Der fünffache Windsurf-Weltmeister Philip Köster lacht

Der fünffache Windsurf-Weltmeister Philip Köster Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Sieben Kilo abgespeckt: Hamburger will seinen sechsten Weltmeister-Titel

kommentar icon
arrow down

Der Windsurf World Cup Sylt startet am 26. September. Der fünfmalige Weltmeister Philip Köster, dessen Eltern einst von Hamburg auf die Kanaren ausgewandert sind, greift nach seinem sechsten Titel. Dafür hat er einiges unternommen.

Einen Abstecher nach Deutschland hat Philip Köster schon in der vergangenen Woche gemacht. Beim Powwow Sports Festival war er auf der Bühne in Düsseldorf. Einen Tag später stand der Deutsch-Kanare schon wieder daheim vor Gran Canaria auf seinem Board.

„Ich wollte vor dem Windsurf World Cup noch trainieren“, erklärte der 31-Jährige sein Hin- und Herreisen. Die Vorbereitung auf den am Freitag beginnenden World Cup vor Sylt stellte ihn vor Herausforderungen. „Wir haben zu Hause gerade 40 Grad und viel Sand in der Luft. Düsseldorf war eine so gute Erfrischung, wie es auch Sylt sein wird“, sagte Köster. Sein Anspruch für Sylt ist klar: „Wenn ich gewinnen kann, habe ich sehr gute Chancen auf den WM-Titel. Die Aufgabe ist schwierig, aber nicht unmöglich.“

Philip Köster startet beim Windsurf World Cup Sylt

Köster, dessen Eltern 1980 ausgewandert sind, kommt hungrig nach Westerland. Was aber nicht dem Fakt geschuldet ist, dass er in den vergangenen vier Monaten durch die Umstellung seiner Ernährung sieben Kilogramm abgenommen hat.

Durch selbstgemachte Poké Bowls (Köster: „Man schichtet, was man hat“) mit frischen Zutaten und viel Outdoor-Bewegung mit Ehefrau Manca Notar und den beiden Töchtern hat Köster sein Gewicht auf 88 Kilogramm gedrückt.
„Ich fühle mich jetzt ein bisschen bereiter“, kündigte er vor dem Start des Windsurf World Cup Sylt. Er habe beobachtet, wie Konkurrenten bei weniger Wind besser in Fahrt kamen. „Die Leichtgewichte mit 65, 70 Kilo haben dann klare Vorteile“, sagt der 1,93-Meter-Athlet.

Mit 15 Jahren bestritt Köster sein erstes Weltcup-Event, als 18-Jähriger war er schon Doppel-Weltmeister. Er gilt noch immer als einer der sprunggewaltigsten Waverider. Doch die Konkurrenz ist auch weiter groß.

Weltrangliste: Köster verfolgt ein Duo

Vor den letzten beiden Saison-Events auf Sylt und bei den Aloha Classics in Maui im Oktober ist Köster mit 22.370 Punkten erster Verfolger einer Weltranglisten-Doppelspitze. Diese bilden der Spanier Marc Paré Rico (27) und der Brasilianer Marcilio Browne (36). Beide weisen jeweils 25.385 Punkte auf. „Vor allem Allrounder Paré ist ein schwieriger Gegner, der mit Erfahrung in Norddeutschland anreist, dem aber Hawaii nicht so gut liegt“, sagte Köster. Im Auge hat er auch den viertplatzierten Spanier Victor Fernandez (41): „Der kann alles!“

Köster kreuzt zum 13. Mal vor dem Brandenburger Strand auf. Die bisherige Saison hatte Höhen wie den Auftakt-Sieg in Australien und Tiefen wie das Folge-Event in Chile, wo sie ihn an einem Abend ohne Wind in den letzten Lauf geschickt hatten, als nichts mehr ging. Es blieb nur Platz sieben. Er dachte, die Saison sei hin, schlug aber mit einem imposanten Starkwindsieg vor Gran Canaria zurück, bevor Rang fünf vor Teneriffa folgte.

Der Starkwind-Spezialist hofft auf einen Sturm

„Jetzt kann Sylt kommen. Ich hoffe, dass wir Sturm bekommen“, sagte der Starkwind-Spezialist vor dem Saisonendspurt. Zwei weitere Asse hat Köster noch: „Für mich ist Sylt ein Heimspiel, weil ich tollen Support vom Publikum und meiner Familie habe. Für die meisten anderen ist das Sylter Revier ein schwieriger Spot mit den oft auflandigen Winden und frischen Temperaturen.“

Weil das Windsurfrevier vor Sylt unterschiedlichste Bedingungen servieren kann, tritt Köster mit etwa 15 Segeln und zehn Boards in Westerland an. „Da ist fast alles doppelt, falls was kaputtgeht“, sagte er über seine XXL-Ausrüstung. Köster kommt mit der ganzen Familie an. Vater Rolf Köster reiste frühzeitig nach Deutschland mit dem vollgepackten VW-Bus. Im Flugzeug war das gesamte Material kaum unterzubringen.

Ein Sylt-Sieg ist 10.000 Punkte wert. Kösters Plan: „Es wäre schön, sehr hohe Doppel-Loops zu stehen.“ Ob es eine Chance für Triple-Loops gibt, müsse man sehen. Bei sehr auflandigem Wind sei es schwierig, die Höhe dafür, den Speed vor der Welle zu bekommen. Köster Hoffnung: „Auch ähnliche Sprünge sind machbar – wenn der passende Sturm kommt.“ (dpa)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test