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Tennisturnier am Rothenbaum: Warum Lys und Seidel fehlen – Showmatch und Freitickets
Die Hamburg Ladies Open starten ohne Eva Lys und Ella Seidel. Was am Rothenbaum dennoch geboten wird – von einem legendären Showmatch bis hin zu Freitickets über die gesamte Turnierwoche.
Vom 19. bis zum 26. Juli finden am Rothenbaum gleich zwei Damentennis-Turniere auf Topniveau statt. Neben den MSC Hamburg Ladies Open (WTA 250) laufen von Donnerstag bis Sonntag parallel auch die ersten Hamburg Wheelchair Open, die auf der zweithöchsten Rollstuhltennis-Kategorie ausgetragen werden. Die Weltspitze lässt sich in Hamburg nicht blicken, auch die Hamburgerinnen Eva Lys und Ella Seidel schlagen nicht im eigenen Wohnzimmer auf. Dafür lockt Turnierdirektorin Sandra Reichel mit kostenlosem Eintritt und einem Showmatch, das es in sich hat.
Ohne Top-50-Spielerinnen wird das Turnier am Sonntag an den Start gehen. Zwar stand die an eins gesetzte Oleksandra Oliyinkova bei Meldeschluss (22. Juni) noch auf Rang 49 der Welt, aktuell ist sie jedoch Weltranglisten-52. Auch wenn sie am Montag wieder in die Top 50 rutschen wird, verdeutlicht das Teilnehmerfeld, dass Hamburg nicht die erste Wahl der Elite ist, was auch mit dem Termin zwei Wochen nach Wimbledon sowie der Lage zwischen der Rasen- und Hardcourtsaison zu erklären ist. Mit dabei ist erneut 2024-Siegerin Anna Bondar (73.). Vorjahressiegerin Lois Boisson (158.) muss sich nach jetzigem Stand durch die Qualifikation ins Hauptfeld kämpfen.
MSC Hamburg Ladies Open starten ohne Lys und Seidel
Für große Enttäuschung bei Hamburgs Tennisfans dürfte hingegen das Fehlen von Lys und Seidel gesorgt haben. „Wir kennen alle ihre gesundheitlichen Themen. Da hat das Ärzteteam ihr dringend geraten, jetzt nicht den Belag zu wechseln von Rasen auf Sand und dann auf Hardcourt“, erklärte Reichel die Absage von Lys, die mit einer rheumatischen Immunerkrankung lebt und seit Beginn des Jahres mit Problemen am Knie zu kämpfen hat. Seidel habe sich dazu entschieden, direkt auf Hardcourt zu gehen, „um ihre Punkte auf Hardcourt zu verteidigen“.
Einige deutsche Spielerinnen sind dennoch am Start. Die neue deutsche Nummer eins Tamara Korpatsch (73.) schaffte es als einzige Deutsche, sich direkt für das Hauptfeld zu qualifizieren. Durch Wildcards starten zudem Hamburgerin und 2023-Überraschungs-Finalistin Noma Noha Akugue (149.) und Tessa Brockmann aus Itzehoe (274.) im Hauptfeld.
In der Qualifikation sind darüber hinaus unter anderem Nastasja Schunk (22 Jahre, 457.), Julia Stusek (18, 438.) und Valentina Steiner (19, 512.) dabei. Steiner spielte unter der Woche noch ein Marathon-Match über 4:37 Stunden in Darmstadt. Davon habe sie sich bereits erholt und es gehe ihr wieder „sehr gut, ich bin ja in Hamburg“, wie die gebürtige Baden-Württembergerin verriet, die im letzten Jahr in Hamburg erstmals im Hauptfeld eines WTA-250-Turniers stand. Die verbleibenden Wildcards muss Reichel bis Samstag 16 Uhr verteilen, der Fokus wird aller Voraussicht nach erneut auf der Förderung deutscher Talente liegen.
Turnierbotschafterin Petkovic trifft im Showmatch auf Martina Hingis
Andrea Petkovic (38), die Anna Bondar und Korpatsch als ihre Favoritinnen erkoren hat, nimmt in diesem Jahr in einer Doppel-Funktion in Hamburg teil. Neben ihrer Tätigkeit als Turnierbotschafterin wird sie selbst wieder auf den Platz treten. Zum Auftakt des Final-Sonntags wird die ehemalige Top-10-Spielerin in einem Showmatch gegen die 25-malige Grand-Slam-Siegerin Martina Hingis antreten.
Die 45-Jährige war 209 Wochen die Nummer eins der Damentennis-Welt, gewann fünf Grand-Slam-Titel im Einzel, 13 im Doppel sowie sieben im Mixed und gehört zu den größten Ikonen des Sports. Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Ex-Profis im Einzel. Petkovic befindet sich derweil noch im intensiven (Urlaubs-)Trainingslager auf einer griechischen Insel, ehe sie am Dienstag nach Hamburg anreist, um das Turnier vor Ort zu unterstützen und am Sonntag zum Highlight-Match aufzuschlagen.
„Ich vertraue darauf, dass die mediterrane See mir den Extra-Energieschub geben wird und dass ich mithilfe meiner Luftmatratze dann doch noch gegen Martina Hingis gewinnen kann“, zeigte sich Petkovic voller Vorfreude. Hingis gewann in Hamburg zweimal und freut sich ebenfalls auf die Rückkehr. „Ich verbinde mit Hamburg unglaublich schöne Erinnerungen. Der Rothenbaum war eines meiner Lieblingsturniere“, so Hingis. „Die Hamburger Tennisfans haben das Turnier immer zu etwas Besonderem gemacht.“
Wheelchair-Turnier ergänzt das Angebot – kostenloser Eintritt bis Freitag
Ein weiteres Highlight soll das Wheelchair-Turnier bieten, das von Donnerstag bis Sonntag auf der Anlage stattfinden wird. Angeführt wird das Feld von der Weltranglistenvierten Aniek van Koot. Vier Top-10- sowie elf Top-25-Spielerinnen schlagen in Hamburg auf, Britta Wend (22.) und Katharina Krüger (39.) sind als deutsche Spielerinnen vertreten. „Das ist ein ganz starkes Zeichen für das Thema Inklusion und tolles Damentennis“, so Reichel, „damit schlagen wir ein neues Kapitel auf“.
Für alle Tennisfans, die sich über die Woche auf der Anlage aufhalten und großes Tennis erleben wollen, bestehen entsprechende Angebote. Vom Qualifikations-Sonntag bis zum Viertelfinal-Freitag werden kostenlose Groundtickets erhältlich sein, mit denen die Anlage sowie die Nebenplätze betreten werden können. Es können alle Matches geschaut werden, außer die auf dem Center Court.
Tickets für den Center Court kosten in der günstigsten Kategorie und ohne Ermäßigung zwischen 20 Euro (Qualifikations-Sonntag) und 75 Euro (Freitag und Samstag). Kinder bis zwölf Jahre erhalten die ganze Woche über freien Eintritt, Jugendliche bis 16 Jahre zahlen jeweils zehn Euro. Am Finaltag ist der Eintritt für alle Personen bis 16 Jahre kostenlos.
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