In der Max-Schmeling-Halle in Berlin wurden am Mittwochabend erstmals wieder Zuschauer empfangen.
  • In der Max-Schmeling-Halle in Berlin wurden am Mittwochabend erstmals wieder Zuschauer empfangen.
  • Foto: picture alliance/dpa

„System hat sich bewährt“: Berliner Volleyball-Team spielt vor 800 Fans

800 Zuschauer bejubeln den 3:1-Halbfinal-Erfolg der Berlin Volleys gegen Düren. Alle Corona-Tests sind negativ, eine Fortsetzung des Projekts im Fußball und Eishockey dürfte aber schwierig werden.

Die Freude über die ersehnte Rückkehr der Fans war bei den Berlin Volleys riesig. „Es ist dann einfach ein anderes Spiel. Das macht viel mehr Spaß“, sagte Diagonalangreifer Benjamin Patch.

Im Playoff-Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft durften am Mittwochabend im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals in diesem Jahr wieder Zuschauer in die Max-Schmeling-Halle. Sie konnten das 3:1 (25:22, 25:20,24:26, 29:27) gegen die SWD powervolleys Düren bejubeln, durch das sich die Berliner in der Playoff-Serie ein entscheidendes drittes Spiel am Samstag in Düren erkämpften.

Pilotprojekt: Berlin Volleys gewinnen vor Publikum

Am 17. Oktober vorigen Jahres hatten die BR Volleys zuvor letztmals vor Fans gespielt. Gegner damals: Düren. Schon zu dieser Zeit war die Zuschauerzahl begrenzt, nur 550 durften in der Schmeling-Halle dabei sein. Dank eines ausgeklügelten Konzepts mit Testungen aller Zuschauer vor und strengen Hygienevorschriften während des Spiels waren nun 800 Zuschauer dabei. „Das System hat sich bewährt. Alles hat nach Plan funktioniert. Wir hatten keine Lücken im Testprozess und keinen positiven Fall“, sagte Manager Kaweh Niroomand.

Kritik an der Zulassung von Zuschauern wegen der Infektionsgefahr während der Coronavirus-Pandemie wies Niroomand zurück. „Alle Karten waren schnell vergriffen. Das verdeutlicht die Sehnsüchte der Menschen nach ein bisschen Normalität im Leben“, sagte er. Wegen steigender Inzidenzzahlen sieht der Manager die angedachte Fortführung des Projekts im Fußball und Eishockey jedoch skeptisch. „Wir wollten einen Anfang machen, den der 1. FC Union und die Eisbären dann weiterführen. Die Sache wird aber wahrscheinlich nicht die Kontinuität haben, die wir uns gewünscht haben“, sagte er.

Die Zuschauer hatten die BR Volleys überwiegend mithilfe ihrer Klatschpappen leidenschaftlich unterstützt, Gesänge waren verboten. Selbst die unterlegenen Dürener fanden Gefallen an der Atmosphäre in der Halle. „Das war zwar ungewohnt, macht aber mehr Bock. Es war einfach geil“, sagte Tim Broshog, Mittelblocker bei den Gästen.

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Die BR Volleys zeigten vier Tage nach der ersten Halbfinal-Begegnung in Düren (1:3) deutlich mehr Effektivität in ihren Angriffsaktionen. Gerade Benjamin Patch (29 Punkte) und Timothee Carle (20) wurden von Zuspieler Sergej Grankin immer wieder in Szene gesetzt. Zudem überzeugte Libero Julian Zenger in der Annahme. „Zwei Sätze lang haben wir auf hohem Niveau gespielt“, lobte Niroomand. Dann aber wurden sie nachlässig. „Den Anfang des dritten Satzes haben wir verschlafen“, sagte Zenger.

Im vierten Durchgang bewiesen die Gastgeber Nervenstärke, als sie zunächst durch die Abwehr eines Satzballes für Düren den Tiebreak verhinderten und dann ihrerseits mit dem vierten Matchball die Entscheidung herbeiführten. Danach hielt es kaum noch einen der 800 Zuschauer auf den Sitzplätzen. Stehend, aber auf Abstand bedacht jubelte das Publikum dem Siegerteam bei der Ehrenrunde zu. Und das weckte dann fast schon wehmütige Erinnerungen an Vor-Corona-Zeiten. (dpa/pia)

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