Louis Olinde im Zweikampf mit Devon Daniels

Manresas Louis Olinde (r.) im Zweikampf mit Towers-Spieler Devon Daniels. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

Ausgerechnet ein Hamburger crasht die Euro-Party der Towers

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Das war‘s für die Veolia Towers Hamburg mit der diesjährigen EuroCup-Saison. Im letzten internationalen Spiel gegen die spanischen BAXI Manresa verloren die Türme in der Inselpark Arena vor 1336 Zuschauern mit 94:116 (54:61). Ausgerechnet ein gebürtiger Hamburger dämpfte die Partystimmung bei den zuletzt starken Türmen.

Sportlich ging es in diesem Wettbewerb schon lange um nichts mehr für das Team von Coach Benka Barloschky. Seit geraumer Zeit war der letzte Tabellenplatz für die Wilhelmsburger reserviert. Doch davon wollten sie sich nach wie vor nicht beirren lassen, wie Barloschky regelmäßig betonte. Es liege es nicht in seiner DNA, Spieler zu schonen oder die internationalen Partien nicht mehr vollwertig ernst zu nehmen.

Von Beginn an intensives Spiel für die Hamburg Towers

Ganze zwei Partien konnte Barloschky auf sein ganzes Team zurückgreifen. Im Spiel gegen die Braunschweiger Löwen war die verletzungsfreie Zeit dann schon wieder vorbei. Center Zacharie Perrin zog sich einen Mittelhandbruch zu. „Nach dem Ausfall von Zach werden wir uns ein bisschen neu erfinden müssen“, sagte der Trainer vor der Partie. Gegen Manresa rückte Martin Breunig in die Rolle des Franzosen. Besonderes Augenmerk lag in dem Spiel zudem auf Manresa-Flügelspieler Louis Olinde. Der 27-Jährige ist gebürtiger Hamburger und kehrte am Mittwoch zu seiner alten Wirkungsstätte zurück. Für die Towers lief er von 2015 bis 2016 in der ProA-Liga auf, ehe er über eine fünfjährige Station bei Alba Berlin 2025 zu den Katalanen wechselte.

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Das größte Spektakel neben dem punktreichen Duell spielte sich wohl auf der Pressetribüne ab. Mit geschätzten 300 Wörtern pro Minute brüllte ein spanischer Reporter Manresa im Eminem-Stil nach vorne. Zeit für melodische Gesangseinlagen hatte er nach den wichtigsten Punkten seines Teams ebenfalls.

Von Beginn an bekam der spanische Reporter viel Stoff zum Besingen. Das Spiel entwickelte sich zu einem schnellen und zweikampfintensiven. Beide Teams ließen den Ball gut laufen. Die Towers schafften es, dem wie erwartet intensiven Angriffsspiel der Spanier standzuhalten. Bereits nach fünf Minuten hatten die Türme jedoch das Foul-Limit erreicht, wodurch Manresa immer wieder zu einfachen Punkten von der Freiwurflinie kam. Aber die Wilhelmsburger hielten dagegen und hatten stets eine Antwort parat. Das offensiv geprägte erste Viertel fand seinen krönenden Abschluss in einem Buzzer-Beater-Dreier von Devon Daniels zum 33:31 für die Towers.

Manresa zieht den Towers im finalen EuroCup-Spiel davon

Im zweiten Viertel verflachte das Spiel trotz vieler Punkte zusehends, was nicht zuletzt auch an vielen Fouls lag, die den Spielfluss regelmäßig unterbrachen. Bereits nach vier Minuten hatten beide Teams ihre Foul-Grenze erreicht. Mit 14 Punkten zur Halbzeit bewies sich Martin Breunig derweil als ein starker Perrin-Ersatz. In die Pause gingen die Spanier, vor allem durch eine überragende Trefferquote von 84,2 Prozent und zehn Punkte von Olinde, mit einer 61:54-Führung.

Martin Breunig erwies sich als guter Ersatz für den verletzten Zacharie Perrin. IMAGO/Steinsiek.ch
Martin Breunig steigt gegen zwei Gegenspieler zum Korb
Martin Breunig erwies sich als guter Ersatz für den verletzten Zacharie Perrin.

Durch schnelle Ballstafetten und viel Rotation konnten die Katalanen ihre Führung auf mehr als zehn Punkte ausbauen. Während die Gäste weiterhin zielsicher aus dem Zweipunkt-Bereich agierten, taten sich die Towers schwer, an freie Würfe zu kommen. So zog Manresa langsam aber sicher davon. Zu allem Überfluss holte sich Towers-Topscorer (22) Devon Daniels noch im dritten Viertel sein fünftes Foul. Die letzten zehn Minuten mussten die Türme also ohne ihren besten Mann bestreiten – und das bei einem 16-Punkte-Rückstand von 77:93.

Diese Führung ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen. Auch, weil mit LJ Thorpe der zweite Turm mit seinem fünften persönlichen Foul vom Platz musste. Am Ende unterlagen die Towers in ihrem letzten EuroCup-Spiel der Saison deutlich mit 94:116. Top-Scorer bei den Türmen wurde trotz seines frühen fünften Fouls Devon Daniels (22). Bei Manresa überzeugte Agustin Ubal (24), aber auch Olinde, der mit 24 Minuten am zweitlängsten auf dem Platz stand und dabei 14 Punkte beisteuerte.

Manresa-Coach ist „stolz“ auf Hamburger Olinde

„Ich bin sehr stolz auf ihn und seine Entwicklung. Er brauchte Zeit, aber er hat sich sehr gut angepasst“, sagte Manresa-Coach Diego Ocampo nach dem Spiel lobend über Olinde. Towers-Trainer Barloschky hingegen war überhaupt nicht zufrieden, speziell die defensive Leistung seines Teams sei „nicht ausreichend“ gewesen. „Wir müssen uns da besser anstellen, aber ich glaube nicht, dass das übermäßig aggressiv war“, sagte er über die vielen Fouls im Towers-Spiel.

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Mit dem Ende der EuroCup-Saison gilt der volle Fokus für die Towers nun auf die Bundesliga, in der sie nach wie vor um den Klassenerhalt spielen. Dort geht es, vor der dreiwöchigen Länderspielpause, am Samstag (20.00 Uhr) gegen die Telekom Baskets Bonn und am Dienstag (20.00 Uhr) gegen Alba Berlin. Auf die Türme warten damit zwei Mammutaufgaben, in denen sie die nach oben zeigende Formkurve endgültig bestätigen wollen.

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