Der Viererbob mit Kristopher Horn

Der Viererbob von US-Pilot Kristopher Horn Foto: imago/Sven Simon

Schock beim Bob-Weltcup: US-Amerikaner fliegen spektakulär aus dem Schlitten

kommentar icon
arrow down

Spektakuläre und zugleich beängstigende Szenen haben das Viererbob-Weltcuprennen auf der legendären Natureisbahn in St. Moritz überschattet. Beim Start verlor US-Pilot Kristopher Horn nach wenigen Sekunden alle drei Anschieber – und brachte seinen Bob anschließend allein und geistesgegenwärtig ins Ziel. Die dramatische Situation ging glimpflich aus, sorgte aber für einen Schockmoment bei Fahrern, Offiziellen und Zuschauern.

In der ersten Linkskurve kurz nach dem Startbereich kam es zur folgenschweren Kettenreaktion: Ersatzanschieber Ryan Rager rutschte beim Einsteigen weg, beim anschließenden Einschlag in die Bande wurden auch die beiden weiteren Crewmitglieder aus dem Schlitten geschleudert. Besonders brisant: Anschieber Hunter Powell flog über die Eisbande hinweg und prallte gegen einen Holzzaun. Nach ersten Informationen blieb er von schweren Verletzungen verschont.

Kristopher Horn konnte die Situation entschärfen

Horn bemerkte erst im unteren Streckenteil, dass er allein unterwegs war. Im Ziel reagierte der US-Amerikaner blitzschnell, rutschte gedankenschnell von den Lenkseilen auf die Bremserposition und brachte den 210 Kilogramm schweren Schlitten sicher zum Stehen. Für sein umsichtiges Verhalten erhielt er spontanen Applaus von Konkurrenten und Fans. Laut Reglement wurde das US-Team jedoch disqualifiziert, da im Ziel alle vier Insassen im Bob sein müssen.


Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Diagnose Krebs: Hamburgerin wirft UKE Behandlungsfehler vor
  • Straftaten: Hamburg wird sicherer – aber nicht für Frauen
  • Hamburgs Super-Recognizer: Der Mann, der sich Tausende Gesichter merken kann
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
  • 16 Seiten Sport: HSV-Liebling Otto Stange (19) über seine Rückkehr
  • 28 Seiten Plan 7: Im Kino wird’s jetzt richtig heiß! Und: Ausgeh-Tipps für jeden Tag

Auch Rekordweltmeister Francesco Friedrich erlebte zuvor eine brenzlige Situation. Beim Einsteigen sprang seine Crew zu spät in den Schlitten, ein Anschubbügel blieb beschädigt ausgeklappt. Trotz Startbestzeit verlor der viermalige Olympiasieger wertvolle Zeit und fiel im ersten Lauf auf Rang 14 zurück. „Das war kein Pech, das war ein Fehler von mir“, räumte Friedrich ein.

Bob: Adam Ammour gewinnt sensationell den EM-Titel

Sportlich sorgte der Tag für eine Sensation: Adam Ammour sicherte sich völlig überraschend seinen ersten Europameistertitel im Viererbob. Der 24-Jährige schob sich mit einem starken zweiten Lauf noch am bis dahin dominierenden Johannes Lochner vorbei und feierte zugleich seinen ersten Weltcupsieg in dieser Disziplin. An Lochner, der tags zuvor bereits EM-Gold im Zweier gewonnen hatte, ging Silber, Bronze holte der Schweizer Michael Vogt. Friedrich rettete sich nach seinem Malheur noch auf Rang sechs.

Das könnte Sie auch interessieren: „Ich will nur nach Hause“: Warum der deutsche Box-Held Kabayel nicht feiern wollte

Rund einen Monat vor den Olympischen Winterspielen setzte Ammour damit ein starkes Ausrufezeichen – doch die Bilder des Rennens werden vor allem wegen der Schrecksekunden um den US-Bob in Erinnerung bleiben (dpa/sid/vb)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test