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Tennis-Talent im Interview: Carina Witthöft: „Die meisten gönnen dir nichts“

Carina Witthöft in Wimbledon.

In Wimbledon schaffte es Carina Witthöft in diesem Jahr in die dritte Runde. In der Weltrangliste steht die Hamburgerin aktuell auf Platz 85.

Foto:

WITTERS

Carina Witthöft (21) hat ein bewegtes Tennisjahr hinter sich. Während ihr Start auf der WTA-Tour den nötigen Nährboden für ihre Kritiker bereitete, ließ sie jene mit dem Einzug in die dritte Runde von Wimbledon und den US-Open verstummen. Im Interview mit der MOPO spricht die hoch veranlagte Blondine über das stressige Tour-Leben, den Umgang mit zickigen Kolleginnen und ihren knuffigen Hund Teddy.

Hinter Ihnen liegt ein Tennisjahr mit Höhen und Tiefen. Haben Sie eine Erklärung für Ihre Leistungsschwankungen?

Carina Witthöft: In der ersten Jahreshälfte habe ich viele enge Matches verloren. Es war eine schwere Zeit für mich. Aber dann habe ich angefangen, diese engen Matches zu gewinnen. Tennis hat sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun.

Wie würden Sie das Tennisjahr 2016 bewerten?
Wenn ich dem Jahr eine Schulnote geben müsste, dann wäre es eine 3+. Ich denke, dass ich mich ganz gut geschlagen habe. Mein Glück hängt auch nicht davon ab, ob ich in der Rangliste auf 60 oder 80 stehe.

Wo sehen Sie Entwicklungspotenzial?
Auf jeden Fall in der Konstanz. Ich habe oft Matches, in denen ich zu vorsichtig bin und mein aggressives Spiel nicht durchziehe. Außerdem arbeiten wir momentan verstärkt an meiner Beinarbeit und meinem Aufschlag.

Welche Ziele haben Sie sich für das kommende Jahr gesteckt?
Ich möchte gerne Halbfinals oder Finals auf der WTA-Tour erreichen.

Der erste Höhepunkt des Jahres werden im Januar die Australian Open sein. Dort scheinen Sie sich fast schon traditionell sehr wohlzufühlen. Woran liegt das?
Was gibt es Schöneres, als im Winter in die Sonne zu fliegen? Australien ist ein wunderbares Land, das Turnier einfach perfekt organisiert und die Atmosphäre – wow! Ich habe mich in diesem Jahr unter die Zuschauer gemischt. Sie sind so unglaublich sport- und tennisverrückt. Auf den Rängen wird eine einzige Party veranstaltet. Das ist einfach der Wahnsinn. 

Wie lassen Sie das Tennisjahr 2016 ausklingen?
Eigentlich wollten mein Freund Philip und ich in den Urlaub fliegen, dann haben wir aber Familienzuwachs in Form  von Teddy bekommen.

Ihr New English Bulldog.
Ja. Ich bin mit Philip in diesem Jahr zusammengezogen und wir  sind beide mit Hunden aufgewachsen. Uns fehlte das einfach, die Wohnung war immer so leer. Da meine Mutter der größte Hunde-Fan weltweit ist, war es auch kein Problem eine Absprache für die Tour zu finden. Und unser Familienhund Danny hat einen neuen Spielkameraden.

Genießen Sie es, mal mehrere Wochen am Stück zu Hause zu sein?
Ich bin extrem gerne zu Hause und habe die letzten Wochen intensiv genutzt, um mich mit meinen Freunden zu treffen und durch die Stadt zu bummeln. Ich habe also alles nachgeholt, was das Tour-Leben während der Saison nicht zulässt.

Klingt, als wäre das Leben auf der Tour nicht so spaßig.
Das kann man so nicht sagen. Es ist eine Mischung. Turniere, wie die in Australien, genieße ich sehr, aber es gibt auch Turniere im Laufe der Saison, die eben nicht an den schönsten Orten der Welt stattfinden. Jede Woche unterwegs, lange Flüge und Zeitverschiebungen – das macht sich im Laufe eines Jahres bemerkbar und kann auch anstrengend sein. Aber am Ende überwiegen die unglaublich schönen Momente.

Wie ist der Umgang mit Ihren Kolleginnen?
Im Großen und Ganzen macht jeder sein eigenes Ding. Klar hat man immer mal mit ein paar Spielerinnen Kontakt, aber eigentlich ist das dann leider eher oberflächlich. Vielleicht liegt es am Konkurrenzdruck – die meisten gönnen einem nichts oder sind zickig. Mir ist das aber nicht so wichtig, ich kann darauf verzichten. Ich habe meine Familie, Freunde und mein Leben zu Hause.