„Akzeptiere, dass ich versagt habe“: Towers-Boss zieht hartes Zwischenfazit
Es scheint, als sei die Wende für die Veolia Towers Hamburg geschafft. Vier Siege in Folge nach der bitteren 24-Niederlagen-Serie aus dem letzten Jahr. Am Freitag blickten Coach Benka Barloschky und Geschäftsführer Marvin Willoughby auf die erste Saisonhälfte zurück. Trotz des positiven Aufwärtstrends bremsten sie die Euphorie deutlich – speziell Willoughby zeigte sich sehr selbstkritisch.
Es war für die Towers eine historisch schlechte Serie: Am 20. April 2025 gewannen die Türme – ausgerechnet gegen die starken Bayern – es folgten wettbewerbsübergreifend 24 Niederlagen in Folge. Ende November wurde dann der Neustart ausgerufen: Zwei Spieler aus dem Kader gestrichen, zwei neue Hoffnungsträger verpflichtet – namentlich Martin Breunig sowie Devon Daniels. Wenig später kam mit Ross Williams der nächste vielversprechende Neuzugang nach Wilhelmsburg.
Willoughby: „Harten Zeiten sind noch nicht vorbei“
Kurz darauf, am 14. Dezember, die Erlösung: 99:80-Sieg gegen Alba Berlin – aufatmen. Es folgten zwar erneut einige Niederlagen, doch dieses Mal stimmte über große Strecken die Leistung, Grund zur Hoffnung. Und diese sollte sich auch bewahrheiten. Zuletzt gewannen die Towers vier Spiele in Serie, stehen mittlerweile mit vier Saisonsiegen in der Bundesliga auf Platz 16 – und das mit drei Spielen weniger auf dem Konto als die Konkurrenz.

Grund zum Ausruhen und Feiern? Nicht, wenn es nach Barloschky und Willoughby geht. Der Geschäftsführer sprach von einem „Prozess“, in dem man sich nach wie vor befinde. „Die Siege waren das Ergebnis von kontinuierlicher Arbeit.“ Barloschky fügte hinzu: „Das ist nicht einfach so da, das muss jeden Tag bearbeitet werden.“
Trotz des positiven Trends seien „die harten Zeiten noch nicht vorbei“, wie Willoughby verdeutlichte. „Wir sind mitten im Abstiegskampf. Benka und sein Staff müssen weiter überragende Arbeit leisten, damit wir nächstes Jahr in der Bundesliga sind.“
Towers-Coach: „Gewinnen ist das Heilmittel Nummer eins“
Das „Bananen-Prinzip“, Spieler zu verpflichten, die noch reifen müssen, scheint sich mittlerweile ausgezahlt zu haben. Dennoch blickte der Geschäftsführer selbstkritisch auf seine „offensichtlich nicht gerechtfertigt riskanten“ Entscheidungen. „Das ist mein Fehler, dafür übernimmt niemand anderes die Verantwortung. Ich akzeptiere auch, dass ich da versagt habe. Trotzdem war daran nicht alles falsch. Da ist eine Idee hinter, dass wir Spieler entwickeln.“ Auch Barloschky sprach den Türmen die Rolle als „Ausbildungsverein“ zu, das gehöre zu ihrer „DNA“.

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Die Erleichterung nach dem steinigen Start in die Saison war Barloschky dennoch anzumerken. „Gewinnen ist das Heilmittel Nummer eins“, schätzte er die aktuell entspanntere mentale Situation ein. „Wenn wir unseren besten Basketball spielen, können wir jeden schlagen. Egal, wer da kommt“, blickte er optimistisch auf die zweite Saisonhälfte. Besonders wichtig sei ihm dabei das Vertrauen des Teams in sich selbst und untereinander. „Das ist aktuell unser größtes Gut. Wir haben uns zusammen da herausgearbeitet, das ist der einzige Weg.“
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Mit einer gesunden Mischung aus Selbstvertrauen und emotionaler Zurückhaltung wollen die Towers am Samstag gegen die Niners Chemnitz einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen. „Wir vertrauen gerade selbst darauf, dass unser bester Basketball gut genug ist, um auch Chemnitz zu schlagen“, schätzte Barloschky optimistisch ein.
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