freiwurf-Linie nicht nutzen. Acht von elf freien Würfen vergaben die Türme nach 27 Minuten. Trotzdem gelang es dem Team von Coach Benka Barloschky das dritte Viertel mit einem 8:0-Lauf zu beenden. Mit einer Zehn-Punkte-Führung ging es für die Türme in den letzten Abschnitt!
Towers lassen sich die Sensation nicht mehr nehmen
In den letzten zehn Minuten nahm die Sensation ihren Lauf. Die Towers machten, was sie eben in der Barclays Arena machen: punkten, punkten, punkten. Die Bayern kamen nicht mehr heran. Mit 96:81 endete das Spiel. Die Towers haben es wieder geschafft! Es war der fünfte Sieg im sechsten Heimspiel gegen die großen Bayern. Freude, Jubel, Ekstase. Towers-Topscorer wurde LJ Thorpe (24 Punkte). Kenneth Ogbe stellte einen neuen persönlichen Dreier-Rekord auf (fünf). Auch die Fans dürfen wohl als Matchwinner gesehen werden. Am Ende waren es alle Türme – sowohl auf, als auch neben dem Platz, die am Überraschungssieg beteiligt waren.
„Wir haben uns nicht einschüchtern lassen, weil es Bayern München ist“, zog Rich nach dem Sieg sein erstes Fazit. „Natürlich macht das was, das gibt Extra-Energie.“ Auch der Rekord-Mann Ogbe zeigte sich glücklich über die Fans: „Wir haben die Fans mitgenommen und sind dann einfach auf der Welle geschwommen. Das hat uns eine unglaubliche Energie gegeben.“
Barloschky: „Ich kriege Gänsehaut“
Mit zehn Siegen trennen die Türme für den Moment drei Siege von den Abstiegsrängen – und nur zwei Siege auf die Play-in-Plätze. „Das war ein Riesenschritt“, sagte Ogbe. Auch Trainer Barloschky wollte noch keine voreiligen Schlüsse ziehen: „Das sind einfach unfassbar wichtige Punkte für uns. Wir sind immer noch auf dem Weg, die beste Version von uns selbst zu werden. Heute konnten wir wieder zeigen, was das beste Towers-Team ist.“ Von einem sicheren Klassenerhalt wollte der Coach jedoch noch nicht sprechen. „Ich kriege Gänsehaut“, sagte der Trainer auf die Frage, was passiere, wenn er die Halle betritt.
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Für die Towers geht es schon am Mittwoch (20 Uhr, Dyn) weiter. Dann treten die Hamburger bei den EWE Baskets Oldenburg (elf Siege) an, die plötzlich nicht mehr als Konkurrent im Abstiegskampf, sondern im Kampf um die Play-in-Plätze gesehen werden können.
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