Tennis-Talent Isabella Abendroth (15): Aus Hamburg in die Welt

Isabella Abendroth posiert am Tennis-Netz
Tennis-Talent Isabella Abendroth (15) kommt aus Hittfeld (Gemeinde Seevetal). Seit diesem Jahr spielt sie für den Club an der Alster.

Ausufernd gejubelt hat sie nach dem Sieg nicht. „Im zweiten Satz habe ich etwas gewackelt“, sagt Isabella Abendroth nach dem Spiel. Dabei hat das 15-jährige Tennis-Toptalent souverän in zwei Sätzen (6:0, 6:4) gegen die Dänin Sophia Ragus (18) gewonnen und ist damit ins Viertelfinale des Nachwuchsturniers in Hamburg eingezogen – ein weiterer kleiner Schritt in einer Karriere, die im norddeutschen Tennis bereits viel Aufmerksamkeit erhält. Die MOPO hat Isabella getroffen.

Aufgewachsen in Seevetal im Landkreis Harburg (Niedersachsen), gilt Isabella als eine der größten Nachwuchshoffnungen der Metropolregion Hamburg. Seit Anfang dieses Jahres spielt sie für den Club an der Alster. Sie nutzt Turniere wie das jüngst in der Hansestadt ausgetragene J100-Turnier der International Tennis Federation (ITF), um sich regelmäßig auf Top-Niveau zu messen.

Mathias Abendroth trainiert seine Töchter Isabella und Jolie

Dass Tennis für Isabella schon in jungen Jahren eine so zentrale Rolle spielt, hat auch mit ihrer Familie zu tun. Vater Mathias Abendroth war mehrfacher DDR-Jugendmeister und Trainingspartner des Elmshorner Wimbledon-Siegers Michael Stich. Seit über 15 Jahren gibt er sein Wissen in einem eigenen Leistungszentrum an junge Talente weiter – und trainiert auch seine beiden Töchter.

Denn Isabellas große Schwester Jolie (19) spielt ebenfalls erfolgreich und ist häufig Trainings- sowie Doppelpartnerin. Mutter Angela Esins begleitet sie regelmäßig zu Turnieren und Spielen und sorgt im Hintergrund für Organisation und Unterstützung. „Für mich ist es immer eine Extra-Motivation, wenn meine Eltern dabei sind“, sagt Isabella. „Es hilft sehr, dass mein Vater mein Trainer ist.“

Familiär bedingt begann ihre Tennislaufbahn früh. Mit sechs Jahren griff sie erstmals zum Schläger, und schon bald deutete sich an, dass daraus mehr werden könnte. Bereits mit neun Jahren wurde sie Zweite bei den Hamburger Jugendmeisterschaften der Altersklasse U10, mit 13 gewann sie schließlich die Deutsche Jugend-Hallenmeisterschaft der U14. Spätestens zu dieser Zeit wurde deutlich, dass der Sport einen großen Platz in ihrem Leben einnehmen würde. „Mit zehn oder elf habe ich angefangen, regelmäßig Turniere zu spielen. Da wurde mir klar, dass es mehr als nur ein Hobby ist“, erinnert sie sich.

Isabella trainiert sechsmal pro Woche mehrere Stunden

Um diesen Weg konsequent zu verfolgen, organisiert die Familie das Training bewusst privat und unabhängig von Verbandsstrukturen – ein Ansatz, der viel Einsatz verlangt. Bis zu sechsmal pro Woche steht Isabella mehrere Stunden auf dem Platz, hinzu kommen Athletikeinheiten und die Turnierreisen. „Da fließt sehr viel Zeit, Energie und Arbeit hinein“, erzählt ihre Mutter Angela der MOPO. Trainiert wird häufig auf der Anlage des TC Stelle (ebenfalls im Landkreis Harburg), wo sie gemeinsam mit Vater Mathias an Technik und Spiel arbeitet.

Isabella Abendroth beim Tennis-Training in Hamburg
Bei ihrem jüngsten Heimspiel in Hamburg-Horn kam Isabella Abendroth ins Viertelfinale.

Trotz des intensiven Trainingspensums gelingt es Isabella, Schule und Leistungssport miteinander zu verbinden. Vor den Einheiten lernt sie für ihre Privatschule, anschließend geht es direkt auf den Platz – und auch auf den Reisen nutzt sie die freien Minuten zum Lernen. Ihre Schwester Jolie hilft ihr zusätzlich bei der Bewältigung des eng getakteten Alltages.

Ein prägender Moment ihrer noch jungen Karriere war Isabellas erster internationaler Wettbewerb: Mit zwölf Jahren gewann sie prompt ein Nachwuchsturnier, das auf der Nebenanlage der French Open in Paris stattfand. Solche internationalen Wettbewerbe reizen sie besonders, weil sie dort gegen Spielerinnen aus verschiedenen Ländern antreten und sich auf einem hohen Level mit ihnen duellieren kann.

In diesem Jahr wechselte sie zum Club an der Alster

Hamburg nimmt aktuell bei Isabellas sportlichem Werdegang eine wichtige Rolle ein. Nach einem zwischenzeitlichen Umzug nach Tschechien spielte sie einige Jahre für einen Thüringer Verein, bevor sie in diesem Jahr schließlich zum Club an der Alster an der Rothenbaumchaussee wechselte. „Ich mag Hamburg sehr und freue mich, jetzt auch für Hamburg spielen zu können“, sagt die Seevetalerin.

Die vielen Turnierreisen empfindet Isabella dabei weniger als Belastung, sondern vielmehr als Bereicherung: Sie lernt neue Länder kennen, trifft andere Nachwuchsspielerinnen und knüpft internationale Kontakte. Für das Jahr 2026 hat sie längst klare sportliche Ziele – darunter die Teilnahme an den French Open Juniors und der Einstieg in WTA-Wettbewerbe.

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Beim Heimspiel in Hamburg ist dann für Isabella Abendroth übrigens im Viertelfinale Schluss. Kein Rückschlag, sondern ein weiter Schritt auf ihrem Weg nach oben.