Nowitzki, Wagner-Brüder, 15.000 Fans: Besondere NBA-Premiere in Berlin
Bei der Geschichtsstunde am Brandenburger Tor geriet Moritz Wagner leicht ins Schwitzen. „Bringt mich nicht in Verlegenheit“, sagte der Basketball-Weltmeister schmunzelnd – und übergab an seinen kleinen Bruder: „Sag du es ihnen, Franz.“ Und so erzählte der Jüngere seinen Teamkollegen von Orlando Magic etwas über die Teilung Berlins und das Wahrzeichen als Symbol der Wiedervereinigung.
Vor Orlandos heiß erwartetem Auftritt am Donnerstag (20 Uhr/Prime Video) gegen die Memphis Grizzlies in der Hauptstadt, dem ersten regulären NBA-Spiel auf deutschem Boden, fungieren die Wagner-Brüder aber nicht nur als Fremdenführer für ihre Mitspieler. Die Liga schickt die beiden berühmten Söhne Berlins für Interviews und Werbetermine kreuz und quer durch die Stadt – alles im Sinne der Expansionspläne für den europäischen Markt.
Vor NBA-Spiel in Berlin: Wagner-Brüder fungieren als Botschafter
So sei das Ziel des Berlin-Trips, wie Franz Wagner sagte, die NBA „allen, die in Deutschland und Berlin wohnen, etwas näherzubringen. Früher hat sich die NBA-Welt mal weit weg angefühlt. Es ist Moritz‘ und mein Ziel, diesen Weg für die nächste Generation etwas klarer erscheinen zu lassen.“ In Zeiten, in denen der Welt- und Europameister Deutschland heißt, hat die NBA das Potenzial in „Good old Germany“ erkannt – und fährt an der Spree ganz groß auf.

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„Ich freue mich einfach auf ein Basketballfest“, sagte Dirk Nowitzki bereits vor Saisonbeginn. Die deutsche Ikone analysiert das Spiel als Experte für Amazon, auch Detlef Schrempf rührt dieser Tage vor Ort fleißig die Werbetrommel. Orlando bietet Fans derweil in der Hauptstadt-Repräsentanz der Telekom im sogenannten „Magic Kiez“ zahlreiche Events, unter anderem nahm Moritz Wagner dort am Dienstag live eine Folge seines Podcasts „Kannst du so nicht sagen“ auf.
Buntes Rahmenprogramm mit Luciano und „The Voice“-Siegerin
Auch rund um das Spiel erwartet die 15.000 Zuschauer in der Uber Arena am Ostbahnhof ein buntes Rahmenprogramm. Der Berliner Rapper Luciano tritt in der Halbzeit auf. Vor der Partie singt Malou Lovis, Siegerin von „The Voice of Germany“ 2023, die deutsche Nationalhymne, „The Star-Spangled Banner“ wird von der US-Künstlerin Melody Thornton dargeboten. Für die perfekte Show fehlt nur das grüne Licht für Franz Wagner, der zuletzt mit einer Knöchelverstauchung fehlte. Er selbst schürte am Mittwoch aber nochmal Hoffnung. „Ich plane, morgen zu spielen“, sagte er.

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Aber auch so markiert das „Berlin Game“, dem am Sonntag noch das „Rückspiel“ in London folgt, den nächsten Schritt in der international angelegten Strategie der NBA. Die Klubbosse und Commissioner Adam Silver haben Europa als einen Zukunftsmarkt identifiziert. 2027 soll mit der NBA Europe eine neue Liga starten, 2028 folgt das nächste Berlin-Gastspiel.
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Dass die NBA in der deutschen Hauptstadt gastiert, ist dabei nicht neu, bislang hatte es aber immer nur Test- und Showspiele gegeben. 1996 begeisterten Schrempf und die Seattle SuperSonics die Massen, 2012 spielte Nowitzki mit den Dallas Mavericks gegen Alba Berlin. Im Berliner Basketball ist aber vor allem der 8. Oktober 2014 ein fast schon mythisches Datum, als Alba den damaligen NBA-Champion San Antonio Spurs völlig überraschend besiegte. Mit auf dem Parkett: Der gerade einmal 17 Jahre alte Moritz Wagner. (kk/sid)
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