Lukas Zerbe vergräbt sein Gesicht unter seinem Trikot.

Lukas Zerbe haderte mit der überraschenden Pleite gegen Serbien. Foto: IMAGO/Maximilian Koch

Plötzlich-Pleite gegen Serbien! Deutschen Handballern droht EM-Aus

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Drama statt Durchmarsch: Deutschlands Handballer haben im zweiten EM-Spiel einen völlig unerwarteten Rückschlag erlitten. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason verlor gegen Serbien nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit mit 27:30 (17:13) und muss nun um den Einzug in die Hauptrunde bangen. Es droht sogar das Vorrunden-Aus.

Das deutsche Team führte vor 9130 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen zur Pause noch komfortabel, brach dann aber ein. In der Schlussphase schien das DHB-Team das Ruder noch einmal herumzureißen, lag fünf Minuten vor dem Ende auch dank der Paraden des eingewechselten Andreas Wolff mit 25:24 vorn. Die Serben bewiesen in den dramatischen Schlussminuten aber die besseren Nerven. „Wir haben zu viele Fehler nach vorne gemacht, hatten zu viele Fehlwürfe“, monierte Gislason nach Spielende bei der ARD. Damit meinte er ausschließlich den schwachen zweiten Durchgang.

Die Abwehr präsentierte sich ungewohnt löchrig. Im Angriff, der im ersten Abschnitt noch mit Tempo und Spielfreude geglänzt hatte, reihte sich plötzlich Fehler an Fehler. Etliche Torschancen blieben ungenutzt, hinzu kamen Ballverluste durch technische Fehler, so dass am Ende die erste Niederlage gegen Serbien überhaupt stand. Beste Werfer der DHB-Auswahl, die zum Auftakt am Donnerstag noch gegen Österreich (30:27) gewonnen hatte, waren Renars Uscins und Miro Schluroff mit jeweils sechs Treffern.

Deutschland muss gegen Spanien gewinnen

Deutschland steht im abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr/ZDF) nun unter enormem Druck. Das DHB-Team hat wie Serbien 2:2 Punkte auf dem Konto. Spanien, das Österreich am Samstag 30:25 besiegte, steht bei 4:0 Zählern. Nur die ersten beiden Teams erreichen die Hauptrunde, die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierte Mannschaft werden in die zweite Turnierphase mitgenommen. DHB-Ziel ist der Einzug ins Halbfinale.

Serbien spiele „einen sehr schnellen und technischen Handball“, sagte Gislason vor dem Spiel in der ARD: „Da müssen wir uns auf unsere Abwehr verlassen.“ Zudem müsse das Tempospiel „auch besser laufen“. Seine Spieler schienen ihrem Trainer gut gelauscht zu haben. Denn vor allem das schnelle Spiel funktionierte in der Anfangsphase ganz hervorragend.

Zerbe warf das erste deutsche Tor

Lediglich 41 Sekunden dauerte es, bis Geburtstagskind Lukas Zerbe, der am Samstag 30 Jahre alt wurde, einen Schnellangriff nach einer Parade von David Späth zum 1:0 abschloss. Als der enorm spielfreudige Knorr wenig später mit seinem dritten Treffer auf 5:4 (10.) stellte, konnte Gislason bereits das vierte deutsche Tor aus dem Tempospiel heraus notieren.

Deutschland blieb am Drücker und erhöhte dank eines Doppelpacks des eingewechselten Franz Semper auf 11:8 (18.). Doch die Serben ließen sich nicht abschütteln, was vor allem an Torhüter Dejan Milosavljev vom deutschen Meister Füchse Berlin lag, der einen Sahnetag erwischte. Vor allem Schluroff war es mit seinen vier Treffern zu verdanken, dass die DHB-Auswahl dennoch mit einer Vier-Tore-Führung in die Pause ging. Schluroffs Treffer zum 16:13, den der Gummersbacher mit 134 Stundenkilometern in die Maschen hämmerte, machte Johannes Bitter am ARD-Mikrofon „sprachlos“.

DHB-Auswahl verlor nach der Pause den Faden

„Wir können es noch viel besser machen“, sagte Schluroff in der Halbzeit. Es sei in erster Linie „das Tempospiel, das uns jetzt in Führung gebracht hat. Wir haben ein paar Tore über die schnelle Mitte, zweite Welle gemacht. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Teammanager Benjamin Chatton schwärmte: „Die Stimmung ist fantastisch. Die Jungs agieren mit sehr viel Geschwindigkeit, wir überholen uns manchmal selbst.“

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Diese Geschwindigkeit kam im zweiten Durchgang allerdings fast komplett zum erliegen. Während der deutsche Angriff nun völlig überhastet agierte und von Minute zu Minute unsicherer agierte, witterten die Serben ihre Chance. Erst glichen sie nach nur zwölf Minuten aus, wenig später lagen sie 22:21 (48.) erstmals seit der Anfangsphase vorn. Auch Wolff, der den glücklosen Späth für die letzten knapp 20 Minuten ablöste, konnte das Ruder nicht mehr herumreißen. (sid)

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