Esther Henseleit hockt auf dem Golfkurs und überlegt

Esther Henseleit gilt bei den Amundi German Masters als Mitfavoritin. Foto: IMAGO/Axel Kaste

Die Golf-Elite vor Hamburgs Türen: Findet hier eines Tages Olympia statt?

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Wenn vom 14. bis 17. Mai 2026 in Winsen (Luhe) das Frauengolfturnier Amundi German Masters stattfindet, bedeutet dies vor allem eines: Die geballte europäische Frauen-Golf-Elite trifft sich unweit von Hamburg, um die Profigolf-Saison in Deutschland einzuläuten. Als Teil der Ladies European Tour (LET) darf sich das Turnier bei Hamburg in eine internationale Profi-Tour für die besten jungen Golferinnen auf den renommiertesten Plätzen weltweit einreihen. Mitfavoritinnen bei der inzwischen fünften Ausgabe des Turniers sind die deutschen Golferinnen Helen Briem, Alexandra Försterling sowie die Hamburger Olympia-Silbermedaillengewinnerin Esther Henseleit.

Försterling konnte das Turnier bereits 2024 gewinnen, Briem belegte im vergangenen Jahr den zweiten Platz hinter der Siegerin Shannon Tan aus Singapur. Mit entsprechender Begeisterung spricht Försterling über das Kräftemessen in gut zwei Monaten: „Ich habe es als ein sehr, sehr tolles Turnier erlebt, weil einfach mehr Zuschauer da waren“, sagt sie. „Die Vorfreude ist sehr groß, es ist immer wieder schön, dass Freunde und Familie zugucken können.“

Auch Briem freut sich auf das Turnier und stellt die Eigenheiten des Kurses heraus: „Ich bin froh, dass es in den Kalender gepasst hat. Es sind schon ein paar Löcher dabei, die sehr schwer sind. Aber es sind auch Löcher dabei, wo man angreifen, attackieren kann.“

Die Amundi German Masters werden noch größer

Doch die deutschen Golf-Talente sind nicht die einzigen, die um 350.000 Euro Preisgeld kämpfen. Die internationale Frauen-Golfelite ist in den letzten Jahren stark gewachsen. So zählen auch bei dieser Ausgabe der LET weltweite Stars wie Vorjahressiegerin Tan, die Schweizerin Chiara Tamburlini sowie die Engländerin Mimi Rhodes zum Favoritenkreis.

Eine halbe Stunde mit dem Auto von Hamburg entfernt, war das Amundi German Masters auf dem Green Eagle Golf Courses bereits vergangenes Jahr aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg, doch im Mai wollen sie noch einen draufsetzen. Laut Dirk Glittenberg, Turnierdirektor und Geschäftsführer von U.COM Event, sollen nach einem Ansturm von etwa 12.500 Besuchern im Jahr 2025 in der kommenden Ausgabe der Zuschauerbereich, die Gastronomie sowie die gesamte Hospitality vergrößert und weiter professionalisiert werden.

Workshops für Jugendliche seien ebenfalls wichtig, um auch die jungen Talente für den Sport zu begeistern und zu fördern. Schließlich lebt der Sport vor allem vom Nachwuchs, der sich früh ans den Golf herantraut. Darüber hinaus sei die Live-Übertragung von Sky für die Popularität des Turniers bedeutsam. „Aufgrund der Zeitverschiebung laufen wir in den USA im Morning-Feed des Golf-Channels, der sehr, sehr gute Einschaltquoten hat“, so Glittenberg.

Deutscher Frauengolf im Europa-Vergleich an der Spitze

Dass Frauengolf so einen Erfolg hat, ist laut Achim Battermann, stellvertretender Präsident des Deutschen Golf Verbandes, kein Wunder. 36 Prozent aller Golfsportler in Deutschland seien Frauen – Bestwert im europäischen Vergleich. Zum Vergleich: In England liege der Frauenanteil lediglich bei 10,5 Prozent. Darüber hinaus habe der deutsche Frauengolf im Jahr 2025 in der Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen einen Zuwachs von 18 Prozent verzeichnet. Sowohl auf der Anlage als auch bei den TV-Zahlen habe der Frauen „schon mehrmals“ den Herrengolf geschlagen, ergänzt Glittenberg.

Ob die Entwicklung anhält, bleibt abzuwarten, jedenfalls machen sich die Organisatoren schon Gedanken über die Zukunft. Am 31. Mai, 14 Tage nach dem Turnierende, findet in Hamburg das Referendum zur möglichen Bewerbung der Stadt um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2040 oder 2044 statt. Michael Blesch, Gründer des Green Eagle Golf Courses in Winsen (Luhe) sieht seinen Golfkurs als einen potenziellen Austragungsort, falls sich die Bürger für das Großereignis aussprechen und Hamburg den Zuschlag erhalten sollte: „Wir investieren hier gerade eine sehr große Summe, die eigentlich bereit ist für ein so großes Turnier. Wir sind mit allem, was wir haben, für das größte Golfturnier bereit, also auch für Olympia ohne größere Anstrengung.“

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Mit der Hamburgerin Esther Henseleit, Silbermedaillengewinnerin im Einzel der Frauen bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, wird im Mai zumindest schon mal eine Olympionikin antreten. Die 27-jährige wurde bereits zweimal zur Sportlerin des Jahres in Hamburg gewählt und spielt für ihren Heimatverein Hamburger GC Falkenstein. Inzwischen lebt die gebürtige Friesländerin in Phoenix, USA. Das Heimspiel bei den Amundi German Masters im Mai lässt sie sich aber nicht entgehen. Am 26. April veranstaltet sie sogar ein Qualifikationsturnier, das jungen Golferinnen die Chance gibt, um einen Startplatz beim Amundi German Masters zu spielen. (ea)

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