Rothenbaum-Triple! Deutsches Top-Duo triumphiert in Hamburg

Tim Pütz und Kevin Krawietz jubeln am Rothenbaum
Tim Pütz und Kevin Krawietz feierten am Rothenbaum mit ihren Kindern.

Die Tennis-Woche am Rothenbaum neigt sich dem Ende entgegen. Die ersten Sieger der diesjährigen Bitpanda Hamburg Open stehen fest. Das deutsche Top-Duo aus Kevin Krawietz und Tim Pütz gewann das Finale und ist damit am Rothenbaum seit zwölf Matches ungeschlagen! Durch ihren Sieg schrieben die beiden sich zudem in die Geschichtsbücher des Turniers ein.

Krawietz (Weltranglistenzwölfter/34 Jahre) und Pütz (13./38) sorgten schon über die gesamte Woche am Rothenbaum für Aufsehen und einen enormen Fan-Andrang. In der ersten Runde überfluteten sie die Ränge auf Nebenplatz M1 und sorgten mit ihrem Highlight-Spiel zeitweise sogar für einen Einlassstopp. Ein ähnliches Bild gab es im Viertelfinale, in dem sie, wie auch schon in der ersten Runde, keinen Satz abgaben.

Fans auf Court M1 am Rothenbaum
Kevin Krawietz und Tim Pütz füllten den Nebenplatz M1 bei den Bitpanda Hamburg Open am Rothenbaum.

Das änderte sich auch im Halbfinale nicht. Denn durch die Aufgabe von Guido Andreozzi (Verletzung am rechten Bein) zogen Krawietz und Pütz kampflos ins Finale ein. Dort traten sie an, um ihr zwölftes Match am Rothenbaum in Folge zu gewinnen. 2023 und 2024 holte sich das deutsche Top-Duo die Titel bei den Hamburg Open, 2025 wurden sie von einer Verletzung von Pütz zurückgeworfen und konnten ihr Zweitrunden-Match nicht bestreiten. Die Mission Titelverteidigung wurde nach der letztjährigen Verletzungsunterbrechung in diesem Jahr also wieder aufgenommen.

Krawietz und Pütz triumphieren bei den Hamburg Open

Im Finale trafen sie auf das französische Duo aus Sadio Doumbia (24./35) und Fabien Reboul (26./30), die zuvor mit ihrem Halbfinalsieg gegen Jakob Schnaitter und Mark Wallner das erste deutsche Rothenbaum-Finale verhinderten. Gegen die Franzosen erwischten Krawietz und Pütz den besseren Start, gingen früh mit 3:0 in Führung und brachten den ersten Satz mit 6:3 ins Ziel. Sie reagierten schneller am Netz und sorgten mit schnellen, teils spektakulären Ballwechseln für Stimmung auf dem ausverkauften, aber nicht komplett gefüllten Center Court.

Sadio Doumbia und Fabien Reboul spielen am Rothenbaum
Sadio Doumbia und Fabien Reboul (r.) besiegten Jakob Schnaitter und Mark Wallner auf ihrem Weg ins Finale am Rothenbaum.

Im zweiten Durchgang kamen die Franzosen besser ins Spiel, schnappten sich das frühe Break und führten zwischenzeitlich mit 3:1. Krawietz und Pütz gelang zwar direkt das Rebreak, erstmals im Turnierverlauf mussten sie sich jedoch für einen Satz geschlagen geben. Mit 4:6 ging der zweite Satz an Doumbia und Reboul. Ein Championstiebreak musste wortwörtlich über den Rothenbaum-Champion entscheiden.

Die Fans hielten zu den Deutschen, pushten sie nach vorne und zeigten ihre Begeisterung nach den wichtigsten Punkten im Match. Von 3:1 drehten die Franzosen auf 5:7 bei eigenem Aufschlag. Doch Krawietz und Pütz bewiesen ihre Erfahrung und holten sich die erneute Führung sowie die ersten Matchbälle beim Stand von 9:7. Einen konnten die Franzosen noch abwehren, doch beim Aufschlag von Tim Pütz blieben sie ohne Chance. Ganz zur Freude der Fans, die es sofort von den Stühlen riss. Mit 6:3, 4:6 und 10:8 holten sich Krawietz und Pütz ihren dritten Titel am Rothenbaum!

Franzosen sorgen für Lacher – Krawietz mit großem Lob

Sowohl Reboul als auch Doumbia beglückwünschten die Sieger in ihren anschließenden Reden und sorgten dabei in sympathischer Art und Weise für einige Lacher. „Tim, Kevin, Glückwunsch erstmal, ihr seid super nett“, begann Reboul und schob aus Angst, dass es sarkastisch verstanden werden könnte schnell hinterher: „Nein, wirklich.“ Es sei „nicht immer einfach“, so viel Zeit mit seinem Partner zu verbringen. Mit einem großen Lob für Hamburg und das Turnier fuhren die Franzosen fort.

Fabien Reboul, Sadio Doumbia, Tim Pütz und Kevin Krawietz
Fabien Reboul, Sadio Doumbia, Tim Pütz und Kevin Krawietz (v.l.) präsentieren ihre Trophäen am Rothenbaum.

„Sorry für heute“, entschuldigte sich Pütz zunächst bei den Unterlegenen, die immerhin 72.720 Euro und 300 Punkte für die Weltrangliste bekommen. Krawietz trat als Zweiter ans Mikrofon, mit seinem Sohn Theo (3) auf dem Arm. Reboul und Doumbia bezeichnete Krawietz als ihr „Lieblings-Doppel“. Weiter lobte er: „Ihr seid so lustig und macht alles irgendwie anders als alle anderen.“ Er habe größten Respekt für die Franzosen, „die lieben Tennis einfach“.

Deutsches Duo mit Rothenbaum-Rekord

Krawietz und Pütz feierten anschließend ihren gemeinsamen Titel. Sie sind erst das zweite Doppel, dem es in der Open Era (seit 1969) gelang, dreimal als Duo zu triumphieren. Sergio Casal und Emilio Sánchez gewannen 1986, 1991 und 1992 zusammen. Pütz zog zudem mit Sánchez gleich, was die gesamten Doppel-Titel am Rothenbaum betrifft. Pütz gewann 2021 bereits mit Michael Venus, im Finale besiegte er damals Kevin Krawietz, der mit Horia Tecau antrat.

Auf die Frage, ob Krawietz sich noch von Pütz trennen würde, um die Titel am Rothenbaum auszugleichen, sagte der 34-Jährige auf der Pressekonferenz kurz nach dem Match: „Vielleicht spielt er ja noch fünf Jahre und ich höre vor ihm auf, das kann auch passieren.“ Es sei zumindest durchaus möglich, dass er auch ohne Pütz an den Rothenbaum zurückkehren wird: „Die Chance besteht auf jeden Fall, dass ich ohne Tim noch mal hier antreten werde.“

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Auf ihrem gemeinsamen Weg zum Titel standen Krawietz und Pütz nur 4:35:11 Stunden auf dem Platz und gaben dabei einen Satz ab. Für den Sieg erhalten sie 136.350 Euro und 500 Weltranglistenpunkte. Damit rückt Krawietz auf Rang zehn, Pütz schafft es bis auf den zwölften Platz.