Nach Fehlstart: Starker Zverev stürmt ins Halbfinale der French Open
Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere lebt – und wie! Alexander Zverev hat den ersten größeren Härtetest bei den French Open souverän gemeistert. Der 29-jährige Hamburger gewann das mit Spannung erwartete Viertelfinal-Duell mit Spaniens Jungstar Rafael Jódar (19) nach einem Fehlstart mit 7:6 (7:3), 6:1 und 6:3 und steht in Paris zum fünften Mal im Halbfinale.
Dort trifft Zverev auf den Sieger der Partie zwischen dem brasilianischen Teenager João Fonseca (19) und dem nur ein Jahr älteren Jakub Mensik aus Tschechien. Unabhängig vom Gegner bleibt Zverev nach dem frühen Ausscheiden von Jannik Sinner und Novak Djokovic sowie dem verletzungsbedingten Fehlen von Carlos Alcaraz Titelkandidat Nummer eins in Roland Garros.
French Open: Zverev im Halbfinale gegen Fonseca oder Mensik
Aufgrund des regnerischen Wetters war das Dach auf dem Court Philippe Chatrier geschlossen. Im ersten Satz wurde es kurz unruhig im Publikum, weil es an den Seiten reinregnete und die dort sitzenden Menschen Schirme aufspannten oder ihre Plätze fluchtartig verließen.
Zverev, der im vergangenen Jahr im Viertelfinale noch sang- und klanglos am 24-maligen Major-Gewinner Djokovic gescheitert war, hatte nur zu Beginn des Spiels Probleme gegen Jódar, der vor einem Jahr noch außerhalb der Top 700 der Weltrangliste gelegen hatte. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung Mitte des ersten Satzes verwandelte er schließlich nach 2:25 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball zum Sieg. „Das war die beste Vorstellung von Sascha Zverev bei diesem Turnier“, sagte Tennis-Idol Boris Becker bei Eurosport.
Boris Becker lobt: „Beste Vorstellung von Sascha“
Vor dem ersten richtigen Härtetest auf dem Weg zum erhofften Triumph hatte der Hamburger prominente Unterstützung erhalten. „Ich hoffe, dass es dieses Jahr hier in Paris so weit sein wird“, hatte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber gesagt. Entscheidend sei aber, wie er mit seiner Favoritenrolle und den hohen Erwartungen an der Seine umgeht. Zverev werde „mehr Druck spüren als je zuvor in seiner Karriere“, war sich auch Legende John McEnroe sicher. (dpa/sid/la)