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Mega-Zoff im Handball! Fliegt ein Nordklub noch aus der Liga?

Lukas Schneider von HSG Krefeld Niederrhein dribbelt gegen zwei Nordhorn-Lingen-Spieler vor voller Tribüne.
Am 6. Juni standen sich Krefeld und die Nordhorn-Lingen (rote Trikots) auf der Platte gegenüber, jetzt bekämpft man sich auf dem Rechtsweg.

Die Handball-Bundesliga wirft der HSG Nordhorn-Lingen vor, im Lizenzierungsverfahren nicht mit korrekten Zahlen gearbeitet zu haben. Ein Konkurrent geht jetzt den nächsten Schritt.

Wegen der finanziellen Probleme und des Verdachts möglicherweise falscher Angaben des Handball-Zweitligisten und früheren Europapokal-Siegers HSG Nordhorn-Lingen hat die HSG Krefeld Niederrhein nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet. Zudem werden die verbandsinternen Rechtsbehelfe verfolgt, teilte der Klub mit. Die HSG Nordhorn unterhalte einen Kader, „der nicht annähernd ihren wirtschaftlichen Verhältnissen entspricht“, lautet ein Vorwurf.

Hintergrund ist, dass die Handball-Bundesliga (HBL) der HSG Nordhorn-Lingen im Frühjahr ohne Auflagen die Lizenz für die Saison 2026/27 erteilt hatte. Die Krefelder sind sportlich aus der 2. Bundesliga abgestiegen, hätten aber als erster Nachrücker davon profitiert, wenn dem langjährigen Bundesligisten und EHF-Pokal-Sieger von 2008 die Lizenz verweigert worden wäre. Der bisherige Zweitliga-Konkurrent hatte deswegen angekündigt, vor das Schiedsgericht der HBL zu ziehen. 

Im Juli hatte Nordhorn-Lingen eine „wirtschaftlich herausfordernde Situation“ eingeräumt. Als Konsequenz daraus stellte die HBL einen Sechs-Punkte-Abzug für die nächste Saison in Aussicht und machte dem Klub mehrere Auflagen: unter anderem den „kurzfristigen Nachweis“, die Liquiditätslücke auch abdecken zu können.

Was die Handball-Bundesliga Nordhorn-Lingen vorwirft

Die HBL wirft der HSG vor, im Lizenzierungsverfahren nicht mit korrekten Zahlen gearbeitet zu haben. „Nach heutigem Kenntnisstand“ bestünden „nicht unerhebliche Abweichungen gegenüber den im Frühjahr 2026 von dem HSG Nordhorn e. V. im Lizenzierungsverfahren für die Saison 2026/27 gemachten Angaben“, heißt es in dem Schreiben.

Die Nordhorner erklärten auf ihren Vereinskanälen, der Situation „mit voller Verantwortung“ zu begegnen. „Wir arbeiten eng und lösungsorientiert mit der Lizenzierungskommission der HBL zusammen, um alle geforderten Punkte zügig und vollständig zu erledigen“, heißt es in einer Stellungnahme. (dpa/mp)

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