Leif Hoste im Jahr 2008

Leif Hoste war zweimal belgischer Meister im Zeitfahren. Foto: IMAGO/Isosport

Mit 4,5 Promille in die Notaufnahme – der tiefe Fall eines Radsport-Stars

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Drei Flaschen Wodka am Tag, mindestens zehnmal in der Notaufnahme – Leif Hoste schildert, wie nah er dem Tod war. Der frühere Klassikerspezialist sagt: Wenn er weitermacht, überlebt er es nicht.

4,5 Promille im Blut: Für viele Menschen wäre das tödlich. Der ehemalige belgische Radprofi Leif Hoste (48) sagt, genau das habe er mehrfach überlebt – und zwar nur knapp.

Leif Hoste Alkoholsucht – „Drei Flaschen Wodka am Tag“

Nach eigenen Angaben sei er mindestens zehnmal in die Notaufnahme gebracht worden – mit mehr als 4,5 Promille. Das berichtete Hoste der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“. Ein Arzt, den er seit 30 Jahren kenne, habe ihm gesagt: Das „würde ein normaler Mensch nicht überleben“.


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Hoste beschreibt die schlimmste Phase drastisch. Er habe drei Flaschen Wodka am Tag getrunken. Die Alkoholprobleme hätten nach dem Ende seiner Karriere 2012 begonnen.

Leif Hoste: „Tag und Nacht nicht mehr unterscheiden“

Dann folgte der nächste Schlag: Wegen Unregelmäßigkeiten in seinem biologischen Pass bekam Hoste eine zweijährige Dopingsperre. Dazu seien große private Probleme gekommen. „Der Alkohol gab mir Frieden und Kontrolle“, sagte Hoste.

Der frühere Profi war ein Klassikerspezialist, wurde zweimal belgischer Zeitfahrmeister und fuhr bei der Flandern-Rundfahrt dreimal auf Platz zwei.

Flucht aus dem Krankenhaus

Lange habe er geglaubt, alles im Griff zu haben. Er dachte, er könne jederzeit aufhören. Doch irgendwann habe er „Tag und Nacht nicht mehr voneinander unterscheiden können“. Alles sei getrieben gewesen „von dem ständigen Drang nach Alkohol“, erzählte Hoste.

Wie extrem die Sucht wurde, schildert Hoste mit einer Szene aus dem Krankenhaus. Als er wieder ansprechbar gewesen sei, hätten Ärzte ihm gesagt: Wenn er so weitermache, sei es vorbei. Hoste sagt: Er habe damals nicht sterben wollen – aber anderthalb Stunden später habe er sich angezogen, sei aus dem Krankenhaus geflohen und habe sich auf dem Heimweg zwei Flaschen Wodka gekauft.

Seit sechs Monaten lebt Leif Hoste ohne Alkohol

Lange habe er sein Problem verleugnet, es habe mehrere Rückfälle gegeben. „Sucht ist ein Kampf gegen sich selbst. Und es ist ein Kampf um Leben und Tod“, sagte Hoste.

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Erst als Freunde und Familie eingegriffen und ihn mit den Konsequenzen konfrontiert hätten, habe er sich erneut Hilfe gesucht. Heute sei ihm der Ernst der Lage bewusst. „Wenn ich so weitermache, werde ich nicht überleben“, sagt Hoste.

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Nach eigenen Angaben trinkt er seit sechs Monaten keinen Alkohol mehr. Er wisse, dass ihn die Sucht sein Leben lang begleiten werde. „Ich bin süchtig. Ich muss das akzeptieren und entsprechend leben. In meinem Fall bedeutet das: kein Alkohol mehr.“ (dpa/mp)

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